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| 17:16 Uhr

Vorschau
Von „Manche mögen’s heiß“ bis „Frauensache!?“

Karakaturen von Karl-Heinz Schoenfeld sind im Luckauer Cartoonmuseum zu sehen.
Karakaturen von Karl-Heinz Schoenfeld sind im Luckauer Cartoonmuseum zu sehen. FOTO: Cartoonmuseum Luckau / Karl-Heinz Schoenfeld
Luckau. Brandenburgs Cartoonmuseum in Luckau will mit vier großen Themen das Jahr 2018 gestalten. Zum Auftakt sind Karikaturen des Potsdamer Zeichners Karl-Heinz Schoenfeld ausgestellt.

Das Cartoonmuseum in Luckau hat sein Programm für das bevorstehende Jahr vorgestellt. Vier große Themenausstellungen zur Sammlung und mit den Zeichnern der Cartoonlobby bestimmen das Angebot in dieser für die Region Berlin-Brandenburg einzigartigen Einrichtung.

Bis Ende Februar zeigt das Museum in seinem traditionellen Jahresrückblick Karikaturen des Potsdamer Cartoonlobbyisten Karl-Heinz Schoenfeld. „Unter dem Titel ‚Alle Jahre wieder …!’ widmet sich diese besondere Schau nicht nur den Ereignissen des Jahres 2017, sondern greift mit den ausgestellten Originalarbeiten ebenso Gesellschaftsthemen auf, die schon seit Jahrzehnten die Weltpolitik bestimmen und für die bislang immer noch keine Lösungen gefunden wurden“, erläutert Andres Nicolai, Leiter der Cartoonlobby. Darüber hinaus sind Arbeiten zu sehen, die für das Profil der Sammlung als Spiegel Deutscher Geschichte von Bedeutung wären oder bereits Teil dieser sind.

„Zum Saisonstart im März steht dann für vier Monate die Ausstellung ‚Frauensache?!’ mit Karikaturen und Cartoons von Zeichnerinnen auf dem Programm. Dieses Projekt soll mit dem weit verbreiteten Vorurteil ‚alter Männer’ aufräumen, es gäbe nahezu keine Frauen in der Branche. Auch wenn ihr Anteil nicht an den der männlichen Kollegen herankommt – gibt es besonders unter den Newcomern viele Zeichnerinnen, die das Genre der Komischen Künste in ihrer Arbeit bedienen. Allein von den bundesweit 92 Mitgliedern der Cartoonlobby sind zwölf Frauen“, erklärt Andreas Nicolai.

Die Ausstellung solle auch verdeutlichen, dass Frauen sicher ihre eigene weibliche Sicht auf die Dinge haben und spezifische Themen aufgreifen, aber in Sachen Gesellschaftskritik, gezeichneter Satire und bösartigem Humor ihren Zeichnerkollegen in keiner Weise nachstehen, so der Leiter weiter. Weit über 20 Zeichnerinnen werden in dieser Ausstellung mit ihren Arbeiten und Ansichten vertreten sein.

Aus Anlass dieser Ausstellung gibt es am Internationalen Frauentag, dem 8. März, Sonderöffnungszeiten. Sie laden zum Ausflug und Gruppenbesuch ins Museum ein. Zwölf Stunden, von 10 bis 22 Uhr, ist dann geöffnet. „Auf Wunsch können Führungen durch das Museum angeboten werden“, so Andreas Nicolai.

„Manche mögen’s heiß! – die Cartoonlobby leugnet den Klimawandel u.v.m.“ ist der Ausstellungstitel des Projektes, das im Museum von Anfang Juli bis Ende Oktober präsentiert wird. Bereits im August 2013 startete die Cartoonlobby mit „Klimawende durch Energiewandel – Karikaturen für eine bessere Welt“ in Potsdam – eine Wanderausstellung, die bis heute in der Bundesrepublik und bis nach Brüssel erfolgreich unterwegs war.

„Nur wenig ist seit dem geschehen, aber viel passiert. Es ist Zeit, sich noch einmal aktuell dem Umgang der Menschheit mit ihren natürlichen Ressourcen und der Umwelt zuzuwenden“, erklärt Andreas Nicolai. Zumal die Leugner des Klimawandels und Anhänger hemmungslosen Wachstums wieder Aufwind bekommen haben, so Nicolai weiter. Deshalb fragt sich die Cartoonlobby, wie es in Zeiten weiter geht, in denen ein gemeinsames globales Ziel und die Rettung unserer Welt, wie wir sie kennen, durch nationalen Egoismus und endloses Feilschen zum eigenen Vorteil blockiert wird.

Dazu gibt es viel anzumerken, und deshalb wollen die Cartoonlobbyisten die Themen immer wieder in ihren satirisch humoristischen Arbeiten ansprechen. „Sie finden deutliche Bilder und zeigen klare Zusammenhänge. Denn es braucht immer wieder Denkanstöße und Ansätze, die uns wachrütteln“, ist sich Andres Nicolai sicher. Und Ausstellungen,so Nicolai, die mit einem befreienden Lachen über uns selbst, Mut machen die Dinge zu verändern.

Zum Ausklang des „Europäischen Kulturerbejahres 2018“ gibt es ab November den Einblick in die umfangreichen Bestände der Sammlung im Museum. Der Kunstschatz, den die Cartoonlobby und ihre Stiftung vor Ort bewahrt, soll der Öffentlichkeit in neuer Form zugänglich gemacht werden. Die Ausstellung vermittelt „original und digital“ erste Ansätze der Präsentation zu den Werken im Museum.

„Kinder, wie die Zeit vergeht!“ lautet der Titel des Projektes, welches die Sammlung als Chronik des Zeitgeschehens vorstellt und bis Ende Februar 2019 läuft. Es kommt zur Begegnung mit echten Klassikern der Karikatur im Original und es wird erstmals die Möglichkeit geben, Einsicht in Teilbestände der Sammlung zu nehmen. Gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg wurde 2017 damit begonnen, die ersten Originalzeichnungen von 25 000 zu digitalisieren und zu inventarisieren.

Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen in der Ausstellung sichtbar werden und bilden die Grundlage für den weiteren Austausch, auch mit einigen anderen Forschungseinrichtungen.

(bt)