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| 02:48 Uhr

Walddrehna beispielgebend für Lübben

Lübben. Wie kann sich Lübben auf die Aufnahme von Flüchtlingsfamilien vorbereiten? Der Sozialamtsleiter des Landkreises informierte über die nächsten Schritte, der Bürgermeister der Gemeinde Heideblick berichtete über die Erfahrungen in Walddrehna. Soziale Einrichtungen und Ehrenamtliche stellten sich als Ansprechpartner vor. Ingrid Hoberg

Maximal 54 Asylbewerber und Flüchtlinge, die ein Bleiberecht für Deutschland haben, sollen in Lübben in einem Haus des Jugendwohnheims in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße untergebracht werden, sagte Harald Lehmann, Leiter des Sozialamtes beim Landkreis Dahme-Spreewald, im Hauptausschuss. "Die Anhörungsverfahren, die die Ausländerbehörde durchführt, haben bereits begonnen", erklärte er. Lübben sei eine Übergangswohneinrichtung für Menschen, die sich selbst Wohnungen suchen können. "Im November, Dezember beginnen wir schrittweise mit der Belegung. Wir wollen vermeiden, schulpflichtige Kinder aus dem laufenden Unterricht herauszunehmen", sagte er. So könne es sein, dass einige Familien erst Anfang 2015 nach den Halbjahreszeugnissen aus den Heimen in Waßmannsdorf (Gemeinde Schönefeld) und Pätz (Bestensee) umziehen werden.

In Walddrehna sind seit Juli 35 Flüchtlinge in einem Wohngebiet, in der Pilzheide, untergebracht. "Das ist ganz ruhig über die Bühne gegangen, mir sind keine Probleme bekannt", sagte der Sozialamtsleiter. Wie dort sollen Sozialarbeiter des ASB Luckau-Dahme auch in Lübben als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Frank Deutschmann Bürgermeister der Gemeinde Heideblick, berichtete über die Zusammenarbeit mit dem Jugendkoordinator des ASB. "Es ist wichtig, die Fäden der Koordination in eine Hand zu geben", sagte der Bürgermeister. Sprachliche Probleme würden kaum eine Rolle spielen: "Die Kinder sprechen gut deutsch. Die Integration läuft über die Kinder." Und es gebe auch einen positiven Aspekt für die Kommune, so wurde in der Kita eine neue Gruppe eingerichtet und dazu eine Erzieherin eingestellt.

In einer Einwohnerversammlung waren die Nachbarn aus der Pilzheide über den Zuzug der Familien aus der Gemeinschaftsunterkunft informiert worden. "Es kamen damals über 100 Leute. Wir haben pro und kontra ausgetauscht, das muss man akzeptieren", sagte Frank Deutschmann. Und vier Wochen nach dem Einzug habe er wieder mit den Kritikern gesprochen, um zu hören, welche Probleme es gibt. Doch so viele seien es gar nicht. "Die Hilfsbereitschaft von vielen Leuten ist da, es fehlt an der Vermittlung. Die Migranten haben noch keinen Sprecher", erklärte er.

In Lübben ist bis Mitte November eine Einwohnerversammlung für die Anwohner geplant, wie Sozialamtsleiter Lehmann ankündigte. "Ein Informationsschreiben ist auf dem Postweg."

Nach Bekanntwerden der Unterbringung in Lübben hat sich Ilka Gelhaar-Heider zu Wort gemeldet. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Lübbener Forums wollen sich als Multiplikatoren einbringen. "Wir sind im Land in unterschiedlichen Netzwerken tätig", betonte sie.

Daniel Driese vom Mobilen Beratungsteam verwies auf die Beratungsangebote für die Kommune. Es gehe um eine offene Kommunikation und Beratung von Verwaltungen wie auch Vereinen, wenn Rechtsextreme die Unterbringung von Asylbewerbern für sich thematisieren wollen.

Zum Thema:
Das Mobile Beratungsteam (MBT) im Brandenburgischen Institut für Gemeinwesenberatung (demos) unterstützt Kommunen, Vereine, Nichtregierungsorganisationen, Bürgerbündnisse und Einzelpersonen in der kritischen Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus. Es stehen regionale Mobile Beratungsteams mit jeweils zwei Mitarbeitern zur Verfügung. Auf Anfrage wenden sich die Teams den Akteuren vor Ort zu und erarbeiten mit ihnen gemeinsam Konzepte gegen Rechtsextremismus und für eine starke und lebendige Demokratie. Weitere Infos unter www.gemeinwesenberatung-demos.de . Das Mobile Beratungsteam Trebbin, zuständig für LDS und Teltow-Fläming, ist telefonisch zu erreichen unter 033731 32909.