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| 02:48 Uhr

Wölfe reduzieren Wildbestand

Roland Sandmann aus Werchau und Mario Regel aus Herzberg (v.r.) haben die Details der mit einer Goldmedaille prämierten Trophäe auf die Bühne gebracht.
Roland Sandmann aus Werchau und Mario Regel aus Herzberg (v.r.) haben die Details der mit einer Goldmedaille prämierten Trophäe auf die Bühne gebracht. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Gehren. Licht und Schatten in der Entwicklung des Wildbestandes hat die Trophäenschau im Gehrener "Lindenkrug" veranschaulicht. Imposanteste Wildart in den 72 Jagdrevieren zwischen Luckau, Herzberg, Dahme und Sonnewalde sei das Rotwild. B. Keilbach/bkh1

"Die Trophäen zeigen, dass es immer stärker wird", stellte der Hohenbuckoer Willy Schmidt fest, der seit 1965 Geweihe erlegter Tiere bewertet.

Das Futterangebot im Wald und auf den Feldern der Umgebung habe sich verbessert, das sei der entscheidende Grund dafür. Dennoch sei die diesmal mit einer Goldmedaille prämierte Trophäe eine Ausnahme. Der kapitale Hirsch mit einem Geweihgewicht von zehn Kilogramm und einer Stangenlänge von 1,20 Meter sei im Revier um Walddrehna erlegt worden. "Solch ein Tier hatten wir hier noch nicht", sagte Willy Schmidt.

Dem gegenüber steht ein Rückgang des Tierbestandes bei allen Schalenwildarten außer den Wildschweinen. Das wurde aus der Bilanz des Jagdjahres durch den Vorsitzenden der Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide, Frank Mittag, deutlich. Am stärksten ist demnach der Rückgang beim Muffelwild. Nur noch 71 Tiere wurden im Jagdjahr 2013/14 erlegt. "Es ist abzusehen, dass es in einem bis zwei Jahren ganz verschwunden sein wird", stellte Frank Mittag fest. Auch beim Rehwild (1126 Tiere erlegt) und in geringerem Maße auch beim Rotwild (357 Tiere erlegt) gehe der Bestand zurück. Ursache dafür sei das inzwischen in der Rochauer Heide heimische Wolfsrudel, dessen Aktivitäten die Jäger mit wachsender Sorge verfolgen. Bis zu sechs Tiere zählten sie bei ihren Sichtungen. Deutliches Zeichen für die stabile Ansiedlung seien die von den Mitgliedern der Hegegemeinschaft dokumentierten 62 Wolfsrisse von Wildtieren, die Frank Mittag auf zehn Prozent der tatsächlich von den Wölfen erbeuteten Tiere schätzte. "Hochgerechnet ergibt das rund 600 Stück Wild im Jahr, was der Zahl entspricht, die von den Wissenschaftlern als Bedarf für ein Wolfsrudel ausgewiesen wird." Für die Hegegemeinschaft sei das genau die Strecke erlegter Tiere, die in diesem Jahr fehle, so Frank Mittag.