Auf der Wiese an der Schlossruine haben die Veranstalter des Vereins Pro Dahme im Außenring buntes Wochenmarkt-Allerlei platziert. So fällt der erste Blick auf Pullover und Pantoffeln vor historischen Mauern. Dahinter findet sich dann doch noch der Duft von Weihnachtsgebäck und Klemmkuchen nach Omas Art. Das Wenige, das zu einen weihnachtlichen Nachmittag passt, ist mit Herz gemacht.
Marie-Luise (15) und Freundin Carolin (14) bieten beispielsweise Plätzchen, Papiersterne und Futterglocken für Vögel an. Für die Plätzchen hätten sie einen Nachmittag in der Küche gestanden. Schon im Sommer hätten sie begonnen, die Glocken aus Blumentöpfen zu gestalten, erzählt Marie-Luise. „Wir wollen damit unser Taschengeld aufbessern“ , sagt sie.
Von Grundschülern gebastelte Strohsterne, Bilder und Karten sind am Stand des Grundschul-Fördervereins zu haben. „Mit dem Erlös werden wir eine Projektwoche zum Thema Sucht unterstützen“ , berichtet Vereinsvorsitzende Antje Vetter.
Besucherin Sabine Flemming sagt, ihr habe es im vorigen Jahr besser gefallen, als die Innenstadt einbezogen war. „Die Ruine ist ein schöner Ort für vieles. Aber ein Markt gehört auf den Marktplatz.“ Diese Meinung ist oft zu hören. „Schade, wenn die Stadt leer ist“ , sagt der Gebersdorfer Otto Hannemann. Der Schwebendorfer Hans Hoy erzählt von Besuchern aus dem Umland, die den Weihnachtsmarkt vergeblich im Zentrum gesucht hätten.
An einer Tradition wird festgehalten: Bürgermeister Thomas Willweber (Freie Wähler) verkauft Stollen zugunsten der Dahmer Kitas. Den Erlös von 115 Euro werden der Verein Pro Dahme und der Bürgermeister am Ende auf 500 Euro aufstocken.
Als gekonnter Moderator erweist sich der Weihnachtsmann mit zwei Engeln an seiner Seite. Die drei Künstler der Berliner Gruppe „Theaterkomplott“ ziehen mit einem Weihnachtsspiel in der Ruine die Jüngsten in den Bann. Erwachsene können sich in den alten Mauern bei Süßem und Getränken aufwärmen.
Je später der Nachmittag, auf desto mehr Kollegen im roten Mantel trifft der Profi-Weihnachtsmann aus Berlin. Sie sammeln sich, um auf dem Rewe-Parkplatz die Wette von Ortsbürgermeister Manfred Radan mit dem Supermarkt einzulösen. Statt geforderter 50 zählen die beiden Engel 68 Weihnachtsmänner und -frauen. Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos) ist dabei, Bürgermeister Willweber, Stadtverordnete, die Sänger vom Dahmer Männerchor und acht Vertreter des Bad-Fördervereins aus Buckow. 16 Rotbemantelte stellt der Dahmer Behindertenverband, darunter die 87-jährige Elfriede Steguweit. Der Bart sei zwar etwas hinderlich. „Aber es macht Spaߓ , sagt die Seniorin.
Den Wetterlös, entscheiden die Weihnachtsmänner, sollen die Dahmer Kitas bekommen. Zur Auswahl standen auch Fenster für die Schlossruine und Bücher für die Bibliothek.
Vor dem abendlichen Konzert des Männerchores in der Schulaula gibt es eine Märchenstunde im Museum. Einige Kinder nehmen den Weg in Kauf, was Museumsleiter Tilo Wolf freut. „Unser Haus hatte heute nur zehn Prozent der Besucher von Vorjahren bei Weihnachtsmärkten auf dem Töpfermarkt“ , sagt er.