Plätzchenduft durchzieht die offene Küche im Evangelischen Hospiz Luckau. Am großen Tisch stechen vier Frauen Herzen und Sterne aus, formen Vanillekipferl und schneiden runde Stücke von einer Teigrolle ab.

„Wir backen Weihnachtsplätzchen, damit die Gäste das hier riechen können und dabei an zu Hause erinnert werden“, erklärt Petra Jentsch. Bereits nach der Herbstakademie am Evangelischen Krankenhaus, auf der das Hospiz vorgestellt und zu ehrenamtlichem Engagement aufgefordert wurde, plante das Quartett diese vorweihnachtliche Aktion.

Keine Krankenhausatmosphäre

Auch Rita Radigk bäckt mit. Die Weißackerin schätzt das Hospiz als eine „super Einrichtung, weil sich hier jemand um die Bedürfnisse der schwer erkrankten Menschen kümmert. Hier herrscht keine Krankenhausatmosphäre, das ist sehr angenehm.“

Ihr Mann und ihre Tochter verstarben im Krankenhaus. Daher sei es gut, dass es nun eine solche Einrichtung in Luckau gibt. „Ich bin gern dabei, wenn Hilfe gebraucht wird“, sagt Rita Radigk.

Marlies Pirsch aus Karche-Zaacko hat bereits eine Lichtmess-Kerze mitgebracht. „Mir liegt es am Herzen, mich einzubringen. Denn es gibt viele Leute, die in dieser letzten Zeit ganz allein sind. Gerade jetzt zu Weihnachten finde ich das ganz besonders wichtig.“

Karin ist eine Bewohnerin und schaut gern beim Plätzchenbacken zu. „Ich denke immer an Weihnachten und an meine beiden Enkelkinder, mit denen ich sonst immer selbst gebacken habe“, erzählt die Frau. Sie sei froh darüber, ein Zimmer im Hospiz bekommen zu haben. „Ich fühle mich hier geborgen. Es gibt viele Angebote und man wird akzeptiert, wie man ist“, fügt sie an.

Alltägliches am Lebensende

Menschen wie Karin verbringen seit der Eröffnung im November die letzten Tage oder Wochen ihres Lebens im Luckauer Hospiz in wohnlicher und familiärer Atmosphäre. Anliegen des Teams um Pflegedienstleiterin Karin Keller ist es, den Gästen ein würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen.

Dazu gehört außer der fachgerechten Pflege und medizinischen Betreuung auch, ein Stück weit Alltag in der Einrichtung zu leben. Dabei können Ehrenamtliche mithelfen. Das Plätzchenbacken ist nur ein Beispiel. So vielfältig und individuell wie die hier betreuten Menschen sind die Möglichkeiten, sich mit Herz und Hand einzubringen.

Einfach nur da sein, sich zu einem Gast setzen, ihm zuhören, mit ihm oder ihr spazieren gehen oder jemandem vorlesen – es sind besonders Kleinigkeiten, die den Gästen viel bedeuten.

„Wir hatten auch schon jemanden, der gern Doppelkopf spielte. Da hätten wir uns jemanden gewünscht, der das Spiel kennt und Zeit für ihn gehabt hätte“, nennt Karin Keller ein Beispiel dafür, wie die Mitarbeiter gern auch individuelle Wünsche mit Unterstützung Ehrenamtlicher erfüllen würden.

Unterstützung willkommen

Einbringen können sich freiwillige Helfer zudem mit unterstützenden Dingen für das Team. Die Palette reicht vom Kochen und Backen über Nähen bis zur Mithilfe bei der Gestaltung sonntäglicher Kaffeenachmittage sowie kleiner Feste.

Auch persönliche Erledigungen für die Gäste können übernommen werden. Blumen- oder Gartenpflege oder Post eintüten sind weitere Möglichkeiten.

Christina Trogant hilft auch gerade bei der Weihnachtspost. „Ich finde, dass das Thema Tod noch viel zu sehr tabuisiert wird. Er gehört aber zum Leben dazu. Hier im Hospiz ist das Wichtigste gegeben, Zeit für die Gäste, damit sie sich gut umsorgt fühlen können. Ich engagiere mich hier, weil es mich selbst bereichert“, sagt die Krankenschwester aus Luckau.

Darüber hinaus möchte sie diese Möglichkeit auch anderen Menschen nahe bringen, gestaltet demnächst eine Benefizlesung mit.

Wer sich ehrenamtlich im Luckauer Hospiz einbringen möchte, kann sich bei Ehrenamtskoordinatorin Katharina Hoffmann (Telefon: 0174 3959529) melden.

Musikalische Benefizlesung


Am Samstag, 28. Dezember, findet um 19 Uhr eine musikalische Benefizlesung im Evangelischen Hospiz Luckau statt. Pflegedienstleiterin Karin Keller und Sozialdienstmitarbeiterin Nadine Graßmel lesen gemeinsam mit den Ehrenamtlerinnen Christin Richter und Christina Trogant aus dem Buch „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Thomas Wünsch untermalt die Lesung musikalisch auf der Gitarre. Der Eintritt ist frei, Spenden für die Hospziarbeit sind willkommen.