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Advent in Gießmannsdorf
Weihnachtsliedersingen auf dem Sportplatz

Zahlreich kamen kleine und große Gießmannsdorfer zum Öffnen des ersten Türchens im lebendigen Adventskalender auf den Sportplatz und sangen gemeinsam Weihnachtslieder.
Zahlreich kamen kleine und große Gießmannsdorfer zum Öffnen des ersten Türchens im lebendigen Adventskalender auf den Sportplatz und sangen gemeinsam Weihnachtslieder. FOTO: Birgit Keilbach / LR
Gießmannsdorf. Gießmannsdorfer öffnen im Dezember ihre Hoftore für einen „lebendigen Adventskalender“. Von Birgit Keilbach

Vorweihnachtliche Stimmung herrscht am Freitagabend vor dem Sportlerheim der SG Gießmannsdorf. Schwedenfeuer glimmen, Holzscheite lodern in Feuerkörben, eine Tanne strahlt im Lichterglanz. Der Sportverein öffnet in diesem Jahr das erste Kalendertürchen im Dezember. Zahlreich kommen die Einwohner, holen sich Liederhefte und Kerzen am Stand von Kathrin Schliebner. Ein Weihnachtsliedersingen wie beim FC Union in Berlin habe sich der Verein als Event ausgedacht, erläutert Vereinsvizechef Stefan Vogt. Drei Gießmannsdorfer Posaunenbläser und die Kapelle „Referenz“ spielen die Musik. „Oh Tannenbaum“, klingt es noch etwas verhalten aus den Kehlen der Umstehenden. Moderator Rocky bringt etwas Schwung in den Gesang, läuft von Gruppe zu Gruppe und lässt einzelne Gäste ins Mikrofon singen. Auch die Musiker tragen mit beliebten Weihnachtsliedermelodien zum stimmungsvollen Adventsauftakt bei. Die Einwohner nutzen die Gelegenheit, um miteinander zu reden, Neuigkeiten auszutauschen und die Atmosphäre bei Glühwein, Bratwurst und gemeinsamem Singen zu genießen.

Der „lebendige Gießmannsdorfer Adventskalender“ erlebt seine zweite Auflage. Es ist wie beim richtigen Adventskalender. Nur ist das Türchen ein Hoftor, das an jedem Wochentag auf einem anderen Grundstück geöffnet wird, stets eine Stunde lang, von 18 bis 19 Uhr. „Jeder Gastgeber denkt sich ein kleines Event aus, bewirtet die Gäste mit Snacks und Getränken. Nachbarn, Bekannte, Freunde aus dem Dorf treffen sich und kommen miteinander ins Gespräch. So wird unser Gemeinschaftsgefühl auch in der dunklen Jahreszeit hochgehalten“, beschreibt Ortsbeiratsmitglied Uwe Vogt die Idee.

Elke Lieske hat sie aus Thüringen mitgebracht, wo ihre Schwester wohnt. „Sie machen das dort schon seit zehn Jahren. Ich bin selbst mitgegangen und fand es schön, weil jeder etwas anderes veranstaltet hat“, erzählt die Gießmannsdorferin. Und die Idee kam auch im Heimatdorf sehr gut an. „Die Leute haben nachgefragt, ob es den Kalender auch dieses Jahr wieder gibt“, sagt Nachbarin Katrin Meier. Die beiden Frauen bereiteten ihn auch dieses Jahr wieder vor.

„Leute, die mitmachen wollen, hatten wir ganz schnell zusammen“, ergänzt sie. Die Termine stehen auf der Website des Dorfes. Sie sind im Dunkeln allerdings auch bei einer Runde durch die Straßen gut erkennbar, denn jedes beteiligte Grundstück zeigt die Ziffer seines Kalendertürchens mit einer selbst gestalteten Beleuchtung. „Das ist richtig schön und liebevoll gemacht“, schwärmt Katrin Meier. Ursula Knoll und Andreas Hilbig öffnen dieses Jahr zum zweiten Mal das siebte Türchen. „Voriges Jahr haben wir das kleine Café im früheren Schweinestall ausgeschmückt und Weihnachtsgeschichten vorgelesen“, erzählt Ursula Knoll. Das diesjährige Event verrät sie natürlich noch nicht, es soll ja wie im richtigen Adventskalender eine Überraschung sein. Sie ist auch gespannt, was sich die Nachbarn so ausgedacht haben. „Mir hat es vergangenes Jahr sehr gut gefallen, jeder hat etwas anderes veranstaltet und es war auch schön gemütlich auf den kleinen Höfen“, fügt sie an.