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Wissen und das richtige Gefühl

Fingerspitzengefühl war gefragt, als die Vertreter der Wettbewerbsorte mit verbundenen Augen das Fell von Fuchs, Marder (Foto) und Dachs streicheln konnten und dann das richtige Tier erkennen mussten.
Fingerspitzengefühl war gefragt, als die Vertreter der Wettbewerbsorte mit verbundenen Augen das Fell von Fuchs, Marder (Foto) und Dachs streicheln konnten und dann das richtige Tier erkennen mussten. FOTO: B. Keilbach/bkh1
Wanninchen. Bis zum Schluss blieb es spannend. Denn nach den Wissensrunden und dem Fühlen verschiedener Tierfelle, dem Riechen an Kräutern und dem Schmecken von Wildfrüchten lagen drei der sechs beteiligten Orte gleichauf. Birgit Keilbach / bkh1

Dann gab Erlebnispädagoge Michael Hauptvogel das Ergebnis der Besucherstimmen für die im Vorfeld des Naturparkfestes gestalteten Ortsschilder bekannt. 55 Maiskörner hatten sich in der Büchse für Beesdau angesammelt. Riesenjubel. Beesdau hatte es auf den ersten Platz geschafft.

Naturparkleiter Udo List überreichte die Urkunde und 200 Euro Preisgeld. Das werde für Unternehmungen mit den Kindern des Heideblick-Dorfes verwendet, stand nach kurzer Beratung der Akteure fest. Goßmar und Babben belegten die folgenden Plätze und erhielten 120 sowie 80 Euro für Aktivitäten ihrer Dorfgemeinschaften. Auch Crinitz, Schlabendorf und Görlsdorf gingen nicht leer aus. Sie können sich auf einen Film von Heinz Sielmann oder einen Vortrag über den Naturpark freuen, wie Ralf Donat, Projektleiter der Heinz-Sielmann-Stiftung bekannt gab.

Gemeinsam mit Naturparkleiter Udo List hatte er die Besucher des Naturparkfestes im Natur-Erlebniszentrum der Stiftung, das zugleich Besucherzentrum des Naturparks ist, am Samstagnachmittag begrüßt. Unter ihnen auch eine Reihe von Spendern. "Sie haben es erst möglich gemacht, dass die Stiftung rund 3000 Hektar Fläche für den Naturschutz kaufen konnte", betonte Ralf Donat. Udo List machte darauf aufmerksam, dass es vor allem die vielen lokalen Akteure aus den vier Landkreisen und Kommunen im Naturpark sind, die diese Idee mit Leben erfüllen.

Eine ganze Reihe davon gestaltete auch das Jubiläumsfest mit. Infostände mit Erlebnischarakter hatten unter anderem die Heimatvereine aus Goßmar, Fürstlich Drehna, Görlsdorf und Babben aufgebaut. Die Landfrauen aus Beesdau und Schlabendorf sorgten für kulinarische Genüsse, ebenso die Schlabendorfer Feuerwehr. Der Förderverein des Naturparks lud zum Erntedankfest auf dem Höllberghof am 3. Oktober ein. Bei den Naturwacht-Rangern konnten Besucher ihr Wissen über die Arten des Jahres testen. Der Förderverein Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz veranschaulichte, wie die zahlreichen Feldsteinkirchen im Naturpark wieder in neuem Glanz erstrahlen. Das vielfältige Angebot nutzten die Besucher zum Fachsimpeln und Erfahrungsaustausch. Beispielsweise über den sorgsamen Umgang mit Hornissen- und Wespennestern oder die erfolgreiche Wiederansiedlung der Auerhühner. Bis zu 80 Tiere seien in den Wäldern inzwischen zu entdecken, informierte Alexander Zimmermann vom Förderverein des Nachbar-Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft. Christin Lungwitz Francia aus Görlsdorf fand den Brennessel-Stand interessant, "denn hier habe ich viel über den Unterschied der männlichen und weiblichen Pflanzen erfahren." Tochter Skylar gefiel das Spielangebot des Vereins Pro Goßmar. Ardo Brückner vom Kultur- und Heimatverein Fürstlich Drehna freute sich "über viele sehr interessierte Besucher, die sich über unsere Bockwindmühle informierten."

Das Naturparkfest sei ein sehr schöner Gedanke, "alles ist so liebevoll gestaltet", schwärmte Heidrun Krüger aus Crinitz. Ein direkt vor der Haustür liegendes Kleinod sei das Erlebniszentrum, ergänzte Elvira Mader.