Ab August bis voraussichtlich Ende 2017 geht zwischen Elsterwerda und Wünsdorf auf der Schiene nichts mehr. Reisenden stehen harte Zeiten bevor. Geplant ist im Schienenersatzverkehr (SEV) eine Linie A entlang der gesperrten Bahnstrecke, der allerdings Uckro auslassen und über den Busplatz Luckau fahren soll. Reisende aus Richtung Drahnsdorf-Golßen sollen in Wünsdorf vom Bus in den Regionalexpress RE 5 nach Berlin-Hauptbahnhof umsteigen. Eine schnelle und direkte Anbindung über die B 96 verspricht ihnen der Konzeptentwurf des VBB. Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos) bezweifelt das in einer Stellungnahme, in die auch Bedenken und Anregungen seiner Amtskollegen Gerald Lehmann (parteilos) aus Luckau und Jens Hermann Kleine (CDU), Direktor des Amtes Unterspreewald, eingeflossen sind. Wie soll eine Verbindung über die B 96 schnell sein, wenn es in Golßen und Neuhof wegen Brückenbauarbeiten zu Sperrungen kommt?, fragt Frank Deutschmann. Zudem verkehre die erste Verbindung ab Golßen um 6.06 Uhr. "Für Berufspendler zu spät", sagt er.

Auf der Linie B soll ein Schienenersatzbus von Walddrehna über Luckau nach Lübben mit Anschluss an den RB 24 nach Berlin-Ostkreuz eingerichtet werden. Fahrgäste aus Dahme gelangen ebenfalls über Luckau nach Lübben. "Für Heideblick ist der Ersatzbus von Walddrehna positiv", so Frank Deutschmann. Zugleich legen die Chefs der Kommunalverwaltungen aber den Finger auf einige Wunden.

Schon jetzt volle Züge

Den Planungen zufolge sollen neben Einsteigern aus dem Raum Walddrehna und Luckau-Uckro auch Passagiere aus Rückersdorf und Doberlug auf die Lübbener Schiene umgelenkt werden. Denkbar ist weiter, dass Golßener und Drahnsdorfer nicht in den A-Bus steigen, sondern mit dem Auto nach Brand fahren. Alles in allem könnten 740 Zugreisende zusätzlich am Tag die Lübbener Schiene nutzen. Schon die Hälfte aber sei wohl nicht verkraftbar, so Frank Deutschmann. "Bereits jetzt reichen im Berufsverkehr auf dieser Strecke im Zug die Plätze nicht", sagt er.

"Wer einmal im Monat nach Berlin will, kommt mit der Situation sicherlich irgendwie zurecht. Das Problem sind die Berufspendler", so Frank Deutschmann. Insbesondere für sie drängen die Verwaltungschefs auf eine Lösung, die den Bahnhof Uckro einschließt. "Jeden Morgen um 5.13 Uhr ist in Uckro der Bahnsteig voll", sagt Frank Deutschmann. Die Pendler brauchen bis nach Berlin-Hauptbahnhof pro Strecke eineinhalb Stunden. Daraus würden mit der vorgeschlagenen Eratzlösung zwei Stunden, sagt er. Zudem befürchten Heideblicks Bürgermeister und seine Kollegen aus Luckau und dem Unterspreewald nicht nur am Bahnhof in Lübben Parkplatzprobleme, weil womöglich viele Pendler das Auto nutzen. "Auch in Luckau ist der Laga-Parkplatz auf starken Zuwachs nicht ausgelegt", sagt Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann. Er plädiert dafür, die Ersatzlinien A und B jeweils über den Bahnhof Uckro zu leiten, wo ein ausreichend ausgebauter Pendlerparkplatz vorhanden ist. Zudem bringen die Kommunen zumindest für den Berufsverkehr eine direkte tägliche Busverbindung von Uckro nach Berlin-Südkreuz ins Gespräch, das zentral an der Stadtautobahn sowie zur S-Bahn liege. Frank Deutschmann nennt Vorteile der Idee: Die Fahrzeit würde nicht länger. Die Pendlerströme würden sich nicht ändern.

Fertiger Plan bis April
Und Heideblicks Bürgermeister schiebt einen weiteren Wunsch der Kommunen nach: "Der VBB sollte im weiteren Planungsprozess nicht über uns, sondern mit uns reden."

Laut VBB-Sprecherin Elke Krokowski werden in die folgenden detaillierteren Abstimmungen alle Beteiligten, so auch die Kommunen, einbezogen. "Das ist uns wichtig, die Betroffenen haben den tiefsten Einblick", sagt sie. Etwa Ende April soll das Konzept für den Ersatzverkehr rund sein und die Öffentlichkeit informiert werden. "Damit den Bürgern ausreichend Zeit bleibt, sich auf die Veränderungen einzustellen", so Elke Krokowski.

Kommentar: Der Bau und die Zeit danach