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Zwischenstopp im Luckauer Becken

Torsten Beuster (r.) stellt derzeit beeindruckende Naturfotos in Wanninchen aus.
Torsten Beuster (r.) stellt derzeit beeindruckende Naturfotos in Wanninchen aus. FOTO: Andreas Staindl
Wanninchen. Kraniche sammeln sich im Naturpark Niederlausitzer Landrücken. Etwa 2000 der Großvögel sind schon da. Noch etwa dreimal so viele werden in den nächsten Wochen erwartet. Andreas Staindl / asd

Die Vögel nutzen das Luckauer Becken für einen Zwischenstopp auf den Weg in ihre Winterquartiere. Ein Spektakel, das zahlreiche Besucher anlockt. Auch am Freitagabend sind Naturliebhaber und Interessierte nach Wanninchen (Stadt Luckau) gekommen, um das Naturwunder Vogelzug mitzuerleben.

Es war der Auftakt zu mehreren Veranstaltungen rund um den Vogelzug in den nächsten Wochen. Ralf Donat vom Natur-Erlebniszentrum Wanninchen der Heinz-Sielmann-Stiftung führte die Besucher mit Bildmaterial durch das Jahr der Kraniche. Er ist der Bundesbeauftragte für Kranichrast, kann viel über die Reise der Vögel durch Europa erzählen.

Seit Juli sammeln sich die Kraniche im Luckauer Becken. Am Borcheltsbusch zwischen Freesdorf und Goßmar sowie in Wanninchen kann man sie beobachten. "Ab Mitte September ist der Himmel wieder voller Kraniche", blickt Ralf Donat voraus. "Sie kommen aus Skandinavien, Estland, Litauen und anderen Ländern." Die Vögel nutzen zahlreiche Rast-und Schlafplätze bundesweit. Bis zu 300 000 Kraniche wurden Ralf Donat zufolge schon zeitgleich in Deutschland gezählt. Im Naturpark Niederlausitzer Landrücken teilen sie sich die Flächen mit Wölfen wie der Fachmann sagt: "Das ist einmalig."

Außergewöhnlich sind auch die Bilder von Torsten Beuster. Der Naturfotograf aus Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) hat das Geschick für Aufnahmen in Flora und Fauna, wie sie nur wenigen Menschen gelingen. Einige seiner eindrucksvollen Werke sind im Erlebniszentrum in Wanninchen zu bewundern. Die Naturfotografie-Ausstellung "Sehnsucht Natur" wurde am Freitagabend eröffnet. Etwa 20 Besucher waren dabei. Und die staunten, was man mit einer Kamera so alles einfangen kann.

Ein Selbstläufer ist das allerdings nicht. Torsten Beuster investiert viel Zeit in seine Bilder. Er hat schon mal mehr als 30 Stunden oder bei minus 20 Grad auf den richtigen Moment gewartet, und das fast immer in einem vorher eingerichteten Versteck. Der Aufwand lohnt sich. Die Nahaufnahme eines Pirols, der seine Jungen füttert, oder der einsame Wolf, der durch die Natur streift sind nur zwei der beeindruckenden Fotos der Ausstellung.

"Ich will zeigen, was für eine wunderbare Natur wir vor unserer Haustür haben", sagt Torsten Beuster. "Und ich möchte mit meinen Bilder Menschen erreichen, ihre Emotionen wecken." Das gelingt ihm offenbar. "Seine Werke sind ein Volltreffer", sagt Ralf Donat, selbst leidenschaftlicher Naturfotograf.

Die ausgestellten Bilder sind Kunstwerke, auch wenn sie, wie Beuster sagt, unbearbeitet sind und nicht nachträglich verändert wurden. Die heute zur Verfügung stehende Technik für Naturfotografen ist ihm zufolge ohnehin "nicht alles. Vielmehr muss man mit offenen Augen durch die Natur gehen."

Torsten Beuster macht das seit Jahrzehnten. Er war schon als Kind von Flora und Fauna fasziniert, engagierte sich früh für den Naturschutz. Bücher des Fotografen Helmut Drechsler hatten seine Begeisterung für die Naturfotografie geweckt. Er hat sein Hobby inzwischen perfektioniert, ist für seine Fotos mehrfach ausgezeichnet worden. Jetzt präsentiert er einige seiner spektakulärsten Aufnahmen im Erlebniszentrum in Wanninchen. Die Ausstellung "Sehnsucht Natur" ist noch bis zum Frühjahr des nächsten Jahres dort zu sehen.

Zum Thema:
Bis zum Oktober dieses Jahres gibt es zahlreiche Veranstaltungen rund um die Kraniche in Wanninchen. Eingeladen wird etwa zur Kranich-Safari und zum Kranich-Camp für Kinder. Auch eine Schwanen-Serenade im Morgennebel steht auf dem Programm. "Den Kranichen auf der Spur" heißt es während der Oktoberferien. Weitere Informationen gibt es unter www.sielmann-stiftung.de im Internet. (asd)