ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:26 Uhr

Sanierung geplant
Neue Chance für Trauerhalle

 Die Trauerhalle in Waltersdorf scheint gerettet. Fachkundige Einwohner wollen sie in Eigenleistung sanieren. Eine entsprechende Planung ist bereits erarbeitet. Von der Gemeinde gibt es dafür ein Budget über 5000 Euro.
Die Trauerhalle in Waltersdorf scheint gerettet. Fachkundige Einwohner wollen sie in Eigenleistung sanieren. Eine entsprechende Planung ist bereits erarbeitet. Von der Gemeinde gibt es dafür ein Budget über 5000 Euro. FOTO: LR / Anja Brautschek
Waltersdorf. Waltersdorfer Trauerhalle soll nun doch saniert werden. Einwohner konnten sie vor dem Abriss bewahren. Sie haben sich bereiterklärt, die Standsicherheit wiederherzustellen. Von Anja Brautschek

Die Trauerhalle auf dem Friedhof in Waltersdorf (Gemeinde Heideblick) scheint gerettet. Die Gemeindevertreter haben in ihrer Sitzung am Montagabend die Sanierung einstimmig beschlossen. Damit ist der Abriss der Trauerhalle vom Tisch.

Zwei fachkundige Einwohner, Dipl. Ing. Gerhard Weichert und der Baufachmann Friedrich Jänichen, haben sich für den Erhalt der Trauerhalle eingesetzt und dessen Sanierung in Eigenleistung geplant. Demnach sollen zwei Zuganker, die an den beiden Längswänden der Trauerhalle eingezogen werden, den weiteren Verfall stoppen. Das Gebäude wurde 1968 errichtet. Über die Jahrzehnte hat der Zahn der Zeit deutlich daran genagt. An den Seitenwänden sind die Risse deutlich zu erkennen. Setzungsrisse, wie es in einen Anschreiben der Bauordnungsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald hieß. Zudem wurden Neigungserscheinungen des Giebels in Richtung Straße festgestellt. Daraufhin wurde in Absprache mit einem Mitarbeiter der Heideblicker Verwaltung eine Nutzungssperre verhängt. Die Gemeinde hat zu dieser Zeit die Ursachen in einem zu schwachen Fundament vermutet und daher den Abriss angeschoben.

Doch die Pläne sind auf Widerstand seitens der Waltersdorfer gestoßen. Sie wollen ihre Trauerhalle behalten. Das wurde bereits im Dezember während einer Einwohnerversammlung deutlich. Vor allem das Herz von Friedrich Jänichen hängt an dem Gebäude. Er war vor 50 Jahren an dessen Bau beteiligt und ist daher von dessen Stabilität überzeugt.

Die beiden Fachmänner haben aus diesem Grund Fundamente, Bausubstanz und Beschaffenheit noch einmal genau unter die Lupe genommen und nachgemessen. Ergebnis: „Es wurde keine Abweichung des Giebels vom Lot festgestellt“, heißt es in dem Gutachten. Die vom Amt angenommene Neigung, die eine Gefahr für den Verkehr und Passanten bedeuten würde, können Gerhard Weichert und Friedrich Jänichen daher nicht bestätigen.

Jänichen vermutet vielmehr, dass die fehlenden Regenrinnen dafür gesorgt haben, dass der Boden aufweicht. Das kann zu Verschiebungen im Erdreich und damit auch zu Setzungen führen. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen sollen deshalb Kontrollschachtungen genaueren Aufschluss über den Zustand der Fundamente geben. Im Extremfall, sagt Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos), müssten die Arbeiten abgebrochen und ein Abriss neu diskutiert werden.

Einzige Bedingung für die Maßnahme, die die Waltersdorfer in Eigenleistung durchführen wollen: Die Sanierungskosten sollten den geschätzten Abrisskosten nicht übersteigen. Für das Material stellt die Gemeinde den Einwohnern 5000 Euro zur Verfügung. „Sollten Unwegbarkeiten Mehrkosten verursachen, reden wir miteinander. Wir gehen fair miteinander um“, sagt der Bürgermeister.

Die Risse an den Seitenwänden sollen im Zuge der Umsetzung mittels Spangen saniert und anschließend neu verputzt werden. Dann erstrahlt die 50 Jahre alte Feierhalle vermutlich in altem Glanz und kann wieder genutzt werden. „Es ist anerkennenswert, was von den Einwohnern bereits erarbeitet wurde“, sagt Dietmar Becker (CDU).

Bis alle Arbeiten abgeschlossen sind, finden die Trauerfeiern in der Waltersdorfer Kirche statt. Eine vorübergehende Einigung dazu zwischen Kirche und Gemeinde gilt bis Ende 2020.

 Die Trauerhalle in Waltersdorf scheint gerettet. Fachkundige Einwohnerwollen sie in Eigenleistung sanieren. Von der Gemeinde gibt es dafür ein Budget über 5000 Euro.
Die Trauerhalle in Waltersdorf scheint gerettet. Fachkundige Einwohnerwollen sie in Eigenleistung sanieren. Von der Gemeinde gibt es dafür ein Budget über 5000 Euro. FOTO: LR / Anja Brautschek