Zwei Werkbänke, zugeschnittenes Holz, Nägel, Rinde, Dachpappe und Vogelfutter haben den Sportraum der Kita in eine richtige Werkstatt verwandelt. Anfangs wollten die Jungen und Mädchen gar nicht glauben, dass sie selbst Vogelhäuschen bauen können. Aber mit der tatkräftigen Hilfe von Oberförster Detlef Seidlitz wurde das zu einem Kinderspiel.
„Ich will auch mal“ , ruft ganz aufgeregt der kleine Alexander. Detlef Seidlitz gibt dem Steppke den Hammer, um einen Nagel in den Nistkasten zu schlagen. Mit vorgesägten Brettern und einer Haltebox hat er den Bau des Kastens so vorbereitet, dass die Kinder der ältesten Gruppe schon selbst aktiv werden können. Immer der Reihe nach hat jedes der zehn Kinder aus der Gruppe von Sabine Seehaus eine Aktie daran.
Kitachefin Antje Rosemann hatte die Idee einer Mutter aufgenommen und beim Forstamt sofort grünes Licht erhalten. „Die Kinder sollen nicht nur basteln, sondern sich auch im Winter um das Futterhaus im Garten kümmern.“ Nach Ansicht der 37-Jährigen eine gute Gelegenheit, Kinder zu zeigen, dass es außer ihrem Elternhaus und der Kita noch andere wichtige Bereiche gebe und dass sie bereits in der Lage sind, Dinge herzustellen, die Bestand haben.
„Es ist wichtig, dass wir unseren Nachwuchs an den Naturschutz heranführen“ , erklärt Seidlitz gegenüber der RUNDSCHAU. Schließlich lebten die Kinder in einer Region, in der es viel Wald und darin etliche Tiere gebe. Der Oberförster, der in Grund- oder Gesamtschulen mit Kindern Vogelhäuser baut oder bei Walderlebnisspielen als Ansprechpartner zur Verfügung steht, war jetzt erstmals in einer Kita. „Es ist nicht einfach, die Kleinen alle bei der Stange zu halten“ , sagt er nach dem für ihn anstrengenden Vormittag. Aber mit Spielen, bei denen die Kinder Tiere erraten oder Dinge aus dem Wald ertasten sollten, sowie etlichen Schokoladenweihnachtsmännern ging den Kindern die Arbeit gut von der Hand. Schließlich ist das überproportionierte Futterhaus für den Kita-Garten fertig: „Und wenn Schnee liegt, füttern wir dort immer die Vögel“ , sagt die kleine Rica.