Von Birgit Keilbach

Waldhörner ertönen in dieser Woche auf der Luckauer Schanze. Für die Drittklässler der Rosa-Luxemburg-Grundschule das Signal zum Wechseln. Als Hirsche, Frischlinge, Adler und weitere Wildtiere absolvieren sie in 13 Gruppen ebenso viele Stationen. Die Oberförsterei Luckau organisierte ein weiteres Mal die Waldjugendspiele für die Grundschüler.

Wissen, Geschicklichkeit und Konzentration waren dabei ebenso gefragt wie Teamarbeit. Kraft und Schelligkeit setzte die Adler-Gruppe an ihrer ersten Station ein. Hier war ein Holzstapel so schnell wie möglich umzusetzen und ordentlich wieder aufzustapeln. „Ihr habt die Zeit voll eingehalten, dafür gibt es die volle Punktzahl“, lobte Waldfried Niechciol. Für den ehemaligen Revierförster sind die Waldjugendspiele eine gute Möglichkeit, das Naturverständnis der Kinder zu entwickeln. Daher unterstützte er gemeinsam mit drei weiteren Ruheständlern diesen Projekttag im Klassenzimmer Wald. „Ohne sie hätten wir die Waldjugendspiele sonst nicht abdecken können, es sind alle Revier- und Innendienstförster dabei“, sagte der Leiter der Oberförsterei Luckau, Burkhard Nass. Zwei Mitarbeiter der Waldschule „Zum Specht“ in Lübben Börnichen komplettierten das Team. Burkhard Nass fragte die Grundschüler unter anderem nach der häufigsten Baumart in Brandenburg und den Vorteil des Mischwaldes gegenüber einem Nadelwald. Warum der Eichelhäher Waldpolizei genannt wird, wusste Johann: „Er warnt die Tiere vor Gefahr.“

Welcher Vogel legt Eier in andere Nester? Welches Waldtier knabbert gern an Knospen von jungen Bäumen? Das wollte Funktionsförsterin Bettina Kupke wissen. An ihrer Station konnten die Kinder auch einmal über das Fell von Frischling, Hase, Dachs, Fuchs und Steinmarder streichen und Unterschiede fühlen, nachdem sie die Tiere bestimmt hatten. Die Eichhörnchen-Gruppe konnte während ihrer Tour auch eins bei seinen Kletterkünsten von Baum zu Baum beobachten. Da fiel es zwischendurch etwas schwer, sich auf die verschiedenen Dinge zu konzentrieren, die in der Grabbelbox bei der ehemaligen  Revierförsterin Marina Siedschlag steckten. Nachdem alle hineingefasst hatten, stimmten sie sich untereinander ab, was sie erfühlt hatten. Kastanie, Eichel, Fichtenzapfen, Feder, Rinde – alle Stücke hatte die Gruppe richtig erkannt. Dann ertönte wieder das Waldhorn und weiter ging es zu nächsten Station.

„Für die Kinder ist es ein schöner Tag, der den Sachkundeunterricht super ergänzt und es ist schön, dass dieser jedes Jahr ermöglicht wird“, sagte Lehrerin Simone Liebsch. Das erworbene Wissen könnten die Grundschüler an diesem Tag gut praktisch anwenden. „Sie können anfassen, sehen, fühlen und in Gruppen mit Schülern anderer Klassen zusammenarbeiten“, ergänzte ihre Kollegin Katharina Deutschmann.

Das klappte auf dem zweistündigen Parcours. An jeder Station sammelte jede Gruppe eifrig Punkte. Manche Aufgabe war ziemlich knifflig. Zum Beispiel einen in Einzelstücke zersägten Baumstamm wieder zusammen zu setzen, den anderen ein Tier zu beschreiben, ohne seinen Namen und wesentliche Merkmale zu nennen, ein Vogel-Puzzle richtig zu legen. „Die Teamarbeit war am Anfang nicht so gut, aber bei jeder Station wurde es besser“, resümierte Emily von der Adler-Gruppe. Maria machte das Hören der Tierstimmen am meisten Spaß. „Am schwierigsten waren die Ameisenaufgaben. Da musste man auch aufpassen, dass die Ameisen nicht an einem hochkrabbeln“, erzählte sie.

Nach dem Mittagsimbiss ertönten die Waldhörner noch einmal zur Siegerehrung. Die Füchse-Gruppe hatte die meisten Punkte erreicht, gefolgt von den „Hasen und den „Spechten“.