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Saisonfazit
Wahlsdorf punktet mit beheiztem Becken

Dahme. Im kalten Sommer Besucherrückgänge in beiden Dahmer Bädern. Engere Kooperation hat sich bewährt.

(be) Der durchwachsene Sommer hat den Freibädern der Kernstadt und des Ortsteils Wahlsdorf Besucherrückgänge gegenüber dem Vorjahr beschert. Dabei fiel der Vergleich in Wahlsdorf nicht so drastisch wie in Dahme aus. In Zahlen meldete die Kernstadt rund 9800 zahlende Wasserratten, das waren knapp 5000 weniger als 2016. Im kleineren Freibad in Wahlsdorf tummelten sich rund 6300 zahlende Gäste und damit nur gut 1000 weniger als im Jahr zuvor.

Preiserhöhungen hätten sich nicht negativ ausgewirkt, denn sie galten für beide Bäder, hieß es zum Saison-Fazit unlängst im Dahmer Fachausschuss für freiwillige Einrichtungen. Für Wahlsdorfs Ortsvorsteher Thomas März lag der Hauptgrund für den Zuspruch in seinem Dorf beim beheizbaren Becken. „Die Leute kommen gezielt wegen des warmen Wassers“, sagte er. Es kann mit Abwärme aus einer Biogasanlage auf bis zu 26 Grad temperiert werden. „In einem kalten Sommer ist das toll“, fand auch Ausschuss-Vorsitzender Karsten Schmidt (Freie Wähler). „Ich weiß, dass Dahmenser dieses Jahr nach Wahlsdorf gefahren sind, denen es in Dahme zu kalt war“, so der Vorsitzende. Thomas März zufolge habe sich bewährt, dass seit 2017 die Eintrittskarten für beide Bäder gelten. Jede Einrichtung habe ihre Spezifik. „Es ist gut, wenn wir uns nicht als Konkurrenten sehen, sondern immer enger kooperieren“, sagte er.

In Wahlsdorf bieten das kleinere Becken und ein neues Sonnensegel Vorteile für Familien mit kleineren Kindern. „Eltern müssen nicht am Beckenrand auf ihre Kinder aufpassen, sondern haben sie von einem schattigen Plätzchen aus gut im Blick“, brachte Badmitarbeiter Nico Richter ein Beispiel. Vermisst hätten manche Gäste hingegen den Imbiss, der keinen Betreiber hatte, fügte er an.

Den leeren Kiosk nutzte das Bad-Team für den Kartenverkauf. Dass im letzten Sommer kein Badeunfall passierte, führte Nico Richter auch auf diese veränderte Struktur zurück. „Wir waren näher an der Rutsche stationiert. Außerdem gab es statt früher zwei separaten Zugängen zum Bad und zum Imbiss diesmal nur einen. Das sollte beibehalten werden, auch wenn ein neuer Wirt kommt“, schlug er vor.

Karsten Schmidt ergänzte, im Wirtschafts- und Sozialgebäude sollten außerdem Bad-Mitarbeiter und Rettungsschwimmer einen eigenen Raum bekommen. „Wer einen Tag lang draußen Dienst tut, muss sich auch mal irgendwo einen Kaffee kochen können“, regte er an.

Badmitarbeiter Peter Losch berichtete, es sei in beiden Einrichtungen gelungen, eine gute Wasserqualität zu erhalten. Die Mitarbeiter bekamen vom Dahmer Ortsvorsteher Jürgen Reder (SPD) wie von seinem Wahlsdorfer Kollegen für ihr Engagement großes Lob. Offensiver werden sollte aus Sicht von Thomas März die Vermarktung der Bäder, die beide an der Fläming-Skate liegen. Schilder an der Skate seien aber teuer. Aus dem Ausschuss kam deshalb die Idee, die Vernetzung mit den Pensionen der Region zu verbessern. Einen weiteren Punkt sprach Nico Richter an: „Wir haben inzwischen Gäste aus allen Teilen Deutschlands und sollten in der nächsten Saison Preistafeln und andere wichtige Hinweise zweisprachig in Deutsch und Englisch bieten.“

(be)