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| 01:35 Uhr

Windrad-Debatten vor Einkaufszentren

Sie wollen, dass sich Bürger und Landtag mit dem Thema Windenergie beschäftigten: Hannelore Paris, Christoph und Johanna Sehmsdorf sammeln Unterschriften vor einem Lübbener Einkaufszentrum.Thomas Jacob.
Sie wollen, dass sich Bürger und Landtag mit dem Thema Windenergie beschäftigten: Hannelore Paris, Christoph und Johanna Sehmsdorf sammeln Unterschriften vor einem Lübbener Einkaufszentrum.Thomas Jacob. FOTO: Roland HottasFoto: Tilo Winkler
Glietz.. Die Organisatoren der Volksinitiative „Gegen die Massenbebauung Brandenburgs mit Windenergieanlagen“ wollen sich am 7. Juni zu einer ersten Zwischenbilanz in Berlin treffen. Das sagt Thomas Jacob aus Glietz vom Vorstand des Vereins „Pro Spree und Wald“ . Tilo Winkler

Der Verein ist eine von 15 Bürgerinitiativen, die die Volksinitiative gestartet haben. Die Initiatoren fordern, dass der Mindestabstand von Windrädern zu Wohngebieten künftig 1500 Meter beträgt. Zwischen Windgebieten soll der Abstand mindestens zehn Kilometer betragen. Außerdem soll es ein Verbot von Anlagen in Naturschutzgebieten geben. Die derzeit vom Land betriebene Politik sei konzeptionslos, erklärt Thomas Jacob. „Mensch und Natur werden massiv beeinträchtigt, eine ganze Region verspargelt.“ Entscheidungen über Windrad standorte würden an den Bürgern vorbei getroffen. „Permanenter Lärm und Infraschall“ würden Menschen belasten und zudem den Wert der Wohngrundstücke mindern, sagt Jacob. Er stimme Infrastruktur-Minister Reinhold Dellmann (SPD) zu, der bei den bisher ausgewiesenen Windeignungsgebieten im Land die Grenzen der Belastbarkeit erreicht sieht.
„Wir treten aber nicht wie Maschinenstürmer auf“ , so Thomas Jacob. „Es geht uns um eine Konzeption für die Bürger und die Natur.“ Als Alternativen zu wohnortnahen Standorten schlagen die Träger der Volksinitiative Flächen in ehemaligen Tagebauen und entlang der Autobahnen sowie alte Militärliegenschaften vor.
Theoretisch ist ein Jahr lang Zeit, 20 000 Unterschriften für das Anliegen zu sammeln und damit den Landtag zu zwingen, sich mit dem Thema Windkraft auseinander zu setzen. „Wenn es gut läuft, wollen wir aber noch vor der Sommerpause die Unterschriftenlisten übergeben“ , erklärt Thomas Jacob. „Wir wollen an ein bis zwei Tagen pro Woche vor Einkaufszentren stehen und Unterschriften sammeln.“ Bislang habe allein „Pro Spree und Wald“ 900 Menschen zum Unterzeichnen bewegen können, so der Glietzer. Dabei reiche es nicht aus, nur vor Ort zu sein. „Wir müssen auf die Menschen zugehen und sie in Gespräche verwickeln, um ihnen unsere Argumente zu erläutern.“ Denn es herrsche „viel Unwissenheit“ zum Thema Windenergie. „Die Leute sitzen der Politik auf“ , erklärt Jacob.
Dass es diese Volksinitiative gibt, ist eigenen Angaben zufolge maßgeblich Thomas Jacob zu verdanken. „Ich habe die Bürgerinitiativen im Internet zusammengesucht“ , sagt er. In Brandenburg gebe es viele Initiativen. „Doch sie kämpfen vereinzelt und werden nicht angehört“ , so Jacob. „Nur gemeinsam sind wir stark.“