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Wasserwerk Waltersdorf vor dem Aus

Geht bald vom Netz: Das Wasserwerk Waltersdorf.
Geht bald vom Netz: Das Wasserwerk Waltersdorf. FOTO: pr
Luckau/Waltersdorf. Das Wasserwerk in Waltersdorf (Gemeinde Heideblick) geht voraussichtlich zum Spätherbst vom Netz. Die rund 1600 Einwohner des eigenen Ortes sowie der umliegenden Orte Langengrassau, Wüstermarke und Gehren beziehen dann ihr Trinkwasser aus Schollen (Stadt Luckau). Am heutigen Mittwoch beginnt der Bau der neuen Versorgungsleitung. Carmen Berg

Über die Schließung des Wasserwerkes wurde im Vorfeld heftig diskutiert. Die Waltersdorfer verwiesen auf die gute Qualität ihres Trinkwassers. Sie könnte künftig unter den langen Wegen leiden, befürchten die Bürger. Doch die technischen Anlagen aus den 1950er-Jahren sind verschlissen. Die Kosten für einen Neubau bezifferten Experten während einer Bürgerversammlung des Luckauer Trink- und Abwasserzweckverbandes (TAZV) in Waltersdorf auf rund 2,7 Millionen Euro.

Die neue Leitung samt Pumpwerken und Anschlüssen soll rund 1,2 Millionen Euro kosten, eine Förderzusage vom Land liege vor, sagt Horst Lange. Er kümmert sich für den Verband als Bauleiter um das Projekt.

Zwischen Luckau und Langengrassau muss eine neue Leitung verlegt werden, erklärt er. Sie wird von Luckau über den Radweg nach Zöllmersdorf und weiter über einen Feldweg nach Langengrassau führen. Am Ortseingang, noch vor dem neuen Stall der Langengrassauer Agrargenossenschaft, entsteht eine Druckerhöhungsstation. Von dort führe das Rohr die Dorfstraße entlang über die B 87, wo es nach etwa 50 Metern an die vorhandene Leitung des Wasserwerkes Waltersdorf angeschlossen wird. Dieser Abschnitt sei intakt und könne weiter genutzt werden, sagt Horst Lange. Gleiches gelte für die Verbindung zwischen dem Wasserwerk Schollen und Luckau. Wie der Bauleiter weiter erklärt, wird in Waltersdorf eine zweite Druckerhöhungsstation errichtet.

Auftakt in Langengrassau

Der Neubau wird knapp sechs Kilometer lang. Insgesamt jedoch wird das Wasser zwischen Schollen und Waltersdorf rund 15 Kilometer zurücklegen müssen. Die Anlage sei so berechnet, dass es nicht zu abgestandenem Wasser und damit zu Qualitätsverlusten komme, reagiert der Fachmann auf die Sorge der Anwohner.

Baustart ist am heutigen Mittwoch in Langengrassau, weil dort dem Bauleiter zufolge ab Sommer eine Sanierung der betroffenen Kreisstraße angekündigt ist. Die Fertigstellung in der Ortslage ist für Ende Juni geplant, kündigt Horst Lange an. Zwar sei die Hauptleitung schnell im Boden, doch müssten an der Straße auch alle Hausanschlüsse umverlegt werden. Das sei für die Bürger kostenlos, so der Bauleiter. Wer in diesem Zuge aber alte Stahlrohrleitungen innerhalb des Grundstückes ausgetauscht haben möchte, müsse für diesen Teil zahlen, so Lange. Zwischen Langengrassau und Zöllmersdorf, wo die Trasse über einen Acker führt, seien die Arbeiten mit dem Aussaattermin der Bauern abgestimmt, informiert er.

Auch Radweg betroffen

Verlegt werde die Leitung unterirdisch im Bohrspülverfahren. Im Abstand von etwa 150 Metern würden jeweils Baugruben in der Größe von 1,5 mal 2,5 Metern gesetzt. Das betreffe auch den neuen Radweg nach Zöllmersdorf, sagt der Bauleiter. Während der Bauzeit sei mit Einschränkungen zu rechnen. Für Anlieger, insbesondere für die Landwirtschaftsfahrzeuge, soll die Befahrbarkeit nach Rücksprache mit dem Bauunternehmen jedoch gewährleistet werden.