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| 14:53 Uhr

Lehrreich und unterhaltsam
Treff von Familien und ihren Paten

 Spaß gehabt und was gelernt: Lia Kaule putzt Modell Eddie sorgfältig die Zähne, Nele und Rosalie Paschirbe schauen zu. Cindy Fuhrmann vom zahnmedizinischen Dienst des LDS-Gesundheitsamtes v.l.) gab Tipps.
Spaß gehabt und was gelernt: Lia Kaule putzt Modell Eddie sorgfältig die Zähne, Nele und Rosalie Paschirbe schauen zu. Cindy Fuhrmann vom zahnmedizinischen Dienst des LDS-Gesundheitsamtes v.l.) gab Tipps. FOTO: Birgit Keilbach
Spaß und Infos beim Zwergensommerfest des Netzwerkes „Gesunde Kinder“ in Kemlitz. Von Birgit Keilbach

Das Ferien- und Freizeitzentrum auf dem   AWO-Reha-Gut in Kemlitz hat sich am Samstag wieder in ein großes Kinderparadies verwandelt. Die Netzwerke „Gesunde Kinder“ der Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Teltow-Fläming und Elbe-Elster veranstalteten dort ihr gemeinsames „Zwergensommerfest“. Über die Netzwerke erhalten junge Familien Unterstützung für eine gesunde Entwicklung ihrer Kinder in den ersten drei Lebensjahren. Geschulte, ehrenamtlich tätige Familienpaten stehen ihnen bei den vielfältigen Herausforderungen ab der Geburt des Kindes mit Rat und Tat zur Seite.

Eine von ihnen ist Mandy Ziege aus Schönwalde. Sie hat selbst vier Kinder, Frieda ist mit 1,5 Jahren die Jüngste. Nach der Geburt ihres dritten Kindes Rudi 2013 bekam sie selbst eine Patin. „Sie hat mehr von außen drauf geschaut und dieser neutrale Blick war sehr hilfreich. Ich konnte mit jemandem reden, der nicht zur Familie gehörte und sich auch für meine Probleme als Mutter interessierte“, erzählt die 37-Jährige. Den Alltag mit damals drei kleinen Kindern zu bewältigen, das sei schon eine Herausforderung gewesen. Die gute Erfahrung bewog sie dazu, selbst eine Ausbildung zur Familienpatin zu absolvieren.

„Familien mit dem ersten Kind konnte und kann ich viele Unsicherheiten nehmen, ob bei der Ernährung, bei Einschlafproblemen oder dem Zahnen.“ Bis zur Eingewöhnung in die Kita reicht die Betreuung zumeist, Hilfe bei Anträgen für einen Kita-Platz und verschiedene Hilfsangebote eingeschlossen. „Ich habe heute noch Kontakt zu vielen Familien. Es ist schön, die Entwicklung der Kinder weiter zu verfolgen“, sagt  Mandy Ziege.

Gute Erfahrungen mit einer Patin hat Jeannette Paschirbe gemacht. „Ich empfand schon das Schwangerenfrühstück vor der Geburt als eine gute Hilfe“, sagt die Luckauerin. Nachdem die inzwischen fünfjährige Rosalie geboren war, halfen ihr die Tipps der Patin, beispielsweise zum Durchschlafen. „Obwohl ich selbst Erzieherin bin, ist man als Mama in einer ganz anderen Situation. Ich konnte mit ihr auch ganz persönliche Fragen besprechen“, nennt Jeannette Paschirbe einen weiteren Aspekt. „Ich empfehle so eine Patenschaft gerne weiter. Man bekommt auch viele Materialien und Infos“, ergänzt die Luckauerin.

Am Samstag war sie mit ihrer Schwägerin Stefanie und deren gleichfalls fünfjähriger Tochter Nele unterwegs. „Das ist heute ein Tag für die Kinder. Sie können selbst entscheiden, was sie machen wollen, die Angebote sind ja so vielfältig“, sagt Stefanie Paschirbe, nachdem die Kinder ihre Zahnbürsten getauscht und nochmal das richtige Zähneputzen geübt haben.

„Das ist ein sehr gutes Angebot, die Kinder lernen das spielerisch“, ist auch Susan Kaule begeistert. Die Herzbergerin ist mit Tochter Lia erstmals auf dem Fest. „Wir waren schon beim Kinderschminken, auf den Hüpfburgen, beim Clown und haben den Sandmann gesehen.“

Der Sandmann erscheint regelmäßig auf dem Gelände und ist stets von einer Traube kleiner Fans umringt. Zahlreiche Hände schüttelt er, lässt sich am Zipfelbart zupfen, posiert geduldig für Erinnerungsfotos. Publikumsmagnet ist in jedem Jahr auch der Teddydoktor. Der vierjährige Conner Zauber erzählt ihm, dass sich sein Teddybaby den Arm gebrochen hat. „Doktor“ Ulrich Thorhauer begutachtet die Verletzung und „Schwester“ Doreen Terno versorgt sie fachgerecht. Beide arbeiten sonst an der AWO-Fachschule für Sozialwesen in Lübbenau. Das Rezept bedient Karina Kreißler von der Dahmer Adler-Apotheke. „Es ist ein tolles Fest für die Kinder, sehr abwechslungsreich und ich finde es gut, dass sich so viele Leute dafür ehrenamtlich engagieren“, sagt Eileen Zauber anerkennend.

Sandra Kempe koordiniert die Netzwerkarbeit für den Landkreis Dahme-Spreewald. „Wir suchen ständig Interessierte, die Familienpaten werden möchten.“ Denn der Bedarf wächst. Besonders viele Anmeldungen lägen derzeit aus den Dörfern im Spreewald vor. Die Patenschulungen umfassen laut Sandra Kempe elf Termine. Inhaltlich reiche das Spektrum von der Säuglingspflege über die Ernährung, kindliche Entwicklungsphasen bis zu sozialrechtlichen Ansprüchen junger Familien. Wer Patin werden möchte oder eine Betreuung durch das Netzwerk wünscht, findet unter www.netzwerk-gesunde-kinder.de weitere Informationen, Ansprechpartner und Kontaktdaten.

 Spaß gehabt und was gelernt: Lia Kaule putzt Modell Eddie sorgfältig die Zähne, Nele und Rosalie Paschirbe schauen zu. Cindy Fuhrmann vom zahnmedizinischen Dienst des LDS-Gesundheitsamtes v.l.) gab Tipps.
Spaß gehabt und was gelernt: Lia Kaule putzt Modell Eddie sorgfältig die Zähne, Nele und Rosalie Paschirbe schauen zu. Cindy Fuhrmann vom zahnmedizinischen Dienst des LDS-Gesundheitsamtes v.l.) gab Tipps. FOTO: Birgit Keilbach