ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:41 Uhr

Landrat auf Stippvisite in Langengrassau
Gute Adresse für junge Fachkräfte

Manfred Kühne erklärt Landrat Stephan Loge, Bürgermeister Frank Deutschmann und Wirtschaftsförderungs-Chef Gerhard Janßen (v.r.n.l.) die moderne Technik von Mähdreschern
Manfred Kühne erklärt Landrat Stephan Loge, Bürgermeister Frank Deutschmann und Wirtschaftsförderungs-Chef Gerhard Janßen (v.r.n.l.) die moderne Technik von Mähdreschern FOTO: LR / Anja Brautschek
Langengrassau. Technische Werkstätten Langengrassau legen Fokus auf Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Von Anja Brautschek

Ohne Laptop geht in der Werkstatt der Technischen Werkstätten Langengrassau GmbH (TWL) nichts mehr. Wenn Mähdrescher, Traktor oder Melkmaschine einen Fehler aufweisen, wird zuerst das Diagnose-Gerät angeschlossen. Denn Landmaschinen sind heute hochmodern und über Drahtlos-Systeme vernetzt. Landwirtschaft 2.0 sozusagen. „Wenn ein Traktor in Guben kaputt geht, dann können wir hier in Langengrassau den Fehler auslesen“, nennt Manfred Kühne ein Beispiel. Er hat den Betrieb 1990 gegründet. Heute wird das Unternehmen von Sohn Roberto Kühne geleitet. LDS-Landrat Stephan Loge (SPD) und Gerhard Janßen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, haben gemeinsam mit Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann das Langengrassauer Unternehmen besucht.

Vor allem in Nachwuchs-Fachkräfte investiert das Unternehmen. Drei bis vier Lehrlinge werden jedes Jahr eingestellt. Für das neue Ausbildungsjahr sind bereits zwei neue Azubis gefunden. Viele bleiben nach der Lehre, so Manfred Kühne. Mit regelmäßigen Schulungen und Fortbildungen können sie sich dort in ihrem Beruf weiter qualifizieren. Bei der rasanten Entwicklung der Technik sei das auch notwendig, so Kühne. Mitarbeiter erhalten außerdem die Möglichkeit, sogar in Australien, in einer Partner-Werkstatt des Landmaschinenherstellers Claas, ihren Erfahrungsschatz zu erweitern. Das ist eine einmalige Gelegenheit, fremde Kulturen und Arbeitsweisen kennenzulernen. Das scheint insbesondere bei jungen Leuten gut anzukommen.

In der Werkstatt – personell der größte Bereich des Unternehmens – ist der Altersdurchschnitt vergleichsweise niedrig. „Die Mitarbeiter in der Werkstatt sind im Durchschnitt 35 Jahre“, sagt er. Bei vielen habe schon der Vater im Betrieb gearbeitet. „Das spricht für das Unternehmen und ist etwas, was sich viele wünschen“, betont Landrat Stephan Loge. Um auch künftig ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, soll das Arbeitsumfeld weiter modernisiert werden. Noch in diesem Jahr wird der Sozialtrakt der Werkstatt um- und ausgebaut. Dann gibt es sowohl für Mitarbeiter als auch Kunden künftig mehr Platz. Rund 350 000 Euro will die TWL dafür investieren.

Denn in den Räumen des Unternehmens war schon zu DDR-Zeiten das volkseigene Gut für Pflanzenproduktion untergebracht. Nach dessen Ende gründete Manfred Kühne dier TWL und kaufte die Immobilien von der Treuhand ab. Auch 20 Mitarbeiter hat er übernommen. Heute arbeiten rund 80 Mitarbeiter dort – die Tochterfirma Tief- und Leitungsbau Walddrehna miteingenommen.

Torsten Große (r.) erklärt den Gästen die Wärmetauscher-Technik.
Torsten Große (r.) erklärt den Gästen die Wärmetauscher-Technik. FOTO: LR / Anja Brautschek

Schon frühzeitig hat sich das Unternehmen breit aufgestellt. Die Leistungen erstrecken sich im Wesentlichen auf drei Säulen: Landtechnikhandel, Innenwirtschaft und Stahlbau. Die Mitarbeiter betreuen dabei ein großes Gebiet. Kunden von Guben bis Frankfurt (Oder) zählen dazu. Selbst international waren die Technischen Werkstätten Langengrassau bereits  tätig – vor allem durch das Fertigen von Wärmetauschern. Derzeit beteiligt sich das Unternehmen in diesem Bereich an einem Forschungsprojekt mit der BTU Cottbus-Senftenberg. Mitarbeiter Peter Seide unterstützt in erster Linie die Universität bei der Untersuchung, inwiefern Leichtbaustoffe für Wärmetechnik genutzt werden können. Es ist ein Projekt, dass weitere Innovationen schaffen könnte. Und für die TWL ist es ein weiterer Schritt Richtung Zukunft.