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| 02:47 Uhr

Winterzeit auf dem Höllberghof gesellig verabschiedet

In geselliger Runde ließen die Spinntefrauen die Wintersaison auf dem Höllberghof ausklingen.
In geselliger Runde ließen die Spinntefrauen die Wintersaison auf dem Höllberghof ausklingen. FOTO: Keilbach/bkh1
Langengrassau. Reich gedeckt sind die zu einer langen Tafel zusammen geschobenen Tische im Kossätenhaus auf dem Höllberghof. Herzhaft belegte Brote stehen neben leckeren Torten, dazwischen ein Teller heißer Würstchen, eine Schüssel Kartoffelsalat, eine Schale mit Gewürzgurken, eine andere mit Weintrauben. B. Keilbach/bkh1

Jede der 15 Frauen hat mit Selbstgemachtem zum Gelingen des Festes beigetragen.

Mit Sekt stoßen die Frauen auf diesen wunderbaren Tag an. Dann greift Heinz Kascher aus Wüstermarke zum Akkordeon. "Im schönsten Wiesengrunde", spielt er das erste Lied an, und die Frauen stimmen ein. Liederhefte werden verteilt. Denn an diesem Freitagabend singen sie gemeinsam noch viele weitere bekannte Volkslieder. Beschwingt beenden sie die Spinntezeit auf dem Höllberghof.

Seit fast 20 Jahren wird diese Tradition des früheren bäuerlichen Lebens in der Region von Frauen aus der Umgebung hier gepflegt. Von der Kirmes bis zur Fastnacht habe es die Spinnte in den Dörfern vor hundert Jahren hier noch gegeben, weiß Museumsleiterin Marinanne Balzer. Die Traditionspflege trägt nun ein gutes Stück zum Erhalt der Gemeinschaft bei. Das schätzen die Frauen.

"Ich bin von Anfang an dabei, weil ich gern singe auch im gemischten Chor von Langengrassau", erzählt Käthe Bock. Annemarie Trölenberg aus Duben häkelt, strickt und stickt seit dem Jahr 1995 mit den Spinntefrauen. "Bezüge für Stuhlkissen und ein wärmendes Plaid habe ich in diesem Winter gehäkelt", sagt sie. Zwischen Nadelklappern und Maschenzählen werden die Neuigkeiten aus den umliegenden Dörfern ausgetauscht. Das gefällt auch Elisabeth Große, die auf dem Nachbargrundstück des Höllberghofes wohnt. Drei Paar Kinderstrümpfe und gleichfalls eine Decke aus Wollresten hat sie diesmal geschafft. Ihre Schwiegertochter Rena stieß vor einigen Jahren zur Spinnterunde. Sie freut sich über das fertige Stickbild eines Fuchses. "Zu Hause habe ich die Zeit nicht, hier nehme ich sie mir", sagt die Jüngste der Spinntefrauen, die schon am nächsten kunstfertigen Kreuzstich-Bild arbeitet.

Am diesjährigen Ostersonntag, dem 20. April, beginnt mit dem Frühlingserwachen ab 10 Uhr wieder die Saison im weit über Heideblicks Grenzen hinaus beliebten Freilichtmuseum Höllberghof.