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| 02:33 Uhr

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Lübbenau. Was ist bei einer Vorsorgevollmacht und bei einer Patientenverfügung zu beachten? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt des RUNDSCHAU-Erbrechtsforums am 3. April in der Jenaplanschule, Poststraße.

Sind Menschen aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, ihre Angelegenheiten selbst zu erledigen, bestellt das Gericht einen Betreuer für den erkrankten Familienangehörigen. Das wird nicht selten als Eingriff in die familiäre Sphäre empfunden. Es besteht Sorge, dass eine fremde Person zum Betreuer bestellt wird, die nicht das Vertrauen genießen kann.

"Wer das nicht möchte, sollte eine Vorsorgevollmacht errichten", erklärt Notarin Christina Grafe. "Damit legt man selbst die entscheidungsberechtigten Personen und den Umfang ihrer Aufgaben fest", ergänzt sie. Die Vollmacht könne einer oder mehreren Personen erteilt werden, so Grafe. Die Vorsorgevollmacht hat sich in der täglichen Praxis als das flexiblere und unbürokratischere Instrument gegenüber der gerichtlich angeordneten Betreuung erwiesen.

Jeder, der sich mit der Frage der Erteilung einer Vorsorgevollmacht beschäftigt, sollte hierzu einen Notar konsultieren, rät Grafe. Dieser setzt nicht nur den Willen des Vollmachtgebers in eine korrekte Formulierung um, sondern zeigt ihm auch die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen auf. Dies ist ein wesentlicher Vorteil der notariell beurkundeten Vorsorgevollmacht gegenüber einer privatschriftlichen Vollmacht.

Mit zu Hause unterschriebenen Vollmachten treten in der Praxis häufig Schwierigkeiten auf, weil deren Inhalt unzulänglich ausgestaltet oder der Text zu ungenau formuliert worden ist, erzählt die Notarin aus ihrer Praxis. Unabhängig vom Inhalt der Vorsorgevollmacht sind gewisse Formerfordernisse zu beachten. So können privatschriftliche Vollmachten gegenüber dem Grundbuchamt überhaupt nicht und gegenüber Banken kaum verwendet werden. Die persönliche Altersvorsorge durch Erteilung einer Vorsorgevollmacht kann im Einzelfall wichtiger sein als die finanzielle Vorsorge.

In einer Patientenverfügung können Wünsche festgelegt werden zur medizinischen Behandlung für den Fall, dass ein Zustand der Entscheidungsunfähigkeit vorliegt. Die Verfügung sollte mit der Vorsorgevollmacht kombiniert werden.

Das Forum beginnt am Donnerstag, 3. April, um 18 Uhr, in der Jenaplanschule Lübbenau. Der Eintritt ist für RUNDSCHAU-Abonnenten bei Vorlage der LR-Card frei, ansonsten kostet er fünf Euro.