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| 16:56 Uhr

Gegen das Gaststättensterben
Neues Leben für Deutsches Haus

Wolfgang Klöss will in der kommenden Woche das Deutsche Haus in Gießmannsdorf nach mehreren Jahren Schließung wieder eröffnen.
Wolfgang Klöss will in der kommenden Woche das Deutsche Haus in Gießmannsdorf nach mehreren Jahren Schließung wieder eröffnen. FOTO: LR / Anja Brautschek
Gießmannsdorf. Wolfgang Klöss öffnet Gießmannsdorfer Gasthaus. Der Stuttgarter trat schon in so mancher TV-Show auf. Von Anja Brautschek

Noch sieht das ehemalige Deutsche Haus in Gießmannsdorf nach einer Baustelle aus. Im großen Saal stapeln sich Mobiliar und Kücheninventar. Der Tresen fehlt und in der Küche muss noch Hand angelegt werden. Doch Wolfgang Klöss krempelt die Ärmel hoch und arbeitet Tag und Nacht. Denn schon am kommenden Wochenende, 10. November, feiert der neue Inhaber Eröffnung.

Geplant hat er für das Gießmannsdorfer Gasthaus ein besonderes Konzept: Traditionelle Gastwirtschaft trifft auf innovative Ideen. Der 31-Jährige sieht darin ein Tanzcafé mit jeder Menge Live-Musik. „Ich möchte nicht nur das regionale, sondern insbesondere auch das überregionale Publikum ansprechen“, sagt Wolfgang Klöss. Erfahrungen für die Organsation solcher Veranstaltungen bringt er mit. Denn Klöss ist ein beruflicher Tausendsassa. Seit zehn Jahren ist er selbstständig. Er hat viele Jahre in der Sicherheitsbranche gearbeitet und dabei unter anderem an Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest in München oder Messen mitgewirkt. In den vergangenen Jahren hat sich der gebürtige Stuttgarter jedoch zunehmend der Gastronomie gewidmet. Auch in Fernsehshows wie die „Kochprofis“ oder „Das perfekte Dinner“ waren seine Kochqualitäten bereits zu sehen. Im November startet eine neue Backshow auf RTL – dort ist er ebenfalls mit dabei. „Ich wollte früher immer Koch werden, doch meine Eltern wollten das nicht. Alles, was ich kann, habe ich mir selbst beigebracht“, sagt er. Vom Abräumer bis zum Koch habe er dabei bereits alle gastronomischen Berufe mitgemacht. Bis zu seinem Umzug nach Gießmannsdorf hat er zwei Lokale in Stuttgart geführt.

Mit der Geburt seiner Tochter Charlotte wollte Wolfgang Klöss beruflich jedoch kürzertreten. „Das war ein Wendepunkt für mich. Unsere Tochter sollte auf dem Land groß werden. Daher haben meine Partnerin und ich uns in ihre Heimat orientiert“,sagt er. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe stießen sie auf das Deutsche Haus. „Es hat mir auf Anhieb hier gefallen“, sagt er. In nur einem Jahr hat Wolfgang Klöss die Gaststätte umgebaut. Rund 140 000 Euro habe er dafür investiert. Der traditionelle Charme geht jedoch nicht verloren. Im Tanzsaal sind die Stuckverzierungen geblieben. Auch alte Jagdtrophäen zieren die Wände.

Besonders überrascht war Wolfgang Klöss von der Herzlichkeit der Gießmannsdorfer. Die Mitglieder des Sportvereins packen regelmäßig tatkräftig mit an. Auch andere Einwohner und selbst gastronomische Kollegen aus Luckau oder Heideblick helfen mit. „Ich wurde hier richtig gut aufgenommen, Das habe ich nicht erwartet“, sagt er. Er selbst will sich ebenfalls in die Gemeinschaft integrieren. Daher ist er bereits Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gießmannsdorf und hat beim Dorffest im Sommer mitgeholfen. Auch den Martinsumzug der Kita, in der auch seine zweieinhalbjährige Charlotte geht, organisiert er erstmals.

Was er kulinarisch im Deutschen Haus zaubern wird, will der studierte Eventmanager noch nicht verraten. „Ich möchte aber aus der Masse hervorstechen“, verrät der Stuttgarter. So könnte es demnächst vielleicht eine Böhse-Onkelz-Party oder ein Mittelalter-Mahl in Gießmannsdorf geben. Wolfgang Klöss steckt voller Ideen. Einen ersten Eindruck von seinen gastronomischen Fähigkeiten gibt er am 10. November zu seiner Eröffnung. Die Resonanz sei schon jetzt groß. Mehr als 90 Reservierungen gebe es bereits. Bei Sekt und kalten Häppchen werden der Gießmannsdorfer Posaunenchor und die Band Eßfeld auf die neue Tanzfläche locken.