ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:23 Uhr

Für Historienfreunde
Anschauliche Zeitreise durch Heideblicks Dörfer

Ein Teil des Autorenreams des druckfrischen Bildbandes über die Dörfer der Gemeinde Heideblick.
Ein Teil des Autorenreams des druckfrischen Bildbandes über die Dörfer der Gemeinde Heideblick. FOTO: Birgit Keilbach
Langengrassau. Bildband präsentiert Menschen, Traditionen und Besonderheiten aus den 14 Ortsteilen der Gemeinde Von Birgit Keilbach

Zwei Jahre Sammeln, Auswählen, Ordnen und Abstimmen liegen hinter Verwaltungsmitarbeiterin  Brigitte Neumann und dem 19-köpfigen Autorenteam aus den Ortsteilen der Gemeinde. Jetzt liegt das aussagekräftige Ergebnis vor. Ein 180 Seiten umfassender Bildband, der Geschichte und Geschichten aus dem Leben der Menschen in den Dörfern erzählt. Zahlreiche Einwohner kramten dafür in Fotoalben, in Orts- und Schulchroniken und stellten ihre Schätze leihweise zur Verfügung.

Viele Heideblicker werden sich oder ihre Vorfahren beim Blättern im Bildband entdecken, als Kindergarten- oder Schulkind, als Mitglied der Feuerwehr, Chorsänger, Musiker, Sportler oder bei Aktivitäten in ihrem Verein.

„Wir danken allen, die uns mit ihren Bildern und ihrer Mitarbeit unterstützten. Wir haben uns bemüht, dass sich jeder Ort der Gemeinde mit seinen Besonderheiten wiederfindet“, sagt Brigitte Neumann. Der historische Streifzug durch die Dörfer ist nach fünf thematischen Schwerpunkten geordnet: Kindergärten, Schulen und ihre Klassen bilden den ersten. Herausgestellt hat sich laut Brigitte Neumann dabei, dass es in allen Dörfern außer Riedebeck einst eine Schule gab. Die älteste wurde 1784 in Langengrassau eröffnet. „Sie befand sich in der Dorfstraße in Richtung Uckro, gegenüber der Kirche“, erläutert Monika Raabe. Sie wirkte in der Arbeitsgruppe Kitas und Schulen mit.

 Vierteljährlich trafen sie sich. „Wir mussten erst die grobe Struktur festlegen, dann das Material sichten und danach auswählen, weil der Platz begrenzt war“, erzählt die Langengrassauerin. Diese Schritte gingen auch die Mitglieder der anderen Arbeitsgruppen. Sie befassten sich mit den Gehöften, Kirchen, Bahnhöfen und weiteren Gebäuden, der Entwicklung der Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe sowie dem dörflichen Leben in allen Orts- und Gemeindeteilen. Für jedes Thema habe der Verlag eine entsprechende Seitenzahl vorgegeben. „140 Seiten sollten es werden, und die Entscheidungen, was ins Buch kommt, waren nicht leicht. Als alles zusammengestellt war, kamen wir auf 180 Seiten“, verdeutlicht Brigitte Neumann den Prozess. Auf die eigentlich noch geplante Darstellung der vielfältigen Postkarten aus den Dörfern musste aus Platzgründen verzichtet werden. Einige wurden an passenden Stellen integriert.

Der Blick in Heideblicks Geschichte dokumentiert nicht nur für Einheimische interessante Details. Zum Beispiel, dass der Beesdauer Johann Gottlieb Koppe (1782-1863) einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung der Landwirtschaftswissenschaften in Deutschland  hatte und dafür sogar die Ehrendoktorwürde erhielt. Marga von Etzdorf, zweite deutsche Pilotin mit eigenem Flugzeug, verbrachte die Sommer ihrer Kindheit in Gehren. Viele weitere Details findet der Leser in diesem Buch, darunter ein Kinderfestlied und eine Anekdote über den Besuch beim Advokaten in einst üblicher Mundart.

Vor wenigen Tagen hielten die Mitglieder des Autorenteams das druckfrische Exemplar in den Händen. „Es war gar nicht so leicht, historische Fotos aus dem Dorf zusammenzutragen“, sagt die Weißackerin Ingrid Mattuschka, doch es habe sich gelohnt. „Nach den ersten Sitzungen hätte ich nicht gedacht, dass es noch etwas wird. Nun ist es doch ein schöner Überblick geworden“, schätzt Bernd Adler aus Goßmar ein. Der Schwarzenburgerin Karola Wilde gefällt am Ergebnis vor allem „die Vielfalt der Bilder. Und es ist nicht so textlastig. Viele werden sich darin wiederfinden“, ist sie sich sicher. Ein schönes Geschenk für viele Anlässe, sind sich die Autoren einig.

Der Bildband ist in der Gemeindeverwaltung in Heideblick zum Preis von 22 Euro erhältlich.