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Windräder
Neue Pläne für "Dubener Platte"

Der Windpark "Dubener Platte" aus Blickrichtung Schiebsdorf: Laut einem Entwurf sollen 19 alte Anlagen nach Ablauf der EEG-Förderung 2023 abgebaut werden. Dafür wollen die Planer 17 neue Windräder errichten.
Der Windpark "Dubener Platte" aus Blickrichtung Schiebsdorf: Laut einem Entwurf sollen 19 alte Anlagen nach Ablauf der EEG-Förderung 2023 abgebaut werden. Dafür wollen die Planer 17 neue Windräder errichten. FOTO: Friedrich
Reichwalde/Niewitz. Nach längerer Zeit des Stillstands kommt wieder Bewegung in die Weiterentwicklung des Windparks "Dubener Platte". Das Unternehmen UKA (Umweltgerechte Kraftanlagen) aus Cottbus will gemeinsam mit dem bisherigen Betreiber "Das grüne Emissionshaus" Teile des Parks modernisieren. Daniel Friedrich

In den Entwurfsplanungen, die in dieser Woche den Ortsbeiräten von Reichwalde, Freiwalde und Niewitz vorgestellt wurden, ist ein sogenanntes "Repowering" vorgesehen. Das bedeutet, dass weniger rentable Altanlagen abgebaut und durch moderne, leistungsfähigere Windräder ersetzt werden. Ursprüngliche Pläne, einzelne Baulücken durch neue Windräder aufzufüllen, sind damit erst einmal vom Tisch.

Konkret geht es den Entwürfen zufolge um den nördlichen Teil des Windparks. Betroffen sind die Gemarkungen Schiebsdorf, Bersteland und Duben. In zwei Stufen sollen 19 bestehende Anlagen zurückgebaut und 17 neue Windräder errichtet werden. Da die Flurstrukturen auf dem Gelände sehr kleinteilig sind, soll für die Ausschüttung der Erträge ein Pool gebildet werden, an dem sich jeder Eigentümer beteiligen kann. 30 Prozent des Ausschüttungsbetrags gehen demnach an die Flächenbesitzer, auf deren Grund die Anlagen stehen. 70 Prozent wandern in den Pool, der anteilig an alle Grundstückseigentümer, die durch den B-Plan betroffen sind, auszahlt. "Auf diese Weise sollen alle Beteiligten von der Windkraftnutzung profitieren", so Steffen Noack-Laderick von der UKA.

Die neuen Windräder kommen mit einem Rotordurchmesser von bis zu 150 Metern auf eine Gesamthöhe von 240 Meter und wären damit deutlich größer als ihre Vorgänger. Dagegen regt sich unter den Gemeindevertretern Widerstand. Sie drängen auf eine Nachtabschaltung der roten Warnlichter, sonst würden sie den neuen Bebauungsplänen nicht zustimmen. "Durch den Einbau eines Radarsystems ist es technisch möglich, die Lichter nur im Falle eines nahenden Flugzeuges einzuschalten, um es zu warnen", meint Manfred Mietusch, Ortsvorsteher von Niewitz. Die Technologie sei jedoch kostspielig, ihr Einbau nur bedingt wirtschaftlich vertretbar, argumentierten die anwesenden UKA-Planer. Zudem liege die nächste Wohnbebauung mit zwei Kilometern Abstand weit über der gesetzlich vorgeschriebenen Entfernung.

Um die neuen Entwurfsplanungen zu realisieren, müsste der Bauplan verändert werden. Ragnar Schulz von UKA betont, dass der räumliche Geltungsbereich des Windparks nicht verändert würde: "Die Grenzen werden nicht erweitert. Die neuen Windkraftanlagen werden teilweise nur an anderen Standorten als die alten stehen."

Die 19 von "Das grüne Emissionshaus" betriebenen Windräder sind seit 2003 am Netz. Ihre Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) läuft im Jahr 2023 aus. "Neuanlagen sorgen für die dreifache Strommenge wie alte Windräder", begründet Marcus Brian von "Das grüne Emissionshaus" die Entscheidung zum Repowering. Ein neues EEG sehe außerdem keine gesetzlich festgelegten Fördersätze mehr für die Windkraftanlagen vor. "Vielmehr kommen die Anlagen in eine Ausschreibung: Nach dem Prinzip ‚Ich biete eine Leistung zu einem bestimmten Preis' ermittelt sich künftig die Höhe der finanziellen Förderung", erklärt Brian. Da der Preisdruck inzwischen deutlich zugenommen habe, geht die UKA von einer Förderung von rund 4,3 Cent je Kilowattstunde Strom aus.

Bleibt noch die Frage: Was passiert mit den Altanlagen, nachdem sie abgebaut sind? "Wertvolle Rohstoffe wie Kupfer werden ausgebaut und weiterverwendet. Einige Bausätze können als Ersatzteile genutzt werden. Und Rotorenblätter, die häufig aus Glasfaserkunststoffen bestehen, werden recycelt", informiert Marcus Brian.