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Weltausstellung Wittenberg

Da der Sommer irgendwie so wettertechnisch variabel erscheint, ist es doch mal ganz schön, einen Kurzurlaub in die nähere Umgebung zu unternehmen. Wie wäre es denn mit Wittenberg? Bis zum 10.

September zeigt diese bedeutende Stätte der Reformation Ideen und Perspektiven zu Gott und der Welt. Manch Eigenartiges tut sich auf: wie ein segnender Roboter oder bunt gestaltete Türen, die sich in einem Stahlgerüst räkeln und auf das diakonische Motto "Türen öffnen- Gerechtigkeit leben" verweisen wollen. Vieles mehr lässt sich wahrnehmen an den Toren der Stadt, den umliegenden Wallanlagen, im ökumenischen Zentrum, dem überragenden Buch der Bücher. Aber auch ganz klassisch, wenn der Regen einsetzt, zeigen die "Luther-Melanchthon-Orte" Schlosskirche, Stadtkirche, Luther und Melanchthon-Haus ihre wieder neu zu entdeckende theologische Kraft: dass Kirche immer einen Grund hat, den sie sich selbst nicht geben kann und zu dem sie unterwegs ist.

Viele Ehrenamtliche begleiten dieses Groß Projekt, das kein bloßes zur Schaustellen kirchlichen Lebens sein möchte, sondern hinweisen will auf diesen einen Urgrund, diesen Christus, der in den Evangelien bezeugt wird.

Fragend und tastend, werbend und belebend, und auch erinnernd ist dieses Reformationsgedenken in Wittenberg in andersartiger Gestalt.

Es passt in unsere Zeit und öffnet sich den Kirchenfernen wie den Glaubenden anderer Bekenntnisse. So kann ein Regentag mitten im Sommer erfüllt sein von Einkehr und Neubesinnung.