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Werkstätten öffnen ihre Türen

Gemma Graf in Groß Gaglow bei ihrer Arbeit an der Töpferscheibe.
Gemma Graf in Groß Gaglow bei ihrer Arbeit an der Töpferscheibe. FOTO: Elsner
Lübben/Luckau/Cottbus. Im Land Brandenburg nehmen in diesem Jahr 49 Werkstätten am Tag der offenen Töpferei am 11. und 12. März teil. Geöffnet ist jeweils von 10 bis 18 Uhr. Ingrid Hoberg und Ulrike Elsner

Im Süden Brandenburgs gehört die Keramikwerkstatt Claudia Karer im Golßener Ortsteil Prierow zu den langjährigen Teilnehmern. Claudia Karer, stellvertretende Obermeisterin der Innung Berlin-Brandenburg, ist seit Anbeginn bei dieser Aktion dabei, die zum zwölften Mal stattfindet. "Wir haben eigentlich in Brandenburg damit begonnen - zunächst mit einem Wochenende im Sommer", berichtet sie. Doch dann seien die meisten auf den Töpfermärkten mit ihren Waren unterwegs. Und so wurde das zweite Wochenende im März als Termin festgelegt, seit die Aktion bundesweit stattfindet.

Wie alle anderen wird Claudia Karer einen Einblick in ihre Arbeit geben. "Ich nehme mir Zeit für alle Interessierten", sagt sie und bereitet auch Kaffee und selbst gebackenen Kuchen vor. "Dieser Tag der offenen Töpferei ist Gelegenheit für den persönlichen Austausch, auch zwischen den Besuchern", stellt sie fest und freut sich trotz der Mühen der Vorbereitung auf die tolle Atmosphäre, die oft in den Gesprächen entsteht.

Wer in der Region mobil ist, findet weitere offene Töpfereien. In Hohenleipisch (Elbe-Elster) beteiligen sich die Töpfereien Andreas Biebach und Anett Lück. Die meisten Werkstätten sind im Nachbarlandkreis Spree-Neiße und in Cottbus dabei. So laden in Kolkwitz Birgit Werner (Ortsteil Limberg) und Ralf Siewert (Dekorative Keramik) in ihre Werkstätten ein. In Burg erwarten das Töpferstübchen Möbert und die Töpferei Piezonka Besucher. Ilona Möbert, Ansprechpartnerin für den Tag der offenen Töpferei in Berlin-Brandenburg, lädt in Cottbus in ihre Keramikwerkstatt in der Taubenstraße ein. Christina Baumbach in der Bautzener Straße ist ebenfalls dabei.

Und Keramikermeisterin Gemma Graf öffnet ihren "Töpferstall" am Bruderberg in Groß Gaglow. Erreichbar ist die idyllisch am grünen Ortsrand gelegene Werkstatt über die Siedlerstraße. Die Cottbuserin, die neben dem Meisterbrief auch einen Abschluss der Keramischen Fachschule Landshut vorweisen kann, fertigt frei gedrehtes Steinzeug, das bei hohen Temperaturen gebrannt wird und dank der selbst entwickelten Glasuren mit besonderer Farbigkeit besticht. "Eine Glasur zu entwickeln, dauert Jahre", stellt die 47-Jährige fest. "Spezielle Struktureffekte gibt es nur bei mir." Gemma Graf freut sich auf das Wochenende, die Möglichkeit, Besuchern zu erklären, wie aus einer Tüte Rohton ein formschönes und funktionelles Produkt wird. "Drehen ist nur zehn Prozent der Arbeit", sagt sie. "Vorher muss der Ton geschlagen und geknetet werden, damit er ganz homogen wird."

Mit Freude stellen die Töpfer in den letzten Jahren eine Rückbesinnung auf das Handwerk fest. "Ein handgefertigter Teller fühlt sich eben anders an", sagt Gemma Graf. "Die Gäste kommen beim Tag der offenen Töpferei auch aus anderen Regionen", stellt Ilona Möbert, Ansprechpartnerin des Aktionstags, fest. Für alle Interessierten gibt es nicht nur eine aktuelle Übersicht auf der Homepage. "In diesem Jahr gibt es auch eine App fürs Smartphone als Wegweiser für unterwegs", sagt sie. In den vergangenen Jahren sei der Tag gut angenommen worden - darauf hoffen die teilnehmenden Töpfer und Keramiker auch am Wochenende.

Aktuelle Informationen gibt es auf der Internetseite www.tag-der-offenen-toepferei.de . Einige Werkstätten bieten neben Führungen auch Workshops und Mitmach-Angebote.