Die Ausstellung solle neugierig machen auf einen Region des Kreises, die die meisten Dahmenser eher vom Hörensagen oder von einer schnellen Durchfahrt Richtung Berlin kennen, sagt Museumsleiter Tilo Wolf. Zusammengetragen hat sie der Rangsdorfer Heimatforscher Dr. Siegfried Wietstruk, mit dem Tilo Wolf über die Arbeitsgemeinschaft der Museen Teltow-Flämings in Kontakt kam.
Aus Schrift- und Fotodokumenten kann der Besucher erfahren, wie das einstmals kleine Dorf in der Nähe Berlins, das 1925 rund 450 Einwohner zählte, zur „Boom-Town“ wurde. Anfang der 20er Jahre begann am Rangs dorfer See der Badebetrieb. Den eigentlichen Wendepunkt gab es jedoch, als Ende der 20er Jahre das Rangsdorfer Rittergut verkauft wurde und man seine Flächen parzellierte. Die Berliner eroberten fortan die grüne Idylle als Laubenpieper und Ausflügler. „60 000 Badegäste“ , vermeldete „Das Seebad“ , eines von damals vielen lokalen Blättchen, am 1. August 1934. Fotos illustrieren, wie sich Oma in ihrer Jugend im züchtigen Einteiler im Strandkorb aalte.
Ausflugslokale schossen wie Pilze aus dem Boden. 1930 war das Seebad-Casino eröffnet worden, in dem noch zu DDR-Zeiten zahlreiche Veranstaltungen stattfanden. 1998 war es nach einigen Jahren Leerstand bis auf die Grundmauern abgebrannt und wurde im Jahr 2000 neu eröffnet. Auch viele Häuser wurden seit 1990 saniert, und neue entstanden. Rangsdorf sei heute eine Wohnstadt für Menschen, die im Umland und in Berlin ihre Arbeit haben, so Dr. Siegfried Wietstruk.

Die Luftfahrtgeschichte
Ein wichtiger Teil der Schau ist dem Flugplatz und dem Bücker-Flugzeugwerk gewidmet. 1935 hatte mit Blick auf die Olympiade in Berlin der Bau des Rangsdorfer Sportflugplatzes begonnen. Promis wie Heinz Rühmann und die damals ganz junge Beate Uhse gingen von hier aus in die Luft. Aber auch Stauffenberg sei von Rangsdorf aus gestartet, um am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler zu verüben, weiß Tilo Wolf zu berichten.
Der Flugplatz wurde auch Werksflughafen des Bücker-Werkes, in dem Schulflugzeuge gebaut wurden. 1945 übernahmen die Sowjets die luftfahrttechnischen Einrichtungen und unterhielten beinahe 50 Jahre lang in Rangsdorf zwei Luftwaffen-Garnisonen: eine Instandsetzungseinheit und ein Nachrichtenregiment. Verschiedenste Flugzeugmodelle werden im Dahmer Museum präsentiert. „Alles Flugzeuge, die entweder in Rangsdorf gebaut wurden oder von hier starteten und landeten“ , sagt Tilo Wolf.

Historie und Technik
Mit dieser Kombination aus Heimathistorie und Technik sei die Ausstellung interessant für die ganze Familie, ist der Museumsleiter überzeugt. „Vielleicht bekommt ja mancher dadurch Lust, mal einen Ausflug in den Nordkreis zu unternehmen.“ Noch mehr, zum Beispiel über das Bücker-Werk, sei dort im Museum am Rangsdorfer See, gleich neben dem Seebad-Casino zu sehen.

Info zum Thema
Die Öffnungszeiten

 Vom 7. bis 11. Juli ist die Schau montags, dienstags, mittwochs und freitags von 12 bis 17 Uhr über die Touristinformation, Töpferstraße 17, zu besichtigen. In der Woche vom 14. bis 18. Juli ist dienstags bis freitags von 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr geöffnet. Öffnungszeiten an den Wochenenden: sonnabends von 10 bis 14 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr.