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| 17:18 Uhr

1000 Jahre Zützen
Zützener engagieren sich für ihr Dorfjubiläum

Nach dem Festgottesdienst versammelten sich Zützener zur Gedenksteineinweihung. Michael Petschick (l.) sprach zur Siedlungsgeschichte.
Nach dem Festgottesdienst versammelten sich Zützener zur Gedenksteineinweihung. Michael Petschick (l.) sprach zur Siedlungsgeschichte. FOTO: Foto Zahn
Zützen. Golßener Ortsteil ist ins Jubiläumsjahr gestartet. Die Dorfgemeinschaft rückt weiter zusammen. Von Birgit Keilbach

1000 Jahre Siedlungsgeschichte begeht das Dorf Zützen, Ortsteil der Stadt Golßen, in diesem Jahr. Ostermontag gab es mit einem Festgottesdienst in der Kirche den offiziellen Auftakt fürs Jubiläumsjahr. Eingeweiht wurde ein Gedenkstein, auf dem die verschiedenen Erwähnungen mit ihren Jahreszahlen vermerkt sind. „Sciciani 1018“ bedeute, dass die Burganlage auf dem Horstberg in eben diesem Jahr in der Chronik des Bischofs von Thietmar von Merseburg erwähnt worden sei, erläutert Antje Rosemann. 1968 habe in Zützen eine 950-Jahr-Feier stattgefunden. „Darauf beziehen wir uns. Schon seit Jahren wurde immer wieder davon gesprochen, dass es 2018 dann 1000 Jahre sind“, erläutert sie. Ob es sich bei dem Sciciani in besagter Chronik tatsächlich um das heutige Zützen handelt, ist derzeit unter Historikern umstritten. Erste offizielle urkundliche Erwähnung fand Zützen im Jahr 1359 als „Zchuczin“. Das ist in der zweiten Zeile des Gedenksteins zu lesen. Und darunter die heutige Schreibweise „Zützen“ sowie „Zytcen´“ mit der Jahreszahl 2018.

Die Zützener identifizieren sich sehr mit ihrem Dorf und haben schon 2016 mit den Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr begonnen. „Im vergangenen Jahr sind wir dann in die heiße Phase gestartet“, sagt Antje Rosemann. Regelmäßig trafen sich bis zu  20 Einwohner, um die Vorbereitungen in Gang zu bringen. Die Initiatoren Michael Petschick, Bianca Kreutz, Lutz Nather und Christa Schmidt hätten alle Dorfbewohner aktiviert, nach alten Fotos vom Dorf zu suchen. Ein Fotobuch soll daraus entstehen. „Wir haben uns auch überlegt, was wir als kleines Dorf realisieren können.“ Feuerwehr- und Sportverein, der Kita-Förderverein und der Gemeindekirchenrat engagieren sich, die Höhepunkte im Festjahr mitzugestalten. In die Vorbereitungen bringen sich darüber hinaus viele Zützener ein. „Jeder ist mit seinem Beitrag wichtig, ob es der geschmückte Vorgarten ist oder Bänke organisiert und von A nach B transportiert werden“, nennt Antje Rosemann Beispiele. Selbst ist sie für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, pflegt die Jubiläums-Website und hält über Facebook alle auf dem Laufenden. Kurzfristiges werde in der Whatsapp-Gruppe abgesprochen. Wie beispielsweise das Aufstellen des Gedenkstein-Findlings, der übrigens bei Bauarbeiten im Dorf gefunden wurde, also ein „echter Zützener“ ist.

In der Kirche können sich interessierte Besucher über die Stammbäume der früheren Gutsherren-Familien von Droste und Kleist informieren und in die Kirchenchronik blicken. Die Ausstellung entstand unter Federführung von Dagmar Petschick. Bei Lutz Nather laufen alle Fäden für den Festumzug am 8. September zusammen. Dieser Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten soll möglichst auf dem Dorfanger stattfinden, das müsse aber noch abgestimmt werden, blickt Antje Rosemann auf bevorstehende Aufgaben.

Am 14. April wandern die Zützener ab 14 Uhr zum vermutlichen Ursprung ihres Dorfes, dem Horstberg. Dort soll vor 1000 Jahren die Burg gestanden haben, auf einem Luftbild ist das kreisrunde Gebilde noch erkennbar.