Anja Brautschek

Fassungslosigkeit bei der Laga GmbH. Als die Geschäftsführerin Maja Jentsch und ihre Mitarbeitern am Mittwochnachmittag den Laga-Park betreten, können sie ihren Augen kaum trauen. Statt kräftiger Tulpenpflanzen entdecken sie zum Teil nur aufgewühlte Erde. Die Tulpen wurden geklaut. Drei Beete direkt am Eingang sind fast komplett ausgeräubert. An anderen fehlen vereinzelte Pflanzen. Insgesamt haben die Diebe jedoch fast 1500 Tulpen entwendet.

„Wer macht sowas nur? So etwas hätten wir nie für möglich gehalten“, sagt Maja Jentsch. Der Strafantrag für den Diebstahl ist laut Ordnungsamtsleiter Thomas Schäfer bereits gestellt. Doch ob der oder die Täter gefasst werden können, ist fraglich. Ständige Regengüsse und Wind haben Boden und Wege auf dem Laga-Gelände aufgeweicht und erschweren die Spurensuche. Ordnungsamt, Laga GmbH und Polizei hoffen daher auf aufmerksame Bürger in der Nachbarschaft. „Wer Hinweise dazu geben kann, den bitte ich, sich an die Revierpolizei am Luckauer Rathaus zu wenden“, sagt Polizeisprecherin Ines Filohn. Das Strafmaß für diesen Fall sei nur schwer abzuschätzen, ist von verschiedenen Faktoren wie Alter oder möglichen Vorstrafen des Täters abhängig. Wird der Tulpendieb gefasst, so könnte ihm jedoch eine Geldstrafe blühen.

Für die Laga GmbH ist ein Schaden von mehreren Tausend Euro dadurch entstanden. Die Blumenzwiebeln wurden bereits im Oktober des vergangenen Jahres gesteckt. Die Pflanzen sind bislang kräftig gewachsen und bereits mehr als zehn Zentimeter in die Höhe geschossen. Kurzfristig Ersatz zu finden, wird nun schwierig werden. „Wir sind mitten in der Tulpensaison. Vorgezogene Tulpen in dieser Menge zu finden, wird nicht leicht“, sagt die Laga-Geschäftsführerin. Erste Angebote, die die Mitarbeiter eingeholt haben, zeigen außerdem: Auch preislich wird es eine Herausforderung. Die Pflanzen werden jetzt immer teurer. „Doch wir werden eine Lösung finden. Die Rabatten werden wieder bepflanzt“, verspricht sie den Luckauern und hofft bis dahin auf Nachsicht.

Der Schaden trifft dabei nicht nur  die Laga GmbH und die Stadt Luckau, sondern auch die Allgemeinheit. Mit den Tulpenpflanzen werden im Frühjahr bunte Akzente im Park gesetzt. „Die Luckauer und Gäste sollen sich ja an den Blumen erfreuen. Der Park ist ja für die Allgemeinheit“, sagt Maja Jentsch. Umso mehr werden nun alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Schaden so schnell wie möglich zu regulieren. Denn in rund vier Wochen, am 20. April, sollten die leuchtenden Blüten dem Tulpenfest das besondere Flair verleihen.

Die Veranstaltung ist jedes Jahr ein Highlight im Laga-Park und läutet den Frühling in der Stadt so richtig ein. Gäste auch über die Stadtgrenzen hinaus zieht es dafür nach Luckau. In diesem Jahr standen die Chancen für ein blühendes Tulpenfest besonders gut. Durch milde Temperaturen und Regen konnten die Pflanzen bislang gut wachsen, sind noch nicht zu sehr in die Höhe geschossen. Auf leuchtende Blüten sollen die Gäste aber trotz des großflächigen Tulpenklaus auch in diesem Jahr nicht verzichten. „Wir holen bereits verschiedene Angebote ein“, erklärt sie.

Die Laga-Geschäftsführerin hofft wie auch Polizeisprecherin Ines Filohn nun umso mehr auf aufmerksame Luckauer, damit so etwas nicht noch einmal passiert. „Vielleicht hat ja auch jemand ein paar Blumenzwiebeln mehr im Garten übrig oder kennt jemanden“, sagt Maja Jentsch.

Wer Kontakte vermitteln oder etwas zur Wiederbelebung der Beete beitragen möchte, kann sich bei der Laga GmbH (Telefon: 03544 1299715) melden. Bereits nach dem Kahlschlag der Obstbäume)$ im vergangenen Jahr haben zahlreiche Luckauer im Frühjahr bei einer Putzaktion im Laga-Park)$ mit Hand angelegt und dabei geholfen, das Gelände wieder ansehnlicher zu gestalten.