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| 16:43 Uhr

Weihnachtsmarkt in Luckau
Wenn der Weihnachtsmann zum Popstar wird...

Kinder begleiten den Weihnachtsmann. Der gute Alte war der heimliche Star des Weihnachtsmarkts am Samstag in Luckau.
Kinder begleiten den Weihnachtsmann. Der gute Alte war der heimliche Star des Weihnachtsmarkts am Samstag in Luckau. FOTO: Andreas Staindl
Luckau. ...schwebt er in Luckau per Hebebühne zu Boden und wird per Kutsche zum Markt geleitet. Von Andreas Staindl

Alle Generationen gemeinsam haben am Samstag in Luckau gefeiert. Der Weihnachtsmarkt lockte zahlreiche Einwohner und Gäste in das Stadtzentrum. Die Innenstadt wurde zur Festmeile, der Marktplatz zum geselligen Treffpunkt. Ein attraktives Bühnenprogramm, offene Weihnachtshöfe sowie die Bummelmeile im Stadtkern sorgten für Abwechslung und gute Laune. Doch der Weihnachtsmann war auch diesmal der heimliche Star.

Er wurde fast wie ein Popstar von seinem Quartier bis zum Marktplatz begleitet. Kinder mit ihren Eltern und Großeltern wollten ganz nah ran an den Rauschebart, nahmen dafür selbst längere Wartezeiten in Kauf. Doch um seine Sprechstunde in der Georgenkapelle abzuhalten, sich Gedichte und Lieder der Kinder anzuhören und Geschenke zu verteilen, musste er seine Wohnung hoch über der Stadt verlassen.

Der Luckauer Weihnachtsmann wohnt nämlich im „Roten Turm“. Wenn sich das Türchen in luftiger Höhe öffnet, blicken unzählige Augenpaare gespannt nach oben. Wie in den vergangenen Jahren, so war es auch am Samstag. Die Straße vor dem Turm war voller Menschen. Der Gute Alte ließ sich einmal mehr von der Freiwilligen Feuerwehr abholen. Mit einer Hebebühne schwebte er zu Boden.

Dort wartete schon die Kutsche, die ihn die wenigen hundert Meter zum Marktplatz brachte – Bläser musizierend vorneweg. Den Weg zur Bühne musste sich der Weihnachtsmann durch ein dichtes Spalier von Besuchern bahnen. Kinder begleiteten ihn, Geschenke lockten – der Sack war schließlich prall gefüllt.

Damit das auch im nächsten Jahr so ist, wurde während des Stollenanschnitts zu Beginn des Weihnachtsmarkts um Spenden gebeten. Das Stück Stolle gab es gegen Bares in freiwilliger Höhe in die Spendenbox.

Jutta Dzielak hatte auf dieses Prozedere aufmerksam gemacht. Sie moderierte nicht nur gewohnt unterhaltsam und informativ die Veranstaltung, sondern erhielt, wie ihre Mitstreiter vom Verein „Wir sind Luckau“, von Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) ein dickes Lob dafür, ein so schönes Fest auf die Beine gestellt zu haben. Der Verwaltungschef schnitt die Stollen an, die wie schon in der vergangenen Woche in Lübben, auch diesmal von der Bäckerei Bubner spendiert wurden. In wenigen Minuten waren die acht Stollen geschnitten und verteilt.

Da war die kulinarische Schlemmermeile längst eröffnet. Nach wie vor Außergewöhnlich am Luckauer Weihnachtsmarkt sind die offenen Höfe rund um den Platz. Diesmal waren es fünf, zwei mehr als im vergangenen Jahr. Besucher wurden überall überrascht, liebevoll bewirtet und unterhalten.

Im „Bebök-Haus“ am Markt 26  scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Räume dort sind eingerichtet, wie es vor Jahrzehnten tatsächlich gewesen sein könnte. „Wunderschön“, sagt Elfriede Meier aus dem benachbarten Oberspreewald-Lausitz-Kreis. „Ich fühle mich an meine Kindheit erinnert.“

Der Hof der Familie Kohl Am Markt 3 wurde von Zwölftklässlern des Bohnstedt-Gymnasiums „bewirtschaftet“ – inklusive Wichtel-Glücksrad. Claudia Brüschke hatte die Idee für den „Pennälerhof“. Die Mutter einer Abiturientin unterstützt die jungen Leute auf dem Weg zum Abiturball: „Die Schülerinnen und Schüler realisieren verschiedene Projekte, damit Geld für ihre Abschlussfeier in die Kasse kommt. Es ist toll, dass sie sich auf dieses Pilotprojekt eingelassen haben.“

Zu sehen und erleben aber gab es noch viel mehr am Samstag in Luckau. Im Rathaus lockte ein Bücher- und Kunstbasar, in der Hauptstraße ein Weihnachtszelt mit Kuschelecke, Märchenstunde, Basteln und kulinarischen Leckereien. Wer wollte, konnte die Modelleisenbahnausstellung besuchen oder sich am Bühnenprogramm erfreuen. Zahlreiche Besucher kauften einen Weihnachtsbaum, kurzum: Die Vorfreude auf Heiligabend stieg.