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| 02:42 Uhr

Widerstand gegen Funkmast in Wohnbebauung

Golßen. Die Deutsche Bahn errichtet Funkmasten entlang ihrer Strecken. Einer dieser Masten soll auch in Golßen (Unterspreewald) aufgestellt werden – im Bahnhofsbereich mitten in einer Wohnbebauung und in Nachbarschaft eines Unternehmens. Der Golßener Hauptausschuss lehnte das Vorhaben wegen gesundheitlicher Bedenken ab. Andreas Staindl / asd1

Dass Argument des Bürgermeisters Hartmut Laubisch (SPD), "in anderen Orten stehen schon solche Funkmasten", überzeugte das Gremium nicht. Auch nicht, dass die Strahlung überwiegend auf dem Gleisbereich gebündelt werden soll. Der Hauptausschuss lehnte das Vorhaben der Bahn mit vier Neinstimmen und einer Enthaltung ab.

Hinweis auf Krebserkrankungen

Den Bau des Funkmastes inklusive Basisstation dürfte das jedoch kaum verhindern. Das kommunale Gremium war lediglich um eine Stellungnahme gebeten worden. Und die wollte vor allem Gerd Pietrzok (SPD) nicht einfach durchwinken. "Wir haben vor Jahren schon mal intensiv über einen Funkmast in der Nähe unserer Schule diskutiert und damals trotz Bedenken zugestimmt", erinnert er. "Inzwischen gibt es neue Erkenntnisse über Krebserkrankungen durch Funkmasten." Das Mitglied des Hauptausschusses ist "strikt gegen das Vorhaben" der Bahn. "Der Mast kann doch in der Pampa fünf Kilometer weit weg von der Wohnbebauung errichtet werden", empfahl Pietrzok.

Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Annett Schmidt (SPD) hält den Bau eines Funkmasts zwischen Wohnhäusern für "sehr problematisch". Michael Bock (CDU) dagegen hätte keine Bedenken: "Der geplante Funkmast wäre doch höher als die jetzige Funkstation, müsste also ungefährlicher sein." Annett Schmidt ist skeptisch: "Wir können die Strahlen nicht sehen, müssen den Daten also vertrauen." Der neue Funkmast soll 40 Meter hoch und mit zwei Funkantennen ausgestattet sein wie Hartmut Laubisch erklärt. Die Anlage ersetzt ihm zufolge die jetzige Funkstation auf dem Stellwerk am Bahnübergang auf der Landesstraße 711, das mit dem Ausbau der Bahnstrecke und dem Wegfall des Übergangs jedoch abgerissen werde.

Bürgermeister ohne Bedenken

Wie der Bürgermeister weiter sagt, soll der Funkmast im Rahmen des Ausbaus der Bahnstrecke Wünsdorf-Elsterwerda errichtet werden, um das Funknetz der Bahn zu verbessern. Das Vorhaben in Golßen sei deshalb nötig, weil sonst ein Funkloch zwischen den benachbarten Bahnhöfen Klasdorf (Stadt Baruth) und Drahnsdorf wäre.

Grund dafür sei die nicht gerade Linienführung der Bahntrasse. Der Bürgermeister hat kein Problem mit den Plänen der Bahn, wie er sagt: "Ich wohne schon 25 Jahre in der Nähe ähnlicher Anlagen und habe bisher noch keine körperlichen Schäden. Auch an Standorten, an denen schon Funkmasten der Bahn stehen, ist mir nichts von Krankheiten und Schäden für die Bevölkerung bekannt. Man kann es nicht beweisen, dass Funkmasten krankmachen." Gerd Pietrzok überzeugt das nicht: "Die Bahn soll sich einen Standort suchen, der für die Menschen ungefährlicher ist."