Von Katrin Kunipatz

Die Spreelagune, eine grüne und gestaltete Schlossinsel, schattenspendende Bäume beim Hafen am Strandcafé – die Liste attraktiver Erholungsorte in der Stadt Lübben ließe sich beliebig verlängern. Viel habe sich getan in den zurückliegenden 30 Jahren, betont Steffan Goertz vom Lübbener Tourismusverein. Er erinnert beim Jubiläum „20 Jahre staatlich anerkannter Erholungsort Lübben“ an die Sandwüste auf der Insel, improvisierte Stände für eingelegte Gurken, Grillhähnchen und Souvenirs. „Aber Tourismus macht keiner allein“, benennt er das Geheimnis des Erfolges. Allein der Tourismusverein Lübben und Umgebung hat 150 Mitglieder.

„Der Titel staatlich anerkannter Erholungsort ist mehr Auftrag als Würde“, sagt Bürgermeister Lars Kolan. Vor allem für die Stadt, ihre Verwaltung und die Lübbener selbst bedeute der Titel viel Arbeit und Geduld, um Ideen umzusetzen und vor allem die Einschränkungen während der Bauzeit auszuhalten. Mit der dreiwöchigen Sperrung des Houwald-Damms beginne die nächste Bewährungsprobe schon Ende August. Aber danach werde die Innenstadt enger an die Schlossinsel angebunden sein, so Kolan. Viele andere Projekte, wie die angeschobene Mobilitätsachse zwischen Bahnhof und Innenstadt, die Aufwertung des Bahnhofsumfelds und die Verlängerung des Bahnhofstunnels, machen die Stadt für Besucher attraktiv und nutzen gleichzeitig den Einheimischen. Auch in Zukunft werde Lübben mit der neuen Museumskonzeption, öffentlichen Ladesäulen für E-Autos, der Sanierung von Radwegen oder einer Brücke über den Umflutkanal etwas für die touristische Infrastruktur tun.

Über den Erfolg als Erholungsort entscheide jedoch auch, wie man sich präsentiert. Karola Borchert, von der Tourismus-Marketing Brandenburg nutzt die Feierstunde, um neue Betriebe in die Q-Gemeinschaft aufzunehmen. Das Q ist Symbol für das Zertifikat „Servicequalität Deutschland“. Mit dem Boots- und Zwei­radverleih Gebauer, der Spreewälder Ferienpension Werner und Agri Service sind drei Firmen neu in die Runde der 19 Lübbener Q-Betriebe gerückt. Sieben andere haben ihre Servicequalität bestätigt und wurden rezertifiziert. Zu verdanken sei dies vor allem den „Kümmerern“ vor Ort, so Borchert. Renate Draunick von der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben (TKS) und Verena Micknaß von der Villa Reich vernetzen die Firmen und „sind stetiger Motor der Qualitätsstadt“.

Für Toni Hötzelsperger ist die Antwort auf die Frage, was sich in Lübben aus touristischer Sicht noch verbessern müsste, klar: „Ich finde keine Defizite mehr“, sagt er. Dieser Satz des tourismuserfahrenen Bayern kommt einem Ritterschlag gleich, hat er doch die Stadt und die Region seit der Wende begleitet. Enge Kontakte bestehen bis heute zum Lübbener Tourismusverein. Aus der anfänglichen Hilfe sei gegenseitige Unterstützung erwachsen, so Hötzelsperger.

Wünsche für die Zukunft kommen deshalb vor allem von den Experten vor Ort. Steffen Goertz macht deutlich, wie wichtig der Spreewald als Landschaft für den Tourismus ist. Hier brauche es Entschlossenheit und die Unterstützung der Landesregierung. „Wir müssen erhalten, was da ist, aber auch neue Projekte, wie den Wanderweg von der Rehaklinik über die Insel zur Jugendherberge angehen“, so Goertz. Er hofft, in 20 Jahren in noch größerer Runde am Hafen zu stehen, und auf noch mehr Geleistetes zurückblicken zu können.