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Wagt sich ein Wolf bis an den Dahmer Tierpark?

Der Wolf ist ein Aufreger – auch im Dahmer Land.
Der Wolf ist ein Aufreger – auch im Dahmer Land. FOTO: dpa
Dahme. (be) Ein Wolf, der am Tage im Dahmer Land unterwegs ist, beschäftigt die Gemüter. Bei Reinhold Born in der Flämingstadt werden seit den letzten Januartagen verstärkt Sichtungen gemeldet. Carmen Berg

Der Förster im Ruhestand sammelt solche Informationen und gibt sie an die Fachstellen weiter. Demnach wurde der Isegrim unter anderem am 26. Januar beobachtet, als der die Verbindungsstraße zwischen Schwebendorf und Kolpien überquerte. Zwei Tage später überquerte ein Wolf einer weiteren Mitteilung zufolge um 15 Uhr den Triftweg in Dahme zwischen Tierpark und Sportplatz. Fotobeweise von diesen Sichtungen gibt es nicht. Wolfsexperte Reinhard Möckel ist deshalb auf RUNDSCHAU-Nachfrage vorsichtig mit einer Bewertung. Oftmals habe sich im Nachhinein herausgestellt, dass es sich nicht um Wölfe gehandelt habe. Auch dann, wenn die Leute sich vermeintlich ganz sicher waren, berichtet er aus Erfahrung und warnt vor Panik. Wie er sagt, sei es für diese Jahreszeit aber nicht ungewöhnlich, dass Jungwölfe allein unterwegs sind. Es sei Paarungszeit. Die männlichen Jungtiere werden vertrieben, weil die Rüden keinen Nebenbuhler im Rudel dulden. Dabei überqueren sie auch Waldbrücken wie die angesprochene Ortsverbindung nach Kolpien, erklärt er.

Der Triftweg aber liegt direkt im Stadtgebiet. Nicht ausschließen will der Experte, dass ein Jungwolf den Geruch des Damwildes am Tierpark geschnuppert und sich wieder verzogen habe, als er den Zaun wahrnahm. Problematisch würde es, wenn sich Sichtungen in der Stadt wiederholen, sagt Reinhard Möckel. So beispielsweise, wenn der Wolf an das Damwildgatter zurückkehrt oder an weiteren Plätzen beobachtet wird. Dann bestehe Handlungsbedarf.

Reinhold Born ärgert es, wenn nur in die Statistik eingeht, was sich Schwarz auf Weiß belegen lässt. "Das ergibt ein falsches Bild", ist er überzeugt. Viele Hinweise kämen von Jägern. "Sie werden in ihrer Ausbildung in den Tierarten geschult und können sehr wohl den Wolf vom Fuchs unterscheiden", sagt er.

In einem sind sich Reinhard Möckel und Reinhold Born einig: Jeder kann mit Aufnahmen aus Fotofallen oder vom Handy zu einem möglichst exakten Wolfsmonitoring beitragen. Bilder mit Angaben des Datums und des Ortes können geschickt werden an reinhard.moeckel@gmx.de.