15 Jahre seien jetzt seit der Rückgabe der Wälder vergangen, und auch die Treuhandwälder sind verkauft, zieht Oberförsterin Christel Filschke Bilanz. Im Privatwald sei in den zurückliegenden Jahren jedoch oftmals keine Nutzung erfolgt. „Das hat zur Folge, dass die Kiefernbestände jetzt sehr überstockt sind“ , benennt die Oberförsterin ein Problem. „Kiefern sind eine Lichtholzart, die Pflege braucht, Licht und Luft, damit sie sich gut entwickeln kann“ , so erklärt sie.
In früherer Zeit seien die Bauernwälder regelmäßig durchforstet worden. „Das war die Winterarbeit auf dem Land“ , weiß die Oberförsterin. Heute bleibe vielen privaten Waldbesitzern dafür kaum die Zeit. So belässt man es zumeist dabei, nur das trockene Holz herauszunehmen. „Doch das reicht nicht aus“ , sagt Christel Filschke. Zudem könne sich für den Waldbesitzer das fachgerechte Ausforsten auch finanziell lohnen.
Entgegen der allgemeinen wirtschaftlichen Stagnation boomt gegenwärtig die Holzindustrie. Sägewerke rattern auf Hochtouren. Zellulosewerke können den Bedarf der Papier- und Möbelindustrie kaum decken. Große Abnehmer, wie beispielsweise das Holzkompetenzzentrum im nahen Baruth, brauchen ständig Nachschub. Von dieser Tendenz profitiere der Waldbesitzer.
Zwar seien mit dem Wald noch immer keine Reichtümer zu scheffeln, gesteht die Oberförsterin zu. Aber: „Bei mittelalterlichen Beständen im Alter zwischen 50 und 80 Jahren können bei den derzeitigen Holzpreisen je nach Fläche kleine bis schon recht beachtliche Gewinne abfallen“ , so der Tipp der Fachfrau.
Es biete sich an, sich von der Oberförsterei oder den zuständigen Revierförstern beraten zu lassen. „Für Bestände ab einer Größenordnung von 15 bis 20 Hektar ist der Einsatz eines Harvesters - einer Holzvollerntemaschine - effektiv“ , sagt Christel Filschke. „Die Förster übernehmen auf Wunsch nicht nur das fachgerechte Kennzeichnen der Bäume, sondern binden auch Firmen, die den Holzeinschlag vornehmen.“ Den Besitzern kleiner Waldflächen rät sie, sich für die Pflegearbeiten zusammen zu schließen und ihre Flächen im Komplex abarbeiten zu lassen.
„Aller sieben bis zehn Jahre sollten die Waldflächen gepflegt werden, damit sich die Bäume entwickeln können. Denn Zuwachsverluste sind auch Wertverluste“ , sagt Christel Filschke.