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| 16:11 Uhr

Zweiradtreffen
Aus Liebe zur Simme: Kult-Krafträder locken nach Gehren

 Simson-Fahrzeuge soweit das Auge reicht. Mehr als Hundert Leute kamen mit einer „Simme“ oder „Schwalbe“ nach Gehren.
Simson-Fahrzeuge soweit das Auge reicht. Mehr als Hundert Leute kamen mit einer „Simme“ oder „Schwalbe“ nach Gehren. FOTO: Andreas Staindl
Gehren. Ob getunt oder im Original: Das Simson-Treffen mit Ausfahrt und After-Show-Party war ein Erfolg. Von Andreas Staindl

Mit ihrer Idee hat Marlies Raunigk ins Schwarze getroffen. Die Gastwirtin schaffte es erneut, gemeinsam mit zahlreichen fleißigen Helfern, Liebhaber von Simson-Fahrzeugen nach Gehren zu locken. Mehr als Hundert Teilnehmer waren am Samstag in den Ortsteil der Gemeinde Heideblick gekommen.

„Ich bin mit der Resonanz sehr zufrieden“, sagt Marlies Raunigk. „Die Teilnehmer kommen nicht nur aus dem Umfeld, sondern aus zahlreichen Regionen Deutschlands. Ist doch super, dass unsere Veranstaltung so gut angenommen wird und offenbar auch schon überregional bekannt ist.“

Das Simson-Treffen am Samstag war die zweite Auflage. Die Premiere gab es vor zwei Jahren. Schon diese war ein Erfolg. Rund 120 Simson-Krafträder wurden damals präsentiert. Jetzt gab es eine ähnlich hohe Teilnehmerzahl. Eine „Simme“ fahren ist offensichtlich Kult. Und das für alle Generationen.

Sehen und gesehen werden

Zwei reifere Herren biegen auf das Veranstaltungsgelände vor der Gaststätte in Gehren ein. Sie fahren  beiden eine „Schwalbe“. Wer wohl älter ist? Die Kleinkrafträder oder die Fahrer? „Wir sind aus der gleichen Generation“, sagen die beiden Männer. Schon als Jugendliche waren sie mit „ihrer“ Schwalbe unterwegs. Dann geben sie Gas und drehen eine Runde um den Dorfplatz.Sehen und gesehen werden – auch darum geht es.

Das Simson-Kleinkraftrad „Schwalbe“ wurde zu DDR-Zeiten von Simson in Suhl hergestellt – so wie andere Krafträder auch. Das zweite Simson-Treffen in Gehren war so etwas wie eine Präsentation dessen, was in dem Werk in Thüringen so alles an Zweiradkraftfahrzeugen produziert wurde. Nostalgie pur, mitunter im neuen Gewand. Es waren Simson-Krafträder zu sehen, an denen alles original war, aber auch Fahrzeuge, die individuell verändert wurden.

Im Original oder getunt

Tuning nennt man dieses Vorgehen, bei dem es dem Besitzer um Qualität und Aussehen geht, um das gewisse Etwas. Eine „Simme“ im neuen „Kleid“. Auch dafür gab es am Samstag einen eigenen Wettbewerb, inklusive Pokal und Preise. Zudem waren Geschicklichkeit beim Kerzenwechsel sowie Schnelligkeit auf der Hindernisstrecke gefragt.

„Die Besucher sollen miteinander ins Gespräch kommen, sich über ihre Fahrzeuge austauschen, einfach eine schöne Zeit haben“, sagt Marlies Raunigk. Auch diese Idee ging auf. Das Herz der Gastwirtin hängt selbst an einem Simson-Fahrzeug: „Ich bin schon früher Schwalbe gefahren und wollte sie einfach mal wieder in Gange bringen, an die Krafträder aus DDR-Zeiten erinnern. Es ist erstaunlich, wie viele dieser Fahrzeuge es noch gibt, auch hier in Gehren und umliegenden Dörfern. Es gibt Liebhaber aller Generationen, die an den Krafträdern mit Begeisterung schrauben.“

Ein Fest für Tüftler, Bastler und Schrauber

Das Simson-Treffen lockte Tüftler, Bastler und Schrauber auch aus entfernteren Regionen an. Gäste aus Lübs in Mecklenburg-Vorpommern dürften gemeinsam mit „Simme“-Freunden aus Gehren in Thüringen zu den Leuten mit der weitesten Anreise gehören.

Die gemeinsame Ausfahrt aller Teilnehmer gehörte zu den Höhepunkten des Treffens. Ziel war das Schulmuseum in Schwarzenburg (Heideblick). „Wir wollen den Gästen zeigen, was wir hier in der Region zu bieten haben“, sagt Marlies Raunigk.

Die „Aftershow-Party“ fand anschließend auf der Waldbühne in Gehren statt. In zwei Jahren ist bereits das nächste Simson-Treffen im Ortsteil der Gemeinde Heideblick geplant.

 Simson-Fahrzeuge soweit das Auge reicht. Mehr als Hundert Leute kamen mit einer „Simme“ oder „Schwalbe“ nach Gehren.
Simson-Fahrzeuge soweit das Auge reicht. Mehr als Hundert Leute kamen mit einer „Simme“ oder „Schwalbe“ nach Gehren. FOTO: Andreas Staindl