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| 15:07 Uhr

Vertrag für Pitschen-Pickel ausgehandelt
Windpark wird kleiner und leistungsstärker

Die Windmüller planen das Repowering im Windeignungsgebiet Pitschen-Pickel/Falkenberg. Das Vorhaben ist mit der Gemeinde in einem städtebaulichen Vertrag geregelt.
Die Windmüller planen das Repowering im Windeignungsgebiet Pitschen-Pickel/Falkenberg. Das Vorhaben ist mit der Gemeinde in einem städtebaulichen Vertrag geregelt. FOTO: LR / Anja Brautschek
Langengrassau. Die Gemeinde Heideblick schließt einen Vertrag mit Windmüllern. Für die Einwohner von Pitschen-Pickel, Falkenberg, Langengrassau und Waltersdorf ist ein Darüber hinaus wurde auch ein vergünstiger Strompreis ausgehandelt. Von Anja Brautschek

Mehr als ein Jahr hat es gedauert, doch nun sind sich die Gemeinde Heideblick und die Windkraftbetreiber Energiequelle einig. Der städtebauliche Vertrag für das Windeignungsgebiet Falkenberg/Pitschen-Pickel steht im Wesentlichen fest. Darin geregelt sind Maßnahmen zur Entlastung der Bürger, aber auch für den geplanten Austausch (Repowering) alter Windkraftanlagen.

„Das Thema Windkraft ist ein Für und Wider für die Einwohner, aber wir haben mit dem Vertrag die Möglichkeit geschaffen, einiges zu regeln“, sagt Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann. Viele Verhandlungen der eigens dafür geschaffenen Arbeitsgruppe waren notwendig. Am Ende entstand ein Vertrag, dessen Inhalt mit beiden Vertragspartnern einvernehmlich abgestimmt sei. „Für keine Seite ist dabei das Maximum erreicht“, sagte Frank Deutschmann. Während der Verhandlungen haben Verwaltung und Beteiligte gelernt, dass Windkraftanlagen nicht verhindert werden können. Und dennoch: Für die Einwohner von Pitschen-Pickel, Falkenberg und der Gemeinde Heideblick konnten einige Zugeständnisse herausgearbeitet werden.

„Hut ab für die Verhandlungspartner auf unserer Seite. Es ist erstaunlich, was dabei erarbeitet wurde“, sagt Fred Döring (AWGH). Der städtebauliche Vertrag sieht unter anderem vor, dass sich die Anzahl der Anlagen in dem Windeignungsgebiet im Zuge des Austauschs deutlich verringern wird.

Von den vorhandenen 27 Windrädern im Windeignungsgebiet sollen maximal 13 durch neue, moderne Anlagen ersetzt werden. Die Anzahl halbiert sich damit beinahe. Allerdings sollen die neuen Anlagen auch wesentlich höher erbaut werden, wodurch auch die Anwohner von Pitschen-Pickel und Falkenberg künftig weiter mit Belastungen durch Lärm oder Schattenschlag konfrontiert werden.

Zur Eindämmung der Auswirkungen soll der Schattenschlag bei neuen Windkraftanlagen deutlich reduziert werden – über die gesetzlichen Regelungen hinaus. Auch die Nachtkennzeichnung soll nur noch nach Bedarf befeuert werden. Aus Sicht von Renate Kalweit, Vorsitzende der Gemeindevertretung und Ortsvorsteherin von Pitschen-Pickel, stellt das künftig eine merkliche Erleichterung dar. „Durch eine Havarie im Umspannwerk in Uckro haben wir kürzlich erlebt, was es bedeutet, wenn die Anlagen nachts nicht befeuert werden. Und ich muss sagen, dass war sehr angenehm. Man hat in der Nacht kaum etwas gemerkt“, sagte sie.

Auch finanzielle Unterstützung für die Gemeinde wird durch den Vertrag von Energiequelle zugesichert. Demnach werden sie den enstehenden Verwaltungsaufwand, der der Gemeinde durch das Genehmigungsverfahren der drei geplanten, neuen Windräder beziehungsweise durch das Repowering entstehen wird, finanziell entschädigen. Außerdem hat sich die Firma dazu verpflichtet, der Gemeinde über einer Stiftung Mittel zur Verfügung zu stellen. Laut Vertrag sind dafür 30 000 Euro pro genehmigter Windkraftanlage festgesetzt. Das Geld soll für Maßnahmen eingesetzt werden, die die Lebensqualität der Einwohner verbessern und in erster Linie für den Bereich Pitschen-Pickel und Falkenberg eingesetzt werden.

Darüber hinaus wurde auch ein vergünstiger Strompreis für die Einwohner von Pitschen-Pickel, Falkenberg, Langengrassau und Waltersdorf ausgehandelt. Dieser soll 15 Prozent unter den ortsüblichen Stromkosten liegen und fünf Jahren nach Inbetriebnahme des Windparks gelten. „Wir haben versucht, alles mit reinzunehmen, was den Bürgern auf der Seele brennt“, sagte Cornelia Seyfert (FBW), Ortsvorsteherin von Falkenberg.

Der fertige Vertragentwurf soll nun an die Kommunalaufsicht zur Prüfung weiter gegeben werden. Dann fehlen nur noch die Unterschriften der beiden Vertragspartner.