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| 01:57 Uhr

Windiges Geld und ein neues Skiparadies

Luckau. Ein Jahr geht zu Ende. Wie es Tradition ist, hat die RUNDSCHAU ihren Hausastrologen Heribert Morali gefragt, was das Jahr 2011 für die Region wohl bringen wird.

Durchs Fernrohr sieht Morali im Luckauer Rathaussaal Verwaltung und Stadtverordnete feiern. Potsdam hat ihrer Idee, den Wind zu besteuern, mangels besserer Argumente zustimmen müssen. Künftig wird die Stadt an Windrädern vor ihrer Tür gut verdienen. Die Luckauer wollen wissen, wie es sich anfühlt, reich zu sein. Der Hausmeister hat eine Rohrpost gebaut, durch die die Taler von den Mühlenbetreibern direkt ins Rathaus kullern sollen.

Gebannt schauen auch Gäste aus Heideblick auf den Auffangbehälter unter dem Rohr. Die Luckauer hatten die Nachbarn eingeladen, um sie heiratslustig zu stimmen. Tatsächlich entflammt bei den bislang widerspenstigen Heideblickern die Liebe. Verlockend scheint ihnen der Gedanke, sich nicht mehr darüber streiten zu müssen, ob und wie die heruntergekommene Kita im Ortsteil Gehren saniert werden soll. Dank Luckaus Mitgift könnten sich die Heideblicker sogar ein nobles Kita-Hochhaus hinsetzen. Panorama-Blick auf die Gehrener Berge inklusive. Fast schon will Bürgermeister Lott die Eheurkunde unterschreiben, da fällt ihm auf: Der Behälter unter der Rohrpost ist noch immer leer.

Nur Heribert Morali weiß, wo das Geld geblieben ist. Ein paar Hundert Meter vom Luckauer Rathaus zählt beim Trink- und Abwasserverband dessen Chef die Münzen. Er hatte vom Windkraft-Segen Wind bekommen und das Rohr angezapft. 1,5 Millionen Euro fließen auf diese Weise als Luckauer Umlage an den hoch verschuldeten Verband. Armes reiches Luckau.

Dahmes Stadtväter hingegen können ihr Glück kaum fassen. Den ganzen Winter lang hatten sie das Schneeräumen an den Straßenrändern vor sich her geschoben. Nun taugen die Höhen als Ski-Abfahrten. Auf ihrer Internetseite präsentiert sich die Stadt als autofreier Wintersportort. Statt Geld für den Winterdienst auszugeben, kommt von Touristen welches rein.

Im Dahmer Skiparadies sehen auch die Golßener eine Chance. Ihr Bürgermeister fährt mit einem Gurken-Laster in die Flämingstadt und bringt die würzigen Spezialitäten unter die Leute. Die Resonanz ist riesig. Der Erfolg überzeugt andere Spreewald orte: Keiner macht es Golßen mehr streitig, alleiniger Ausrichter des Spreewälder Gurkentages zu bleiben.

So wird es sein 2011. Wenn die Sterne nicht lügen...