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| 01:37 Uhr

Windrad-Betreiber warnt vor neuer Mühle

Gehren.. Das Thema Windkraft lässt die Gemeindevertreter von Heideblick nicht mehr los. Tilo Winkler

Volker Nagel, der Betreiber der sieben kleineren und unstrittigen Windräder südlich der Bundesstraße 87 nahe Langengrassau, hat die Heideblicker davor gewarnt, dass in unmittelbarer Nähe in Richtung Waltersdorf demnächst zusätzlich in einer zweiten Reihe deutlich größere Mühlen installiert werden könnten. Es gebe bereits Interessenten, die die dazu nötigen Flächen anpachten wollen. Außerdem liefen Vermessungsarbeiten, sagte Nagel zu Beginn der Gemeindevertretersitzung am Montagabend in Gehren.
Die rechtliche Grundlage sei momentan gegeben, erläuterte Volker Nagel. Denn zurzeit gebe es keinen Regionalplan, da der bestehende per Gericht für ungültig erklärt worden war. Jetzt greife der Flächennutzungsplan von Heideblick. Dieses Papier weise südlich der Nagel-Windräder noch Platz für weitere Windkraftanlagen aus, so der Betreiber.
Die Gemeinde sollte sich dagegen zur Wehr setzen.
Bauamtsleiterin Gudrun Padack bestätigte, dass es südlich der Nagel-Windräder „durchaus die Möglichkeit gibt, eine weitere Windkraftanlage zu errichten“ . Dem stehe jedoch die neue Erdgasleitung Opal entgegen. Sie würde nach jetzigen Plänen genau das Gebiet durchqueren. „Wir sollten erneut darüber nachdenken, einen Bebauungsplan aufzustellen“ , so Padack. Mit diesem Papier könnte der Gastrasse der Vorrang eingeräumt und ein weiteres Windrad verhindert werden. „Das würde dem Betreiber der jetzigen sieben Anlagen stark entgegenkommen“ , sagte Padack.
Denn auch Volker Nagel ist gegen weitere Windräder direkt vor den eigenen Mühlen. Sie würden dann im Windschatten stehen, sagte er. „Ich würde zwischen zehn und 30 Prozent des Ertrages verlieren“ , erklärte der Betreiber. Das aber könne er sich nicht leisten. Er müsse noch drei bis fünf Jahre Tilgung und Zinsen für seine Investitionen zahlen. Sollten weitere Räder aufgestellt werden, „dann muss ich mein Projekt verkaufen“ , so Nagel. „Der Verlust wäre für mich nicht tragbar.“ Die Konsequenz könne sein, „dass ein Planer alles übernimmt und dann die Fläche vollstellt“ , so Nagel.
Unterdessen zeichnet sich ab, dass der nördlich der Bundesstraße und nahe Zöllmersdorf liegende Teil des Windkraftgebietes „W15“ in einem neuen Regionalplan nicht mehr auftauchen wird. Nach Angaben von Gudrun Padack befürwortet die Landesplanungsbehörde den Antrag der Gemeinde Heideblick, die umstrittenen Flächen zu streichen. Der Petitionsausschuss des Landtages habe inzwischen ebenso auf den Protest der Heideblicker reagiert - wenn auch nur sehr unverbindlich. Die Forderung nach 1000 Metern Mindestabstand von Windrädern zu Wohnhäusern „kann in zukünftigen Planungen berücksichtigt werden“ , hat laut Padack der Petitionsausschuss geschrieben.