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Vorweihnachtliches
Wichtel wuseln märchenhaft

Märchenerzählerin Brigitte Lehmann zog kleine und große Zuhörer in ihren Bann.
Märchenerzählerin Brigitte Lehmann zog kleine und große Zuhörer in ihren Bann. FOTO: Birgit Keilbach
Dahme. Dahme lud zum Entdecken eines „Dezemberhaften Schauplätzchens“ in der Altstadt ein.

In stimmungsvolle vorweihnachtliche Atmosphäre ist der Museumshof in Dahme am Mittwochabend getaucht. Lichterketten sorgen für anheimelnde Stimmung. Holzscheite lodern in Feuerkörben. Über dem offenen Feuer backen die Kinder Stockbrot. „Das schmeckt lecker“, erklärt die fünfjährige Marla Rolke, während sie ein Stück nach dem anderen ablöst und voller Genuss verspeist.

„Dezemberhafte Schauplätzchen“ heißt die noch junge Veranstaltungsreihe der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Städte mit historischen Stadtkernen“, an der sich Dahme erstmals beteiligt. Die Idee dahinter: „Die Schauplätzchen sollen etwas Besonderes zeigen, das für Besucher sonst nicht zugänglich ist und an diesem Nachmittag einmal besichtigt werden kann“, erläutert Rita Müncheberg, in der Amtsverwaltung zuständig für die Städtebauförderung. Verbunden mit dem zur Vorweihnachtszeit passenden Ambiente sollen sie den Einwohnern in den dunklen Tagen des Jahres Gelegenheit bieten, sich zu treffen und dabei so manches verborgene Plätzchen in ihrer Stadt zu entdecken.

Entwickelt worden sei diese Idee für Treuenbrietzen „und in diesem Jahr haben sie weitere Städte der AG übernommen“, ergänzt Rita Müncheberg.

„Werkeln und Wichtel in alten Gemäuern“ lautet das Motto am Mittwochnachmittag auf dem Museumshof. Dem Datum entsprechend war Museumsleiter Tilo Wolf ins Nikolauskostüm geschlüpft und führte die Besucher durch das Oberlaubenhaus. Die Ausstellung in dem historischen Fachwerkgebäude zeigt Arbeitsgeräte früherer Handwerker- Generationen. Werkzeuge der Tischler, Zimmerleute, Maurer, Maler und Schmiede sind zu sehen. Spannende Geschichten hält der Museumsleiter auch zu den Gerätschaften der Friseure und Schneider bereit. Er zeigt, wie früher Brennscheren zum Lockendrehen verwendet wurden und wo in die ausgestellten Bügeleisen ein Stück Kohle eingelegt wurde. Der Oberlaubengang sei angebaut worden, damit die Knechte ihre winzigen Kammern erreichen konnten. Ein Blick hinein ist ernüchternd. „Nein, in so einer Stube möchte ich nicht wohnen“, erklärt Marla Rolke.

Andererseits eröffnet sich den Besuchern von oben ein guter Überblick über den idyllisch beleuchteten Museumshof. Viele Wichtel wuseln dort herum, reichen heiße Getränke und Plätzchen aus, brutzeln leckere Würstchen, helfen beim Stockbrotbacken.

In den Kostümen stecken zehn Dahmer Zempermiezen, acht Wichtel und zwei Hexen. Monika Petras ist als Dahmer Original „Frau Böhr“ dabei, die einst den großen Stadtbrand auslöste. Zuvor haben sie den Museumshof liebevoll dekoriert, schmückende Elemente von zu Hause mitgebracht. „Benita Bothe hat die Kerzenhalter gefertigt und die Tannenringe hat uns Hugo Feind vom Tannenhof in Rietdorf kostenlos zur Verfügung gestellt“, sagt Monika Lehmann.

An den Ständen hängen Tannenzapfen mit weiß bemalten Spitzen an roten Bändern als Dekoration. „500 Stück haben wir im Sommer hier im Museumshof unterm Nussbaum angemalt und die Schleifen gebunden. Jetzt hängen sie überall in der Stadt als Adventsschmuck. Nächstes Jahr sollen es noch mehr werden“, erzählt Marianne Meier.

Tilo Wolf ist den Zempermiezen und allen weiteren Helfern dankbar, „dass wir hier so ein ansprechendes Schauplätzchen gestalten konnten.“ Nur ein paar mehr Besucher hätte sich der Nikolaus gewünscht. Jenen, die gekommen waren, gefiel es. „Ich finde die Idee sehr schön und das Ambiente ist wunderbar“, schwärmt Marlas Oma Veronika Schulze. Die vierjährige Leonie Neuendorf freut sich über einen Malblock, den ihr der Nikolaus geschenkt hat. „Die Idee ist vor allem für die Kinder sehr schön, gerade passend zum Nikolaustag“, ist ihre Mutter Janine sehr angetan.

Zum Abschluss versammeln sich alle in der „guten Stube“ und lauschen gespannt Märchenerzählerin Brigitte Lehmann, die von schusternden Wichtelmännchen und einem glücklichen Schusterpaar erzählt.

Als Wichtel begeisterten die Dahmer Zempermiezen die kleinen Besucher in der Altstadt.
Als Wichtel begeisterten die Dahmer Zempermiezen die kleinen Besucher in der Altstadt. FOTO: Birgit Keilbach