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Wegezoll und Ringe im Ausverkauf

Luckau. Ein neues Jahr steht vor der Tür. Wie stets an dieser Stelle hat die Luckauer RUNDSCHAU ihren Hausastrologen Heribert Morali gefragt, was es für die Menschen der Region bringen wird.

Eine Anzeige in der Heimatzeitung weckt Moralis Neugier. „Verkaufe Eheringe, ungetragen“, steht dort unter einer Chiffrenummer. Dahinter steckt die Gemeindeverwaltung von Heideblick. Nach dem Scheitern der Eheverhandlungen mit Luckau sind 500 000 Euro Mitgift vom Land futsch. Die Gemeinde braucht Geld.

Golßens Amtsdirektorin Ursula Schadow und ihrem Amtskollegen Jens-Hermann Kleine aus dem Unterspreewald kommt das Angebot gelegen. Beide wollen ihre Regionen demnächst miteinander verbinden. Als einzige Interessenten bekommen sie die Ringe für fünf Euro. Das Schnäppchen nehmen sie als gutes Omen, dass sie gemeinsam erfolgreich sein werden.

Auch in Luckau geht es voran. Seit der Sportplatz eine moderne Tartanbahn hat, rührt Bürgermeister Gerald Lehmann die Werbetrommel. Heribert Morali sieht gar internationale Sprintstars über die Bahn flitzen. Davon inspiriert, wird für die heimische Jugend Laufen Trendsport. Der Sportclub Einheit muss für seine Leichtathletik-Abteilung eine Warteliste einführen.

Im Jahr 2012, so sagt der Sternen-Experte, werden zudem die Kernstadt und ihre ländlichen Ortsteile noch enger zusammenrücken. Mit der Sandoer Brücke wird in Luckau eine bedeutende Investition fertig. Dort dürfen nach Stadtverordnetenbeschluss die Vorsteher der Ortsteile im wöchentlichen Wechsel Wegezoll eintreiben. Das Geld verteilen sie an ihre Bürger, die davon dem Abwasserverband die immensen Nachforderungen für große Bauerngrundstücke zahlen können.

In Dahme sieht der Astrologe aus einem Rathausfenster Qualm aufsteigen. Den Stadtvätern rauchen die Köpfe, sie sind ratlos, wo bei ihren Freizeiteinrichtungen sie noch sparen können. Einer schlägt vor, die aus alten Autos und Bauwagen gebauten Baumhäuser am Körbaer Teich zum Schrotthändler zu bringen. Die Idee scheitert, weil damit zu wenig zu verdienen ist. Auch eine andere schnelle Lösung für die geplagten Flämingstädter kann Morali nicht erkennen. Rettung naht erst im Jahr 2032. Dann wird mit zwei Jahrzehnten Verzögerung die Dahmer Ortsdurchfahrt ausgebaut. Vor den Baggern buddeln die Archäologen. Sie stoßen auf ein unterirdisches Gewölbe mit opulenten Schätzen.

Noch einmal schaut Heribert Morali nach Heideblick. Er will wissen, wer im Februar 2012 Bürgermeister wird. Jeder Ortsteil schickt Kandidaten ins Rennen, die sich mit Versprechen für ihre Dörfer überbieten. Ein Marmorpalast als Gemeindetreff für Schwarzenburg, die Wiedereinführung der Oberschule in Langengrassau sind nur einige davon. Es gewinnt ein Bewerber von außen, der die erhitzten Gemüter zur Ruhe bringt. Der Mann war früher Zirkusdompteur.

So wird es sein im Jahr 2012. Wenn die Sterne nicht lügen