| 18:56 Uhr

Weltmeisterschaft im Schneepflugfahren
Schneeschieben in großer Perfektion

Fahren zur Weltmeisterschaft nach Polen: Sebastian Tschammer (oben) und Mathias Pötsch vom Landesbetrieb Straßenwesen in Luckau.
Fahren zur Weltmeisterschaft nach Polen: Sebastian Tschammer (oben) und Mathias Pötsch vom Landesbetrieb Straßenwesen in Luckau. FOTO: Anja Brautschek / LR
Luckau. Zwei Luckauer Straßenmeister haben sich für die WM im Schneepflugfahren qualifiziert. Von Anja Brautschek

Slalom fahren, Hindernisse mit dem Schild verschieben, rückwärts lenken – was so einfach klingt, erfordert höchste Konzentration. Erstmals wurden in Deutschland die besten Schneepflug-Fahrer ermittelt. Mit dabei waren auch Mathias Pötsch und Sebastian Tschammer von der Straßenmeisterei Luckau. Den Titel verpassten sie zwar knapp, für die Weltmeisterschaft in Danzig im Februar haben sich die beiden dennoch qualifiziert.

„Das Niveau war unwahrscheinlich hoch. Ein kleiner Fehler hätte schon den Podestplatz gekostet“, erzählt Mathias Pötsch. Zentimetergenau mussten Objekte auf Zielpunkte geschoben und der Unimog samt Schneepflug rangiert werden. Als bei einer Station ein Pyramide ins Schwanken gerät, halten beide die Luft an. Doch die Männer haben Glück. Alles verläuft nach Plan. Der Parcours erforderte von den Wettbewerbsteilnehmern fahrerisches Können, Präzision und Schnelligkeit. Für jeden Fehler gab es Strafpunkte.

Viel Zeit zum Vorbereiten blieb den Luckauern dafür nicht. Bis zum Wettbewerb kannten sie den genauen Parcours nicht. Nur ein paar Übungen aus vergangenen Wettbewerben haben sie auf dem Gelände der Straßenmeisterei trainiert. „Im Prinzip kannten wir aber nur das Slalom-Fahren schon. Alles andere war neu“, sagt Mathias Pötsch. Umso mehr profitieren die beiden Straßenmeister von ihrer Erfahrung. Sie arbeiten bei den schlechtesten Straßenbedingungen und sorgen unter anderem im Winter für freie Straßen. Verengte Fahrbahnen, Bordsteinkanten oder schlecht einsehbare Kurven müssen dabei beachtet werden.

Für Mathias Pötsch sind das seit 19 Jahren tägliche Herausforderungen. Sein Kollege Sebastian Tschammer hat in diesem Jahr die Ausbildung beim Landesbetrieb beendet. Gemeinsam sind sie ein eingespieltes Team auf dem Unimog – auch wenn die Straßenmeister im Winterdienst-Alltag in der Regel allein unterwegs sind. Während Mathias Pötsch das Gefährt lenkt, agiert Sebastian Tschammer als Steuermann, behält Schneepflug und Hindernisse im Auge.

Diese Zusammenarbeit wird mit der Silbermedaille der Deutschen Meisterschaft belohnt. Den brandenburgweiten Wettbewerb des Landesbetriebs können die Luckauer sogar gewinnen. Damals trat Mathias Pötsch jedoch mit Marko Haschke an, der aus privaten Gründen nicht an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen konnte. „Wir wollten das einfach mal ausprobieren. Am Ende kann man nur an Erfahrungen gewinnen“, so Mathias Pötsch.

Umso mehr freuen sie sich nun auf die Weltmeisterschaft. Diese wird Mitte Februar im Rahmen des internationalen Weltstraßenkongresses in Danzig ausgetragen. Die besten Schneeschieber der ganzen Welt treten dort gegeneinander an. Die Luckauer sind sich sicher: das wird ein harter Wettkampf. Ihren Vorteil sehen sie darin, dass neben dem Bedienen des Unimogs auch ein Lkw-Parcours absolviert werden muss. Unimogs sind zwar kleiner und wendiger. Doch der Lkw war jahrelang das tägliche Arbeitsgerät von Mathias Pötsch. „Wenn wir es aufs Treppchen schaffen, wäre das ein Traum. So eine Chance hat man vielleicht nur ein Mal im Leben“, sagt Sebastian Tschammer.