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| 02:41 Uhr

1,2 Millionen Euro für Gurkenprojekt

Bissfest, schmackhaft und richtig gut: So soll die Spreewaldgurke bleiben.
Bissfest, schmackhaft und richtig gut: So soll die Spreewaldgurke bleiben. FOTO: Spreewaldverein/Traube
Lübben. Die Spreewaldgurke soll künftig eine sehr gute Qualität aufweisen. Erzeuger, Verarbeiter und Wissenschaftler forschen, die EU stellt Geld bereit. red/bt

Vertreter aus Anbau- und Verarbeitungsbetrieben, Wissenschaftler aus Forschungseinrichtungen und externe Dienstleister haben sich zusammengetan, um eine noch höhere und gleichbleibende Qualität der Spreewälder Gurken sicherzustellen. Dafür stehen in den nächsten fünf Jahren 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. "Gefördert wird das Vorhaben als Europäische Innovationspartnerschaft (EIP). Mittel der EU und des Landes Brandenburg stehen bereit. Die Projektlaufzeit erstreckt sich bis Anfang 2021", erklärt Andreas Traube vom Spreewaldverein.

Der gesamte Wertschöpfungsprozess bei Spreewälder Gurken von der Saatgutauswahl, über den Anbau, die Ernte, die Verarbeitung bis hin zur Auslieferung an den Lebensmitteleinzelhandel werde auf den Prüfstand gestellt. Ertragsverluste in der Landwirtschaft und Qualitätsverluste im Glas sollen zukünftig durch geeignete Maßnahmen minimiert werden, so Andreas Traube.

Innerhalb des Projektes solle untersucht werden, wo Qualitätsverluste der Gurken auftreten. Sie äußern sich beispielsweise darin, dass einige Gurken in Konserven eine weiche Konsistenz und andere eine gute Bissfestigkeit aufweisen. Bislang konnte sich niemand die wirklichen Gründe erklären. "Nun soll mit labortechnischer Begleitung detailliert untersucht werden, woran das liegt", erklärt Heinz-Peter Frehn vom gleichnamigen Gurkenhof einen Aspekt des Projektes.

Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) begrüßt das Vorhaben und betont den "unschätzbaren Wert" der zu erwartenden Ergebnisse.

Projektträger ist der Gurkenhof Frehn. Außerdem beteiligen sich die Knösels Gemüse-Erzeugungs GmbH & Co.KG, die Spreewaldkonserve Golßen GmbH und die RABE Spreewälder Konserven GmbH. Die Hochschule Neubrandenburg und das Leibnitz-Institut für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg konnten als Partner für die wissenschaftliche Durchführung gewonnen werden.

Die Projektkoordination übernehmen Dietmar Liedtke und Christian Hopf. "Beide arbeiten bereits langjährig als externe Berater für den Spreewaldverein", ergänzt Andreas Traube. Kerstin Reise betreut das Projekt finanztechnisch. Die "Europäische Innovationspartnerschaft" (EIP-Agri) ist von der EU ins Leben gerufen worden, um einen besseren Austausch zwischen Praxis und Forschung zu fördern. Die europäische Landwirtschaft soll dadurch produktiver und gleichzeitig nachhaltiger werden.

Zum Thema:
Spreewälder Gurken sind als Delikatesse deutschlandweit bekannt. Anbau und Veredlung von Gurken besitzen im Spreewald eine lange Tradition. Grund genug für die Europäische Kommission, Spreewälder Gurken im Jahr 1999 als geografische Angabe (g.g.A.) unter besonderen Schutz zu stellen. Die regionalen Einlegereien und Konservenbetriebe haben sich zudem verpflichtet, hundert Prozent der erforderlichen Rohware für Spreewälder Gurken-Erzeugnisse von Anbaubetrieben aus der Region zu beziehen.