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| 13:59 Uhr

Lokale Wirtschaft
Aus Luckau in die weite Welt

Mike Herrmanns Arbeitsplatz ist die Gitterschweißmaschine. Der Golßener ist seit der Eröffnung im Jahr 1993 bei der Geck GmbH an der Berliner Straße in Luckau beschäftigt und hat die Entwicklung des Werkes miterlebt.
Mike Herrmanns Arbeitsplatz ist die Gitterschweißmaschine. Der Golßener ist seit der Eröffnung im Jahr 1993 bei der Geck GmbH an der Berliner Straße in Luckau beschäftigt und hat die Entwicklung des Werkes miterlebt. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau. Geck fertigt mit 83 Beschäftigten für große Handelsketten Produkte zur Warenpräsentation. Von Carmen Berg

Mike Herrman erinnert sich gut an die Anfänge der Geck GmbH vor 25 Jahren auf dem Gelände des früheren Kreisbetriebes für Landtechnik (KfL). „Wir waren 16 Leute damals.“ Zuvor war der Golßener bei einer Firma,  die Pleite ging. Als sich bei Geck eine Jobchance bot, griff er zu. „Ich habe das nie bereut, bin mehr als zufrieden.“ Auch von seinen Kollegen seien die meisten geblieben.

Zum Unternehmen mit Stammsitz im Sauerland gehören deutschlandweit drei Standorte mit sieben Werken. Luckau ist eins davon. Was an der Berliner Straße  klein begann, hat stattliche Ausmaße bekommen. Wie Betriebsleiter Roland Vorreiter sagt, beschäftigt die Geck GmbH in der Gartenstadt aktuell 81 Mitarbeiter und zwei Azubis. In Spitzenzeiten kommen 25 Zeitarbeitskräfte hinzu.

Mit Erzeugnissen von Geck hatte wohl jeder schon zu tun. Die Firma gilt als international führender Hersteller von Warenpräsentationslösungen. Der Einkaufswagen, den wir im Verbrauchermarkt nutzen, könnte aus Luckau stammen. Für einen großen Lebensmittel-Discounter werden Aufsatzkörbe für die so genannten „Wühltische“ hergestellt, nennt Roland Vorreiter ein weiteres Beispiel. „Knapp 180 000 waren das im vergangenen Jahr.“ Geck beliefere nahezu alle namhaften Handelsketten Zentraleurpoas, die Erzeugnisse gingen aber auch nach Skandinavien, Nordafrika und in die USA, sagt er. Für einige Ketten werden dem Unternehmen zufolge ganze Ladeneinrichtungen gestaltet. „Wir müssen heute an uns arbeiten, damit es uns morgen gut geht“, benennt Geck-Geschäftsführer Oliver Görlich die Strategie.

Der Luckauer Standort ist der einzige im Unternehmen mit einer Pulverbeschichtungsanlage. „Wir beschichten hier die Teile, übernehmen teils die komplette Endmontage und später den Versand“, sagt Roland Vorreiter. Rund 50 Einkaufswagen durchlaufen die Beschichtung pro Stunde. Das Pulver wird etwa 25 Minuten bei 220 Grad eingebrannt. Harald Schenke nimmt mit seinem Kollegen Michael Meschner die behandelten Wagen in Empfang, bringt den Auffahrschutz an. Er ist geübt. Seit zehn Jahren ist der Dahmenser in der Firma.

Bei Steffen Mehlhose aus Uckro sind es vier. Er arbeitet in einem Bereich der individuellen Fertigung und sagt, das sei genau sein Ding. Gelernt habe er Maurer, doch er habe schon immer in den Metallbau gewollt und sich, als die Gelegenheit kam, beim TÜV Rheinland zum Teile-Zurichter qualifiziert. Zu Geck kam er im Praktikum und durfte bleiben. „Ich kann mir nichts Besseres wünschen“, so der Uckroer.

Die Beschichtungsanlage gab es schon 1993, blickt Mike Herrmann zurück. „Aber sonst viel weniger Technik als heute.“ Der Golßener bedient eine Gitterschweißmaschine. Drei gibt es im Werk und vier große Schweißroboter. Mit dem technologischen Know How stiegen die Anforderungen an die Gebäude.

Einen großen Umbau realisierte die Geck-GmbH 2007/2008. Dabei wurden zwei ehemalige KfL-Hallen miteinander verbunden und das Lager neu angebaut. So entstand Roland Vorreiter zufolge eine überdachte Fläche von 16 000 Quadratmetern, davon 8000 Quadratmeter Lager. „Wir lagern Produkte für unsere Kunden in Kommission. So können wir innerhalb kürzester Zeit liefern“, erklärt der Betriebsleiter.

Mit Fachkräftemangel habe er bislang noch kein Problem. So mancher komme durch die Zeitarbeit zu einer Festanstellung. Außerdem werde jedes Jahr ein Azubi eingestellt, ebenfalls mit Übernahmechancen. Der  nächste  für das neue Lehrjahr stehe schon fest.

Wenn die fertig behandelten Wagen aus der Beschichtung kommen, bringt Harald Schenke mit geübtem Griff den Auffahrschutz an.
Wenn die fertig behandelten Wagen aus der Beschichtung kommen, bringt Harald Schenke mit geübtem Griff den Auffahrschutz an. FOTO: Carmen Berg / LR