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| 02:45 Uhr

Wieder Wolfsriss? Damwild in Duben getötet

Eines der getöteten Stück Damwild in einem Wildgehege in Duben. Der Kopf fehlt. Die Besitzer haben vier Tiere insgesamt verloren.
Eines der getöteten Stück Damwild in einem Wildgehege in Duben. Der Kopf fehlt. Die Besitzer haben vier Tiere insgesamt verloren. FOTO: Staindl/asd1
Duben. Zwei weitere Tiere fehlen. War es ein Wolf? Ein Gutachter des Landesumweltamts war gestern Nachmittag vor Ort. asd1

Er hat Spuren gesichert, die toten Tiere begutachtet. Das Ergebnis steht noch aus. Für Christian Michelchen gibt es keinen Zweifel: "Das war ein Wolf. Ein befreundeter Jäger hat uns das bestätigt." Der Inhaber der Gaststätte & Pension "Dubener Kuckuck" und sein Vater Gerd bewirtschaften das Wildgehege seit etwa fünf, sechs Jahren. 19 Tiere haben zuletzt dort gelebt. Gestern haben Vater und Sohn das Unglück entdeckt. Sie denken, dass sich der Wolf durch den Zaun gegraben hat.

Das Wildgehege befindet sich unmittelbar neben der Autobahn, die die Orte Duben und Kaden trennt. Unter der Autobahn führt eine Unterführung durch. Der Wolf könnte diese Möglichkeit genutzt haben, um in das Wildgehege zu gelangen. Es wäre das erste Mal, dass ein Wolf in Duben zugeschlagen hätte, wie Gerd Michelchen erzählt. "In Kaden und im benachbarten Niewitz im Unterspreewald wurden schon mehrmals Wölfe gesichtet." Dass ein Wolf jetzt auch in Duben unterwegs sein soll, beunruhigt ihn. Sein Wildgehege liegt nur etwa 150 Meter von Wohngebäuden entfernt. Es grenzt an die Grundstücke.

Vermutlich in der Nacht zum Freitag muss sich ein blutiges Drama im Wildgehege abgespielt haben. Michelchens haben nicht nur die beiden toten Tiere, sondern auch Eingeweide im Gehege gefunden. Sie sind auch auf Blutspuren am Zaun gestoßen. Es scheint so, als seien die verschwundenen Stück Damwild dort durchgezogen worden. Gerd und Christian Michelchen wollen die Stelle jetzt schließen und damit verhindern, dass erneut ein Wolf auf das Gelände gelangt. Denn dass es der Wolf erneut versuchen wird, davon sind sie überzeugt: "Es hat ja schon einmal geklappt." Die verbliebenen 15 Tiere Damwild hatten sich gestern Nachmittag offenbar schon wieder beruhigt. Die Opfer in der Nacht zuvor waren junge, etwas schwächere Tiere. Ob tatsächlich ein Wolf im Gehege war, ist noch offen. Das Ergebnis des Gutachters soll Anfang nächster Woche vorliegen.