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| 01:06 Uhr

Zieckauer Kirche mit frischem Aussehen

Zieckau.. Die kleine Kirche in Zieckau hat schon oft von sich Reden gemacht, zum Beispiel wenn es um die Brandenburgischen Sommerkonzerte ging. Denn der spätmittelalterliche Findlingsbau hat eine gute Akustik und eignet sich hervorragend für musikalische Veranstaltungen. G. Driesen

Optisch musste jedoch noch einiges hergerichtet werden.
Erst in den letzten fünf Jahren konnte aktiv zur Erhaltung des maroden Kirchengebäudes geschritten werden. "Äußerlich ist zur Erhaltung dieser Kirche schon sehr viel getan worden", verweist Lothar Treder-Schmidt auf das Erreichte. Er gehört zum Vorstand des Förderkreises „Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz“ . Dieser Verein kümmert sich um zwölf Kirchen aus fünf Gemeinden. Die Mitglieder unterstützen die kleinen Kirchengemeinden bei der Sicherung, Erhaltung und Sanierung der historischen Bauwerke.
Bei der Kirche in Zieckau war die Dachsanierung am dringendsten, um die Holzkonstruktion der Decken vor dem weiteren Verfall zu retten. Die Fenster wurden erneuert und eine neue Dachrinne schützt das Fachwerk nun vor Regenwasser. "Es ist schon viel Arbeit in dieses Gebäude aus dem 13. oder 14. Jahrhundert geflossen. Die einsturzgefährdete Winterkirche ist wieder toll hergerichtet worden. Sie hat Heizung und eine neu bezogene Bestuhlung erhalten", zählt Treder-Schmidt nur einige der vollbrachten Arbeiten auf.
Nun waren Verschönerungsarbeiten im Innenraum sehr dringend, die durch Spenden und Gelder der Kommune finanziert werden. Der Denkmalschutz gab grünes Licht. Bei den Arbeiten wurde sich auch genau nach den Anweisungen und Vorgaben gerichtet. Der Malermeister Andreas Hedel aus Langengrassau hat auch Restaurateur gelernt. So war es nahe liegend, ihn mit der kniffligen Aufgabe des Wandanstrichs zu betrauen. Seit den fünfziger Jahren war farblich nichts mehr geschehen. Davon zeugten die Wasserflecken und die starke Verschmutzung der Wände. "Unter dem Anstrich verbergen sich noch historische Zeichnungen, die durch ein Übermalen nicht zerstört werden dürfen", weiß Andreas Hedel um die Schwierigkeit seiner Arbeit. So musste erst einmal der Untergrund gesichert werden. Darüber wurde ein weißer Anstrich mit Leimfarbe aufgetragen. "Diese lässt sich bei Bedarf wieder leicht und problemlos abw aschen, ohne die darunter befindlichen Malereien zu beschädigen", so der Malermeister. Er verglich es mit dem Schminken, da werden auch nur die Schönheitsfehler optisch kaschiert, die Falten bleiben trotzdem.
Einige Bilder, Familienwappen und die Schrift über dem Eingang sind im Originalzustand erhalten. Hier hat in den fünfziger Jahren ein Maler seine Handschrift hinterlassen. "Wenn einmal Gelder für eine grundlegende Sanierung vorhanden sind, werden auch diese Details einen neuen, originalgetreuen Farbanstrich erhalten", ist sich Hedel sicher.
Dank der schnellen und gründlichen Arbeit des Malermeisters, konnten die zwei Hochzeiten im August in einer im frischen Kleid erstrahlenden Kirche gefeiert werden. Demnächst sind wieder einige Konzerte geplant, unter anderem mit jiddischer Musik.
Die Einrichtung der Kirche stammt aus dem Heiligen Geist Spital in Luckau und ersetzte die 1945 von den russischen Soldaten völlig zerstörte Be stuhlung. Die barocke Ausstattung stammt aus dem Jahre 1827 und wurde Anfang der fünfziger Jahre eingebaut.
"Als nächste große Aufgabe wird die Restauration der Orgel aus dem Jahre 1842 in Angriff genommen", erläutert Lothar Treder-Schmidt. Die Familie Schrödter aus der Region, erfahrene Instrumentenbauer, werden sich dieser historisch wertvollen Orgel annehmen. Von den 30 000 Euro veranschlagten Kosten sind durch Spenden ein drittel der Summe beisammen. So können die ersten Restaurierungsarbeiten an diesem Instrument schon beginnen.