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| 01:35 Uhr

Zwei Gießmannsdorfer öffnen ihren Garten

Ursula Knoll und Andreas Hilbig mit Martina und Alfred Dück aus Lübben sowie Anneliese und Olaf Völzke aus Heidesee (v.r.). Foto: Keilbach/bkh1
Ursula Knoll und Andreas Hilbig mit Martina und Alfred Dück aus Lübben sowie Anneliese und Olaf Völzke aus Heidesee (v.r.). Foto: Keilbach/bkh1 FOTO: Keilbach/bkh1
Gießmannsdorf. Weit geöffnet haben Ursula Knoll und Andreas Hilbig am Wochenende das Tor zum ehemaligen Dreiseitenhof in der Gießmannsdorfer Lindenstraße. Erstmals beteiligten sie sich an der inzwischen zehnten Auflage der „Tage der offenen Gärten“, veranstaltet von der Volkshochschule Dahme-Spreewald und dem Naturpark Dahme-Heideseen. Von Birgit Keilbach

Bereits nach den ersten Schritten fällt der Blick des Betrachters auf die gut erhaltene Fachwerkscheune, die das Innere des Hofes zum Garten hin abgrenzt. Davor haben ausgediente Fensterrahmen und eine Tür ihren Platz als Dekoration gefunden. Gefällig gruppieren sich dabei Blumen und kleine Sträucher in Kübeln. Frösche in verschiedenen Ausführungen finden sich im Innenhof, zwei metallene schaukeln im leichten Sommerwind vor dem Terrassenaufgang.

Im Bauerngarten entfalten Sonnenhut, Schmuckkörbchen und andere Sommerblüher ihre Pracht. Dahinter eröffnet sich dem Auge die Weite der Landschaft im parkähnlich gestalteten Teil des Grundstücks. Auf gewundenen Wegen gelangen die Gartentags-Besucher zu den verschiedenen Sitzplätzen auf dem weitläufigen Gelände.

Zarte Töne dringen an ihr Ohr: Der leichte Wind entlockt sie den Glockenspielen im alten Apfelbaum, dessen zwei Stämme bereits vor Jahrzehnten bewusst in ihrem Wachstum gelenkt wurden, so dass sie ein großes Öhr bilden.

"Das ist unser Glockenbaum. Sein Klingen hören wir selbst vorn auf der Terrasse", erzählt Ursula Knoll den Besuchern, die in kleinen Gruppen auf Entdeckungsreise durch den Garten gehen. Vor gut vier Jahren zog das Ehepaar aus Berlin-Lichtenrade nach Gießmannsdorf, "weil wir für den Ruhestand etwas suchten, woran wir gestalten können", ergänzt sie. Zu Beginn hätten auf der großen Wiese nur die alten Obstbäume gestanden, die sie gezielt mit anderen Gehölzen ergänzt hätten. "Wenn wir ein neues Bäumchen haben, dann stelle ich mich als künftiger Baum in den Garten und meine Frau schaut aus jeder Richtung nach dem richtigen Standort", erzählt Andreas Hilbig schmunzelnd. "Wir wollen einen Bauern- und Landschaftsgarten haben, in dem die verschiedenen Blickachsen unbedingt erhalten bleiben sollen", erklärt Ursula Knoll.

"Wir sind ganz neidisch auf die schöne Wiese", gesteht Anneliese Völzke aus der Gemeinde Heidesee bei Königs-Wusterhausen. Besonders gefallen habe ihr die geschwungene Gestaltung der Wege mit dem Rasenmäher, "das wirkt nicht so streng", fügt sie an. "Es ist schon erstaunlich, was man aus so einem alten Grundstück machen kann", ergänzt ihr Mann Olaf. "Jeder Garten ist anders aufgebaut und hat andere Schwerpunkte, doch sie sind alle schön und vielfältig in ihrer Gestaltung", erzählt Sabine Leuthold aus Großröhrsdorf, die bereits zwei weitere Gärten erkundet hat. In ihrer Region gebe es einen solchen Tag offener Gärten nicht und sie habe heute einige Anregungen für den eigenen Garten gefunden, ergänzt Beate Thiele aus Kleinröhrsdorf. "Es ist alles mit viele Liebe gestaltet und beeindruckend, wie viel Zeit und Geld in so manchem Garten steckt", sagt sie. Martina und Alfred Dück aus Lübben kennen schon viele Gärten in der Region und haben sich diesmal in Richtung Luckau begeben. "Wir finden immer wieder Anregungen, und auch der Austausch mit den Gärtnern ist uns wichtig, da bekommt man so manchen Tipp", sagt Alfred Dück. Zudem überlegt das Ehepaar, ob es vielleicht im kommenden Jahr seinen eigenen Garten in Lübben für die Besucher öffnet.