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| 17:56 Uhr

Medizin
Zusammenarbeit der Kliniken nutzt Patienten

Chefarzt Jens Graßmel im Schockraum. Hier ist alles vorbereitet, wenn der Schwerverletzte eintrifft.
Chefarzt Jens Graßmel im Schockraum. Hier ist alles vorbereitet, wenn der Schwerverletzte eintrifft. FOTO: LR / Carmen Berg
Luckau. Traumanetzwerk Brandenburg-Süd hat in Luckau getagt.

Die neuen Rahmenbedingungen, vorgegeben durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Auswertung der im Traumaregister der DGU statistisch zusammengefassten Daten, Beispiele der Patientenversorgung und die Erfassung der Notfalleinsatzdaten im Versorgungsgebiet des Netzwerkes waren die Themen, die die 23 Teilnehmer des Traumanetzwerk-Treffens im Saal kürzlich in Luckau diskutiert haben. 

Eingeladen hatte Jens Graßmel, Chefarzt und Leiter des Lokalen Traumazentrums des Evangelischen Krankenhauses Luckau im Rahmen eines Qualitätszirkels. Das Traumanetzwerk Brandenburg-Süd, zusammengerufen durch den Netzwerkleiter Priv.-Doz. Dr. Andreas Domagk, Chefarzt der Unfallchirurgischen Klinik Cottbus, soll die Versorgungsqualität Schwerverletzter vom Unglücksort bis zur Wiedereingliederung erfassen und verbessern helfen.

Ärztliche Vertreter der teilnehmenden Klinken aus Cottbus, Senftenberg, Lübben, Luckau, Herzberg und Elsterwerda treffen sich mindestens dreimal jährlich zu Datenauswertungen, Festlegungen von Handlungsabläufen und Verbesserungen der Informationswege im Südbrandenburger Raum. Unterstützt werden sie dabei von den ärztlichen Leitern der Rettungsdienste, dem Leiter der Regionalen Leitstelle Lausitz sowie den Ärzten der Rehabilitationskliniken. Die Arbeit des Netzwerkes hat zum Abschluss von Kooperationsverträgen der unterschiedlichen Kliniken und zur Verbesserung der Dateninformationssysteme im Netzwerkgebiet beigetragen.

Durch Dr. Michael Todorovic, Assistenzarzt der Chirurgie im Evangelischen Krankenhaus Luckau, wurden die Behandlungsabläufe an einem konkreten Beispiel vorgestellt und die Auswertungsergebnisse des Traumaregisters 2017 für Luckau präsentiert. Dr. Domagk und Chefarzt Dr. med. Carsten Johl (Spreewaldklink Lübben) stellten ebenfalls ihre Klinikauswertungen zur Diskussion. Die Auswertung der Daten zeigte, dass die Notfallversorgung und die klinischen Behandlungsergebnisse der teilnehmenden Krankenhäuser im deutschlandweiten Vergleich gut abbildbar sind.

Herausgearbeitet wurden auch Besonderheiten wie die etwas längeren präklinischen Einsatzzeiten in der Südbrandenburger Flächenregion. Eine weitere Ausdünnung der Versorgungsstrukturen darf daher nicht zugelassen werden, lautet das Fazit. Der Ausstattung mit hochtechnisierten medizinischen Geräten an den Standorten und der personellen Qualifikation sollten höchste Priorität zukommen. Dies zu kommunizieren, ist auch ein Anliegen der Traumanetzwerker.

Für die nächste Session wurden die Vorbereitung auf die Rezertifizierung des Traumanetzwerkes im nächsten Jahr, die Überarbeitung von Handlungsabläufen bei Massenanfall von Verletzten und Fallvorstellungen vom Ausrücken über Verletztenbergung, Transport in die Kliniken und Koordination von Notfalldiagnostik und -therapie als Themen festgelegt.