| 16:10 Uhr

Luckau
Weihnachtsromantik in Luckau

Eine große Kinderschar hatte der Luckauer Weihnachtsmann zu beschenken, nachdem er von den zauberhaften Bambinis auf der Marktbühne musikalisch begrüßt worden war.
Eine große Kinderschar hatte der Luckauer Weihnachtsmann zu beschenken, nachdem er von den zauberhaften Bambinis auf der Marktbühne musikalisch begrüßt worden war. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Zwischen Georgenkapelle und Töpfermarkt ließ es sich gemütlich bummeln im Lichterglanz.

Pünktlich zum Luckauer Weihnachtsmarkt ließ Frau Holle Samstag die ersten Schneeflocken wirbeln. Auch wenn von der weißen Pracht auf dem Pflaster zur Eröffnung nicht mehr viel übrig blieb, trugen zumindest die Dächer von Büdchen und Häusern ein leichtes weißes Kleid und sorgten für etwas Winterzauber. Bis zur Feuershow am Abend bot das vom Verein „Wir sind Luckau“ und der Laga GmbH gemeinsam organisierte Markttreiben für kleine und große Besucher einen anregenden Nachmittag

Der traditionelle Stollenanschnitt bildete den ersten Höhepunkt. Bürgermeister Gerald Lehmann dankte allen, die sich in die Gestaltung des Marktes mit ihren vielen Ideen einbrachten und auch jenen, die ihre Höfe geöffnet hatten. „So können Sie heute die historische Altstadt vom Markt über die Hauptstraße bis zum Töpfermarkt nicht nur von außen anschauen, sondern an manchen Stellen auch hinein gehen“, sagte der Verwaltungschef.

Viele Zuschauer verfolgten, wie  Bäckermeister Frank Winter und der Bürgermeister das Gebäck in einzelne Scheiben teilten, um sie anschließend zu kaufen und zu genießen. Der Erlös kommt diesmal der Kita „Sonnenblume“ zu Gute.

Auf der Bühne am Rathaus verzauberte Felix die Jüngsten, dann erzählten ihnen die Kita-Erzieherinnen das Märchen von den „Bremer Stadtmusikanten“ und die Puppenbühne Rumpelstil „Rotkäppchen“ – bis der Weihnachtsmann vom Roten Turm mit Musik und Kutsche abgeholt wurde. Zauberhaft begrüßten ihn die Bambinis der Tanzschule „Studio 77“.

Mit kleinen Geschenken revanchierte er sich. In der Georgenkapelle empfing er dann die Knirpse persönlich, auch Marit Zierenberg und Anna Wildau, die ihm „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ vorsang. „Er macht das immer sehr gut und der Markt ist wirklich schön, es wird sehr viel für die Kinder gemacht“, lobte Oma Birgit Wildau. Und das nicht nur auf dem Markt. Einen kleinen Märchenwald hatten fleißige Hände in der Hauptstraße entstehen lassen und den unscheinbaren Verkaufskiosk in ein Pfefferkuchenhaus verwandelt. Darin ließ es sich gut im Warmen sitzen, um Märchentante Regina Müller zu lauschen.

Mit hereinbrechender Dunkelheit gewann der Weihnachtsmarkt an Atmosphäre. Sichtbar wuchs die Zahl der Besucher. Bei Byanci waren lebendige Schaufensterpuppen ein Blickfang. Auch wiederbelebte Geschäfte lockten an. Im Schaufenster des ehemaligen Pelzwarenladens Keilhofer hatte eine Gruppe von elf Hobbybastlerinnen Dekoratives aus Holz und Textilien platziert. „Wir haben einige unter uns, die gehen in den Wald, finden etwas und wissen auch gleich, was daraus werden könnte“, erzählte Viola Morgen. Scheiben kranker Bäume mit dekorativ gefüllten Löchern zum Beispiel.

Im Ladengeschäft von ehemals Paternoster präsentierte Gabriele Mezger Glasschmuck mit weihnachtlichen oder anderen Motiven. „Mit hat es voriges Jahr gut gefallen. Also bin ich wieder dabei“, sagte die Berlinerin. Ein Stück weiter teilten sich die Brennerei Sellendorf und die Linden-Apotheke den ehemaligen An- und Verkauf. Hochprozentiges auf der einen, leckere Wintertees auf der anderen Seite durften hier verkostet werden.

Viele originelle Ideen hatten sich die Innenstadt-Händler einfallen lassen, um die Besucher zu verwöhnen. Den Hof der Hauptstraße 50 hatten die Schlabendorfer Landfrauen weihnachtlich geschmückt. Sie buken frische Plinse und Quarkkeulchen. Bänke luden zum Verweilen ein. Auch der Innenhof am Markt 25 lockte zum Hineingehen. Wärmende Tücher, Armreifen und alten Schmuck gab es bei Sabine Steputat aus Caule. Im hinteren Teil zeigte der Luckauer Dietrich Schulz, was aus Feldsteinen mit passender Ergänzung entstehen kann. Im Rathaus waren kunstvolle Unikate vom Malkreis und dem Verein Künstlerisches Gestalten zu entdecken. Im Foyer konnten die Marktbesucher im Büchertrödel stöbern. Rund 1800 Bücher aller Genres waren nach dem Aufruf des bürgeroffenen Gewerbevereins „Wir sind Luckau“ abgegeben worden. Hier kann noch bis zum Weihnachtsfest weiter gestöbert werden, wie Ute Hirsch vom Rathaus-Servicebüro sagte.

Ganz besonderen Weihnachtszauber versprühte auch diesmal wieder der Hof Beböck-Schibor. „Jedes Jahr gibt es hier etwas Neues. Sie machen aus vielen kleinen Dingen etwas sehr Stimmungsvolles“, war die Görlsdorferin Margot Kölling begeistert. Eine Woche Urlaub nehme sie sich jedes Jahr für die Gestaltung, sagte Peggy Beböck, während sie Glühwein ausschenkte.