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Zahlt Heideblick 812 000 Euro?

Der Bahnübergang am Ortsausgang Pitschen-Pickel.
Der Bahnübergang am Ortsausgang Pitschen-Pickel. FOTO: Keilbach (bkh1)
Langengrassau. Auf der Bahnstrecke zwischen Dresden und Berlin sollen Züge bald mit Tempo 200 fahren. Auch die Gemeinde Heideblick soll für den Ausbau zahlen. Der ebenerdige Bahnübergang in Pitschen-Pickel muss umgebaut werden. Ausführlich wurde dies im Hauptausschuss diskutiert. Nach jetzigem Stand soll sich die Gemeinde mit 812 000 Euro beteiligen. Von Birgit Keilbach

Bei der Finanzierung des Bauvorhabens muss sich die Gemeinde Heideblick mit einem Drittel an den Baukosten beteiligen. Die anderen zwei Drittel werden entsprechend dem Eisenbahnkreuzungsgesetz jeweils von Bund und Bahn getragen.

Der Abschluss der Kreuzungsvereinbarung sei notwendig, damit der Bund seinen Anteil an der Finanzierung bereitstellt, erläuterte Projektingenieur Guntram Rönsch von der Projektbau GmbH der DB Netz AG. Auch die Gemeinde benötige eine abgeschlossene Vereinbarung, damit sie die Fördermittel für dieses Vorhaben erhalte. Die Anträge für die 75-prozentige Förderung entsprechend dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sind laut Kämmerer Frank Deutschmann bereits gestellt. Festgeschrieben wird in der Vereinbarung, dass der Bau erst beginnt, wenn die Finanzierung steht.

Notwendig ist die Brücke, weil mit der geplanten Erhöhung der Geschwindigkeit auf 200 km/h auf der Bahnstrecke Berlin-Dresden keine Straßen mehr auf gleicher Höhe die Bahngleise kreuzen dürfen. Der bestehende Bahnübergang soll künftig durch eine Überführung ersetzt werden. Dieser Lösung hat die Gemeindevertretung zugestimmt, weil sonst insbesondere der Agrargenossenschaft Uckro enorme Mehrkosten durch deutlich längere Fahrwege zu den bewirtschafteten Flächen entstehen, bestätigte der Vorsitzende Norbert Zittlau den Gemeindevertretern nochmals.

Die jetzt geplante Überführung weiche von der bisherigen Straßenführung deutlich ab und berühre Privatgrundstücke, stellte die Ortsvorsteherin von Pitschen-Pickel, Renate Kalweit, fest. "Wann wird mit den Eigentümern gesprochen?", fragte sie. Würde die Überführung an der Stelle des Bahnübergangs gebaut, entstünden Mehrkosten in Höhe von rund 500 000 Euro, antwortete der Projektingenieur. Grund sei die Versetzung von sechs Masten der Fahrleitungsanlage. Daher sei die Brücke um 40 Meter nach Süden verschoben worden, die Planung laufe noch. Die Einwohner würden mit Beginn des Planfeststellungsverfahrens beteiligt, ergänzte er. Für mögliche Beschädigungen der Straßen durch die Baustelle sowie von Gebäuden durch Rammarbeiten werde die Bahn den Vorzustand aufnehmen. Nach Abschluss der Arbeiten wird er wieder hergestellt oder Schadensersatz geleistet, informierte Guntram Rönsch. Bestandteil dieses Verfahrens seien auch Lärmschutzmaßnahmen. Nachtfahrten der Baulaster werde es nicht geben, versicherte er. Noch nicht geklärt sei, ob die Strecke für den Ausbau voll gesperrt wird und die Über- und Unterführungen gleichzeitig gebaut werden.

Als Alternative zur Kostenersparnis für die Gemeinde bliebe nur eine ersatzlose Schließung des Bahnübergangs, erklärte der Bahn-Vertreter dem Hauptausschuss. Diese Kosten würden sich auf 80 000 bis 120 000 Euro belaufen, die auch zu je einem Drittel von Bahn, Bund und Gemeinde zu tragen wären.