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| 19:06 Uhr

Ursache bislang nicht gefunden
Trinkwasser weiter unter der Lupe

Walddrehna. Waldrehnaer beklagen schlechte Qualität. DNWAB sucht weiter nach der Ursache. Von Anja Brautschek

„Es ist ein richtiger Kriminalfall für uns“, sagt Eckhard Wolter von der Dahme-Nuthe Wasser-, Abwasserbetriebsgesellschaft (DNWAB). Seit fast zwei Jahren beziehen die Walddrehnaer (Gemeinde Heideblick) nun Trinkwasser aus dem Wasserwerk in Schollen. Doch die Probleme, die mit der Umstellung begannen, sind noch immer nicht in den Griff zu bekommen. Das Wasser ist trüb und bräunlich verfärbt, der Druck schwankt. Ursache: bislang unbekannt. Eine schnelle Lösung scheint daher nicht in Sicht. Zur Einwohnerversammlung fragen sich die Walddrehnaer: „Wie kann es sein, dass bislang nichts etwas gebracht hat?“

Seitdem die Orte Walddrehna, Schwarzenburg und Wehnsdorf das Trinkwasser aus dem 25 Kilometer entfernten Schollener Wasserwerk bekommen, klagen einige Anwohner über erhebliche Qualitätseinbußen. Weiße Wäsche vergraut, Töpfe, Sanitäranlagen und Badarmaturen bekommen braune Ränder, die nur schwer zu entfernen seien. „Meine Waschmaschine ist noch keine zwei Jahre alt. Doch der Wassereinlass ist schon jetzt braun und verschlammt“, beschwert sich Elfriede Mohs. Sie ekele sich regelrecht vor dem Trinkwasser und bekommt von vielen der rund 20 Anwesenden zustimmendes Nicken.

Das Kuriose daran: Die Trinkwasserqualität  ist laut Gesundheitsamt gut. Wie der Bereichsleiter Eckhard Wolter beschreibt, werden alle bundesweit vorgeschriebenen Grenzwerte sowohl in Schollen als auch in Walddrehna nicht überschritten. Das bestätigt ein unabhängiges Gutachten. Im Rahmen des Monitorings, dass die DNWAB zur Ursachenforschung betreibt, wurden an weiteren sieben Messpunkten Wasserproben entnommen – auch diese Werte entsprechen laut Wolter den Anforderungen der Trinkwasserverordnung.   Durch verschiedene Maßnahmen konnte die Trübung weiter gesenkt werden. „Härte und Färbung liegen nun minimal über den Werten von Schwarzenburg. Das kann aber nicht die beschriebenen Probleme erklären“, sagt er.

Mehrere Intensivspülungen, Justierungen an den Druckstationen und andere Maßnahmen scheinen nur kurzfristige Erfolge gebracht zu haben. Befragungen haben gezeigt, dass einige Anwohner noch immer eine unverändert schlechte Trinkwasserqualität beklagen. „Das ist für uns genauso eine Ohrfeige wie für sie“, sagt Eckhard Wolter.

Auch wenn die betroffenen Waldrehnaer bestätigen, dass sich um Lösungen bemüht wird, reichen ihnen die Resultate nicht aus. „Wir zahlen das gleiche Geld für eine schlechtere Qualität“, sagt Annette Turowski. Sie fordert ein Einlenken vom Wasserversorger – einen Rabatt für betroffene Walddrehnaer oder die erneute Umstellung zurück zum Wasserwerk Schwarzenburg. Das Schwarzenburger Wasserwerk ist vor rund zwei Jahren aus betriebswirtschaftlichen Gründen vom Netz gegangen. Rund 125 000 Euro an Betriebskosten sind dort jedes Jahr entstanden. Unter anderem war eine aufwändige Enthärtung zur Wasseraufbereitung notwendig.

Ein Zurück gebe es nicht. Vielmehr will die Gemeinde Heideblick die Brunnen zur Löschwasserversorgung bei Waldbränden übernehmen. Auch einer Preisminderung erteilt Wolter eine Absage. „Das Gesundheitsamt bescheinigt uns gutes Trinkwasser“, begründet er.

Die Mitarbeiter seien dennoch weiter akribisch auf der Suche nach einer Lösung. Er appelliert an die Einwohner, bei einer merklichen Verschlechterung umgehend die DNWAB zu informieren. So könne zeitnah reagiert werden. Auch weitere Maßnahmen sind bereits fest eingeplant. Nach der routinemäßigen Spülung im Frühjahr 2019 soll es im Herbst erneut eine Intensivspülung geben.Im Rahmen der Straßenbaumaßnahme werden zudem die Trinkwasser- und Hausanschlussleitungen ausgetauscht.

Eckhard Wolter betont jedoch, dass es sich dabei um routinemäßige Investitionen handele. „Das hat nichts mit den aktuellen Diskussionen zur Trinkwasserqualität zu tun“, sagt er. 2019 sollen die Leitung und Hausanschlüsse in der Bahnhofstraße sowie die Trinkwasserleitung in der Hauptstraße getauscht werden. 2020 folgen dort die Hausanschlussleitungen. Die Kosten dafür übernimmt der Verband. Im Frühjahr 2019 will sich der Bereichsleiter erneut bei den Anwohnern über die Situation informieren.