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| 01:14 Uhr

1067 psychisch Kranke werden betreut

Dahme-Spreewald.. 1067 Menschen mit seelischen und geistigen Behinderungen wurden 2001 vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises betreut. Von ihnen leben 692 im Bereich Königs Wusterhausen, 386 in den Altkreisen Lübben und Luckau.

405 von ihnen sind bis zu 17 Jahre alt, 539 zwischen 18 und 64 Jahre und 66 sind 65 Jahre und älter.
Unter 1067 Klienten waren 165 wegen einer Suchterkrankung in Betreuung. Die Suchtberatung im Südkreis wird zu einem Teil (neben der Beratungsstelle „Tannenhof“ ) vom Sozialpsychiatrischen Dienst erbracht (141 Klienten).

Vier Beratungsgruppen
Schwerpunkt der Arbeit ist die Beratung von Betroffenen und Angehörigen. Betroffene teilen sich in vier Gruppen auf: psychisch gestörte Kinder und Jugendliche, Erwachsene und Senioren sowie Menschen mit Suchterkrankungen. Alle suchten die Beratungsstellen auf oder wurden zu Hause aufgesucht. Von der Dienststelle Königs Wusterhausen wurden 1236 Besuche und 624 Hausbesuche verzeichnet. Im Bereich Lübben und Luckau gab es 2421 Besuche von Klienten, 1732 Hausbesuche machten die Mitarbeiter. Patientengruppen sind Kinder und Jugendliche (22,1 Prozent), Erwachsene (52,3 Prozent) sowie Suchtkranke (25,6 Prozent).
Zu den Aufgaben der Mitarbeiter gehören auch Besuche von Kliniken und Integrationskitas für Fallbesprechungen. Im Raum KW gab es 203 Fallbesprechungen, im Raum Lübben/Luckau 198. Zusätzlich benötigten Klienten des Dienstes Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu Ämtern und Institutionen oder bei Besuchen von Ärzten. Insgesamt gab es 138 Begleitungen im Raum Königs Wusterhausen und 173 im Raum Lübben.
Ergänzend zu Klienten, die der Sozialpsychiatrische Dienst betreut, gibt es Kontakt- und Beratungsstellen für Menschen mit psychischen Behinderungen. In KW hat die Kontakt- und Beratungsstelle des Psychosozialen Hilfsvereins „Lebenswelten“ 32 Männer und 72 Frauen übernommen. „Horizonte“ in Lübben betreut 30 Männer und 45 Frauen.

Gut 350 Suchtkranke
Schließlich ist die Suchtberatung „Tannenhof“ zu nennen, zu der 259 Männer und 92 Frauen gehen. Im Gesundheitsbericht wird betont, dass der höhere Anteil von Frauen bei „Lebenswelten“ und „Horizonte“ keinen Rückschluss auf die Geschlechterverteilung zulasse, sondern eher auf die Bereitschaft zur Inanspruchnahme psychosozialer Hilfen. In der Suchtberatung sind vor allem Männer in Betreuung. Allerdings, heißt es, nehme der Anteil der suchtkranken Frauen „eher zu“ .
Aus der Altersaufteilung geht hervor, dass drei Viertel der Betreuten älter als 40 Jahre sind. Daraus wird vom Gesundheitsamt nicht der Schluss gezogen, dass die Jüngeren weniger erkrankten. Vielmehr wird eingeschätzt, dass es für jüngere Betroffene offenbar schwierig sei, sich auf die Hilfsangebote einzulassen.
Ein weiterer Komplex ist betreutes Wohnen. Es werde versucht, möglichst eine „einrichtungszentrierte Betreuung“ zu vermeiden. Dennoch stehe bei etlichen Klienten, heißt es im Gesundheitsbericht, „die Suche nach einer ,passenden' Einrichtung im Vordergrund“ .
Drei Anbieter von ambulantem betreuten Wohnen gibt es im Kreis. In KW bietet der ASB diese Wohnform an sowie der Verein zur Förderung und Hilfe psychisch Kranker in Teupitz. Für die Altkreise Lübben und Luckau zeichnet „Horizonte“ verantwortlich. Außerdem gibt es in einer besonderen Form des ambulanten betreuten Wohnens die Psychiatrische Familienpflege. Ziel dieses Wohnens sei es, Menschen, die von seelischer oder geistiger Behinderung betroffen seien, zu einer möglichst selbstständigen Lebensführung zu befähigen. Betreut werden so 69 Personen (Frauen - 32, Männer - 37). Davon gehen zur Familienpflege zwölf, zu „Horizonte“ 18. Die Patienten gehören unterschiedlichen Diagnosegruppen an. Schwerpunkte sind Menschen mit Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (13), schizophrenen Störungen (18) und Intelligenzminderungen (30).

Vielfältiges Angebot
Im Kreis, heißt es, existiere ein vielfältiges Angebot an stationärer Betreuung für Menschen mit geistigen und seelischen Behinderungen. Dabei werde zwischen Einrichtungen beider Behinderungsformen unterschieden. Hier untergebracht werden Menschen, deren Schweregrad des jeweiligen Störungsbildes ein ambulantes Wohnen nicht zulasse. Extra ausgewiesen werden Einwohner des Kreises, die in Einrichtungen außerhalb des Kreises untergebracht sind. Die Übersicht des Gesundheitsamtes zeigt 352 stationär betreute Frauen und Männer, davon 183 außerhalb des Kreises. Kreiseinrichtungen befinden sich vor allem im Bereich Königs Wusterhausen. Im Süden werden Frauen und Männer im Haus Mamre in Luckau (17), im Schloss Glienig (19) und der Landesklinik Lübben (21) untergebracht. (km)