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| 17:35 Uhr

Bornsdorf
Von Schleichen und Echsen: „Kuck mal, eine Schlange!“

Zum Welt-Rangertag führte Ulf Bollack ins Bornsdorfer Teichgebiet und erzählte viel Interessantes über die Natur.
Zum Welt-Rangertag führte Ulf Bollack ins Bornsdorfer Teichgebiet und erzählte viel Interessantes über die Natur. FOTO: LR / Naturwacht
Bornsdorf. Große und kleine Naturfreunde gingen zum Welt-Rangertag auf Tour durch die Bornsdorfer Teiche.

Elf Teilnehmer, darunter drei Kinder, aus Beesdau und Bornsdorf haben am Sonntag den World Ranger Day (Welt-Rangertag) genutzt, um eine Führung mit Ulf Bollack als Gebietsleiter der Naturwacht Niederlausitzer Landrücken Fürstlich Drehna mitzumachen. Ziel war es, die Aufgaben der Naturwacht am Beispiel des Bornsdorfer Teichgebiets vorzustellen. Umweltbildung und -beobachtung stellen die Hauptaufgaben der Ranger im Naturpark Niederlausitzer Landrücken dar.

Am Badestrand erläuterte Ulf Bollack die Entstehung der Alten Grube Bornsdorf, geht aus einer Pressemitteilung der Naturwacht hervor. Dabei ging er auf die Ursachen der Versauerung im Jahr 2000 und die im Jahr 2005 erfolgte Neutralisation ein.

Im FFH-Gebiet „Bornsdorfer Teichgebiet“ angekommen, erklärte der Ranger, was unter dem Begriff „Lebensraumtypen“ zu verstehen ist und stellte den „bodensauren Eichenmischwald“ sowie einen „Erlen-Eschenwald“ vor. Gerade als die Besucher erfuhren, dass jeder Mitgliedsstaat der EU verpflichtet sei, die Qualität der Biotope zu erhalten und zu verbessern, rief ein Kind: „Kuck mal, eine Schlange!“

Der Ranger nahm das Tier auf und erklärte, dass die Blindschleiche keine Schlange sei, sondern zur Familie der Schleichen gehört und daher mit den Eidechsen verwandt ist. Die Kinder durften das Tier streicheln: „Wie glatt sie ist!“, hieß es erstaunt.

Am Neuen Teich wurden Methoden zur Erfassung von Vogelarten vorgestellt. Die Gäste freuten sich über die aufsteigende Rohrweihe und erfuhren am Beispiel des Singschwans, dass sich die Verbreitungsgrenzen einiger Vogelarten aufgrund des Klimawandels in Richtung Mitteleuropa verschieben.

Die Tour führte weiter an durch Biberschnitt gefällten Bäumen vorbei. Das Tier muss gar nicht direkt beobachtet werden: Spuren wie Ausstiege, Fährten und Kot verraten seine Anwesenheit.

An einem kleinen Eichenbestand mit fünf Fledermaus-Kästen berichtete der Ranger über die knappen Versteckmöglichkeiten der nächtlichen Jäger und die Vorteile der warmen, wasserdichten Kästen für die Vermehrung.

Am Nachmittag zeigte Ulf Bollack zunächst einen Kurzfilm über die Arbeit der Ranger im Biosphärenreservat Schorfheide und im Naturpark Westhavelland. Der zweite Film war der Arbeit der Ranger auf der ganzen Welt gewidmet. Der für Bollack „schönste Beruf der Welt“ birgt viele Gefahren, ob gelände- oder witterungsbedingt, durch gefährliche Tiere wie Elefanten und Schlangen oder böswillige Menschen wie Wilderer, Schmuggler und Extremisten. Wöchentlich kommen weltweit statistisch gesehen zwei Ranger in Ausübung ihres Berufes ums Leben, die meisten in den Schutzgebieten in Asien und Afrika. Von 2009 bis 2018 verloren 871 Ranger in Ausübung des Dienstes ihr Leben.

Mit ihrer Spende unterstützten die Gäste die „Thin Green Line Foundation“, die Hinterbliebenen hilft sowie die Ausbildung und Ausrüstung von Rangern weltweit organisiert. 60 Euro steckten zum Schluss in der Spenden-Eule.

(red/is)